Sonntag, 23. Juli 2017
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Porsche Sports Cup
17.07.2017

Geteilte Siege beim ersten Porsche Motorsport Race Weekend

Mit zwei spannenden Rennen hat sich das erste Porsche Motorsport Race Weekend als voller Erfolg erwiesen. Der gemeinsame Einladungslauf von Porsche Super Sports Cup und Porsche Carrera Cup Deutschland außerhalb der Meisterschaftswertungen war für die Piloten eine hoch willkommene Gelegenheit, sich miteinander zu messen und – im Falle der Carrera Cup Starter – die Strecke vor dem regulären Meisterschaftslauf im Septemberkennen zu lernen. Konnte sich im ersten Rennen am Samstag mit Jürgen Häring (Bubsheim) noch ein 991 GT3 R Pilot aus dem Sports Cup durchsetzen, war es im Wet-Race am Sonntag der Niederländer Larry den Vorde im 911 GT3, der sich nach einem begeisternden Fight durchsetzte. Bereits in 14 Tagen geht es für die Piloten aus dem Porsche Super Sports Cup weiter – dann geht es gemeinsam mit den weiteren Rennserien und Fahrevents zum nächsten regulären Meisterschaftswochenende nach Spielberg in Österreich (29. – 30. Juli).

Hatte der Porsche Sports Cup Routinier Jürgen Häring die Youngster aus dem Carrera Cup Deutschland beim ersten Rennen noch auf Distanz halten können, drehte sich das Rennglück am Sonntag. Der Lauf, der wegen nasser Strecke mit zwei Runden hinter dem Safety-Car eingeleitet wurde, forderte die Piloten durch extrem rutschige und schwierige Streckenbedingungen. Pole-Sitter und Laufsieger Häring konnte zwar den fliegenden Start gewinnen, drehte sich aber in der ersten Runde und fiel hoffnungslos zurück. Von Position 19 konnte er sich bis zum Ende zwar noch auf den 13. Platz vorarbeiten, konnte aber in die Entscheidung um den Sieg nicht mehr eingreifen. Den machten die Carrera Cup Piloten Larry ten Vorde und Thomas Preining (Österreich) anschließend unter sich aus, die beide im 911 GT3 Cup der zweiten Generation antraten. Sie lieferten sich einen tollen Fight, bei dem sie die Zuschauer rundenlang mit Windschattenduellen und Überholmanövern begeisterten.

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Am Ende war ein kleiner Patzer Preinings entscheidend, und sein niederländischer Konkurrent konnte sich durchsetzen. „Mir geht’s mega. Das war ein tolles, faires Rennen – da ging kein Haar zwischen“, strahlte der Sieger anschließend. „Es hat Riesenspaß gemacht. Gestern hatte Thomas die Nase vorne, nachdem ich einen Fehler gemacht hatte – heute war es umgekehrt.“ Die beiden Spitzenreiter profitierten dabei auch vom Pech von 991 GT3 R Pilot Häring, der das Geschehen im ersten Rennen souverän kontrolliert hatte. „Am Anfang war es eben wahnsinnig rutschig“, schilderte ten Vorde. „Auch ich hätte den 911 beinahe einmal verloren.“ Auch Preining konnte sich nach dem spannenden Fight mit dem Ausgang arrangieren. „Es ging hauptsächlich um das Training für unseren Meisterschaftslauf im September“, so der Carrera Cup Deutschland Pilot.

Prickelnde Mischung und volles Starterfeld

Die Mischung aus den jungen Fahrern aus dem Carrera Cup und den Breitensportlern aus dem Porsche Sports Cup erwies sich bei diesem erstmals durchgeführten Porsche Motorsport Race Weekend als tolle Kombination. Im bestens gefüllten Starterfeld mit fast 40 GTs gab es zahlreiche sehenswerte Kämpfe um die Positionen. In Rennen zwei waren es etwa Edward Lewis Brauner (Grünwald) im 991 GT3 R und Henric Skoog (Schweden) aus dem Carrera Cup, die sich ein Klasse-Duell um Platz drei lieferten. Zunächst konnte der Schwede vorbeigehen und einen kleinen Vorsprung herausfahren. Doch Brauner fuhr die Lücke zu und konnte gegen Ende des Rennens nochmals kräftig Druck machen. Der Carrera Cup Pilot machte schließlich den entscheidenden Fehler und kürzte nach einem Verbremser eine Schikane ab. Zwar wurde er noch als Dritter abgewinkt, doch nachträglich mit 15 Strafsekunden bedacht: Damit landete Brauner als bester Pilot aus dem Sports Cup doch noch auf dem dritten Platz. Auch um die fünfte Position gab es einen Fight zwischen Piloten beider Serien. Hier konnte sich am Ende Arkin Aka (Hannover) aus dem Sports Cup gegen Wolfgang Triller (Mengkofen) durchsetzen.

Seriensieger in den Klassen

Tollen Sport lieferten außerdem die Piloten aus den weiteren Klassen des Porsche Sports Cup. In der stark besetzten Kategorie der 991 GT3 Cup war es zwei Mal Adam Osieka (Meuspath), der gewinnen konnte. Am Sonntag fuhr er auf seiner Heimstrecke einen exzellenten siebten Gesamtrang heraus und konnte sich damit – wie bereits im ersten Lauf am Samstag – erneut gegen Andreas Szepansky (Ludwigsburg) und Bertram Hornung (Stutensee) durchsetzen. Die beiden Entscheidungen in der Klasse der älteren 997 GT3 Cup gingen ebenfalls auf das Konto eines einzigen Piloten: Michael Essmann jr. (Rheine) überzeugte mit zwei souveränen Siegen.

Beste Werbung vor großer Kulisse

Die Porsche Rennen im Rahmen des vierten Laufs zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring fanden nicht nur vor zahlreichen Zuschauern statt. Auch die Profis der FIA WEC und zahlreiche Entscheidungsträger aus dem Hause Porsche waren in der Eifel, um das Porsche Rennwochenende gemeinsam zu feiern. Bastian Schramm, Leiter Marketing, Porsche Deutschland GmbH, sprach ihnen wohl allen aus dem Herzen „Es ist schön, ein so großes Feld von Porsche Fahrzeugen in einem Rennen zu sehen. Ich habe mich gefreut, dass sich die Fahrer des Porsche Sports Cup durchaus mit den Piloten aus dem Porsche Carrera Cup Deutschland auf Augenhöhe messen konnten. Wenn der Helm auf dem Kopf und das Visier heruntergeklappt ist, dann zählen nicht unbedingt das Alter oder technische Details, sondern am Ende vor allem Können und Sportsgeist. Vielleicht halten aber auch Porsche Fahrzeuge einfach generell jung.“ Der gemeinsame Auftritt der beiden Serien im Rahmenprogramm der Königsklasse des Langstreckensports erwies sich dabei als perfekte Wahl. „Das Wochenende ist etwas ganz Besonderes für Porsche“, so Schramm. „Wir sehen hier die WEC als Profi-Serie, die Entwicklungsserie Porsche Carrera Cup Deutschland und den Porsche Sports Cup als Plattform für Breitensportler – und das alles unter dem Dach unserer Marke. Hier wird unsere Motorsport-Pyramide gelebt, die vom
Einsteigersport bis zur Weltmeisterschaft reicht. Viele Fahrer aus der FIA WEC habe ich vor einigen Jahren als junge Piloten im Carrera Cup begrüsst, und heute sind sie LMP1-Piloten: So viele Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft zusammenzubringen, das macht uns als Marke stolz.“