Mittwoch, 21. Februar 2018
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24h Daytona
31.01.2018

Umstrittene Strafe kostet Jeffrey Schmidt möglichen Sieg

Startschuss in die Saison 2018 für Jeffrey Schmidt bei den berühmten 24h Daytona (24. bis 27. Januar). Auf dem Daytona International Speedway im US-Bundesstaat Florida erzielte der Schweizer gemeinsam mit Montaplast by Land-Motorsport beim 24-Stunden-Rennen im Rahmen der IMSA-Serie den siebten Rang der GTD-Klasse. Ein bittersüßes Ergebnis, denn der Sieg war in Reichweite. 

Das Fahrer-Quartett des Audi R8 LMS GT3 rund um Schmidt, Christopher Mies sowie Kelvin und Sheldon van der Linde wurde seiner Favoritenrolle gerecht, als es von Startplatz sieben nach einer Stunde bereits die Führung in der GTD-Klasse übernommen hatte. 2017 hatte Schmidt mit seinem Team nur hauchdünn den Sieg verpasst und die erhoffte Revanche schien zum Greifen nahe. 

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Eine Zeitstrafe von fünf Minuten für einen vermeintlichen Verstoß gegen die Balance of Performance-Bestimmungen (BoP) warf das Team jedoch weit zurück. Besonders ärgerlich: Bei der technischen Untersuchung nach dem Rennen wurde der Audi R8 LMS als regelkonform eingestuft, die Strafe war damit offenbar ungerechtfertigt. Die Untersuchungen der IMSA dauern an. 

Glückwunsch zur wirklich beherzten Aufholjagd. Wie fällt dein Fazit zum 24h-Rennen Daytona aus?
Jeffrey Schmidt: „Wir haben das Rennen zu Beginn angeführt und uns war klar, dass wir eine Chance auf den Sieg haben würden. Als Team waren wir unglaublich stark aufgestellt und von den Fahrern über die Ingenieure bis hin zu den Mechanikern wusste jeder genau, war er zu tun hatte. Ich habe mir in meinem Stint einen harten Fight um die Spitze mit einem Lexus geliefert. Das war wirklich nicht einfach, denn auf den Geraden sind wir in Sachen Top-Speed mit dem Audi immer noch etwas im Nachteil. Mir gelang es, alle Angriffe abzuwehren und das Auto auf Rang eins an Christopher zu übergeben. Danach hat sich jedoch alles gegen uns gewendet.“

Du sprichst die Strafe an. Kannst du etwas Licht ins Dunkel bringen, was genau passiert ist?
Jeffrey Schmidt: „Wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die BoP-Bestimmungen haben wir in der Nacht eine Strafe von fünf Minuten aufgebrummt bekommen. Das hat uns natürlich weit zurückgeworfen. Trotzdem hat keiner aus dem Team ans Aufgeben gedacht. Wir haben weitergekämpft und uns auch von einer weiteren unverschuldeten Reparatur-Pause nicht aus der Ruhe bringen lassen. Als ich nach dem Rennen erfahren habe, dass unser Auto bei der technischen Untersuchung doch als regelkonform eingestuft wurde, konnte ich es nicht fassen. Damit wurde uns das Rennen zerstört und so wie es aktuell aussieht, völlig ohne Grund! Die Verantwortlichen hätten das Auto auch nach dem Rennen untersuchen und dann gegebenenfalls eine Strafe aussprechen können. Rang sieben ist bei diesem Rennverlauf zwar ein Top-Ergebnis, das tröstet aber nur mäßig bei dem Gedanken, wozu wir eigentlich in der Lage gewesen wären.“

Ungeachtet aller Schwierigkeiten und Strafen: Nimmst du etwas Positives mit in die Saison?
Jeffrey Schmidt: „Auf jeden Fall! Es war ein unglaublich cooles Rennen. Im Vergleich zum Vorjahr kannte ich das Auto, die Strecke und das Team deutlich besser, was alles insgesamt leichter gemacht hat. Ganz davon abgesehen war das Event ein wahrer Star-Auflauf. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, mit Fahrergrößen wie Fernando Alonso, Juan Pablo Montoya oder den ganzen IndyCar-Piloten auf der Strecke zu fighten. Das war kaum zu überbieten! Diese Erfahrungen nehme ich auf jeden Fall mit und baue mich für die Saison damit auf, dass wir als Team wirklich die Chance auf den Sieg bei den 24h Daytona gehabt hätten.“