Samstag, 25. November 2017
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FIA WEC
15.10.2017

Regen, Nebel, Abbruch – Porsche 919 Hybrid auf den Plätzen drei und vier

Das Porsche LMP Team musste sich beim siebten von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft mit den Plätzen drei und vier begnügen. Das Sechsstundenrennen auf dem Fuji International Speedway war geprägt von Dauerregen und Nebel bei nur 14 Grad Luft- und 16 Grad Asphalttemperatur. Unterbrechungen und Neutralisationsphasen beeinflussten den Rennverlauf.

Neel Jani (CH), André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB) belegten Platz drei. Die diesjährigen Le-Mans-Sieger und Tabellenführer Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) waren von der Poleposition gestartet und wurden Vierte. Bamber konnte immerhin mit der schnellsten Rennrunde glänzen (1.37,702 Minuten in Runde 19 von letztlich 115). Der zweite Rennabbruch erfolgte nach vier Stunden und 31 Minuten, danach kam es zu keinem Neustart mehr. Damit waren knapp über 75 Prozent der Renndauer abgelaufen und die Bedingung für die volle Punktevergabe gegeben.

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Porsche liegt in der Hersteller-WM mit nun 270 Punkten weiter an der Spitze, nach dem Doppelsieg beim Heimrennen folgt Toyota mit 211,5 Zählern. In der Fahrer-WM haben Bamber/Bernhard/Hartley jetzt 172 Punkte und damit noch 39 Punkte Vorsprung auf die besten Toyota-Fahrer. Jani/Lotterer/Tandy liegen mit 98 Punkten weiterhin auf Tabellenrang vier. Beim achten WM-Lauf am 5. November in Shanghai (CN) will Porsche den Matchball zur Titelverteidigung verwandeln.


So lief das Rennen für die Startnummer 1

André Lotterer startete von Platz zwei. Das Safety-Car führte das Feld an, am Ende der fünften Runde wurde das Rennen trotz Regens freigegeben. Der Deutsche fiel in Runde sechs hinter beide Toyota auf Position vier zurück. Nach einer Berührung mit dem Nummer-8-Toyota von Sébastian Buemi fehlte vorne rechts am Porsche ein Flap. Nach einer halben Stunde verdichtete sich der Nebel, dennoch holt Lotterer auf. Ende der 22. Runde überholte er den Nummer-7-Toyota von Kamui Kobayashi und wurde Dritter. Zur 29. Runde übernahm das Safety-Car erneut die Führung. Nach 33 Umläufen holte das Team Lotterer an die Box. Neel Jani übernahm, die Fronthaube wurde getauscht und erneut kamen Regenreifen zum Einsatz. Ende der 39. Runde wurde das Rennen mit der roten Flagge unterbrochen. Der Schweizer war zu diesem Zeitpunkt Vierter. Er fuhr weiter, als das Rennen um 12:50 Uhr wieder gestartet wurde und lag auf Platz drei hinter den beiden Toyota. Nach 60 Umläufen – das Safety-Car war erneut auf der Strecke – übernahm Nick Tandy, es wurden keine Reifen gewechselt. Zur 77. Runde, als der Nummer-8-Toyota zur Box fuhr, übernahm der Brite die Führung. Er stand unter Druck von José María López im Nummer-7-Auto.

Nach 79 Umläufen ging das Safety-Car erneut auf die Strecke. Beim Restart nach 87 Runden hielt Tandy die Führung. Ein LMP2-Unfall rief das Safety-Car allerdings sofort wieder auf den Plan. Bei der nächsten Rennfreigabe nach Runde 94 konnte sich Tandy nicht gegen die beiden Toyota wehren und fiel auf Platz drei zurück. Nach dem nächsten Boxenstopp am Ende der 100. Runde übernahm Jani mit frischen Reifen, die Reihenfolge blieb unverändert. Als er Mike Conway im Nummer-7-Toyota angreifen wollte, rückte zur 111. Runde im wieder dichter werdenden Nebel ein weiteres Mal das Safety-Car aus. Nach der 114. Runde wurde das Rennen endgültig abgebrochen.


So lief das Rennen für die Startnummer 2

Earl Bamber fuhr seinen ersten WEC-Start im 919 Hybrid. Als das Safety-Car zur sechsten Runde ausscherte, verteidigte er die Führung. Zu Beginn der zweiten Safety-Car-Phase, die Ende der 28. Runde wegen Nebels begann, betrug sein Vorsprung auf den Nummer-8-Toyota zwölf Sekunden. Als das Rennen nach 39 Umläufen mit der roten Flagge unterbrochen wurde, hatte er als einziger der vier LMP1 noch nicht getankt. Um 12:50 Uhr ging das Rennen hinter dem Safety-Car weiter. Der Neuseeländer bog gleich zum Tankstopp ab und Timo Bernhard übernahm nach 40 Runden mit frischen Regenreifen. Er wurde nun Vierter hinter den beiden Toyota und Neel Jani. In der 56. Runde überrundete ihn der Nummer-8-Toyota. Sekunden später wurde die nächste Safety-Car-Phase ausgerufen. Nach 63 Umläufen übergab Bernhard an Brendon Hartley, der mit frischen Regenreifen hinter dem Safety-Car als Vierter in der LMP1-Klasse weiterfuhr. Ende der 65. Runde gab das Safety-Car das Rennen wieder frei. Nach 79 Umläufen ging es erneut auf die Strecke, ebenso wie nach 88 und 111 Runden. Bis zum Abbruch nach 114 Umläufen hatte Hartley keine Chance mehr, sich zurückzurunden. Bei Rennende stand er zum Nachtanken an der Box. 


Das Porsche LMP Team nach dem Rennen

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Heftiger Regen und zeitweise dichter Nebel, Start hinter dem Safety Car, zwei Rennabbrüche, viele Safety-Car- und Gelbphasen – wir können froh sein, dass unter diesen widrigen Umständen heute nichts Schlimmes passiert ist. Letztendlich gab es einen glücklichen Doppelsieg für Toyota, aber wir waren in Schlagdistanz und werden alles daran setzen, in Shanghai einer erfolgreichen Titelverteidigung näher zu kommen.“

Andreas Seidl, Teamchef: „Glückwunsch an Toyota zum Sieg hier in Fuji. Das Pendel schlug heute mehrmals in die eine oder andere Richtung aus. Vor der ersten Rennunterbrechung haben wir gepokert – wäre sie endgültig gewesen, hätte unser Porsche mit der Startnummer 2 gewonnen. Beim Timing der zweiten roten Flagge hatten wir Pech. Wäre das Rennen danach weitergelaufen, hätten wir mit unserer Startnummer 1 gegen den Nummer-7-Toyota um den Sieg gekämpft. Generell haben wir uns hier schwer getan, die Reifen bei den Restarts in das Arbeitsfenster zu bringen, in dem sie richtig arbeiten. Dadurch gerieten wir immer wieder in Rückstand. Wichtig ist, dass wir Punkte für die beiden WM-Wertungen einsammeln konnten. Es war ein sehr, sehr schwieriges Rennwochenende für die Fahrer und unser Team bei diesen Bedingungen. Aber es hat sich keiner aus dem Konzept bringen lassen. Dafür möchte ich mich bei allen bedanken.“