Montag, 20. November 2017
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
FIA WEC
04.09.2017

Porsche LMP Team feiert überlegenen Doppelsieg in Mexiko

Dem Porsche LMP Team ist in Mexiko-Stadt ein weiterer großer Schritt in Richtung Titelverteidigung gelungen: Beim fünften Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez erzielte die Mannschaft aus Weissach mit den beiden Porsche 919 Hybrid einen überlegenen Doppelerfolg. Die diesjährigen Le-Mans-Sieger und aktuellen Tabellenführer Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) gewannen vor ihren Teamkollegen Neel Jani (CH), André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB). 

Entgegen der Prognosen ging das gut besuchte Sechsstundenrennen komplett trocken und damit unverfälscht von Wetterkapriolen über die Bühne. Die beiden Porsche 919 Hybrid überrundeten die Konkurrenz von Toyota. Hartley fuhr die schnellste Rennrunde. 

Anzeige
Die Zwischenbilanz nach 30 Einsätzen des Porsche 919 Hybrid von Anfang 2014 bis heute lautet nun: 17 Polepositions, 16 Siege – darunter sechs Doppelsiege – und zehn schnellste Rennrunden. 2017 sollen der jeweils dritte Hersteller- und Fahrerweltmeistertitel hintereinander folgen. In der Hersteller-WM führt Porsche mit 198 Punkten vor Toyota 141,5. In der Fahrerwertung vergrößerten Bamber/Bernhard/Hartley mit nun 134 Zählern den Abstand auf das bestplatzierte Toyota-Trio auf 41 Punkte. Jani/Lotterer/Tandy verbesserten sich auf den dritten Tabellenplatz (64 Punkte). Bereits am 16. September startet die WEC zum sechsten von neun WM-Läufen auf dem Circuit of The Americas im texanischen Austin (USA).


So lief das Rennen für die Startnummer 1:

Nick Tandy startete von Position zwei und blieb dem Schwesterauto auf den Fersen. Er tankte nach 40 Runden und übergab nach 80 Runden an André Lotterer. Weil Tandy das Tempolimit in der Boxengasse überschritten hatte, absolvierte Lotterer Ende der 91. Runde eine Durchfahrtsstrafe, die gut 20 Sekunden kostet. Damit verlor der Porsche mit der Startnummer 1 den Anschluss an das führende Schwesterauto. Lotterer tankte nach 120 Umläufen und übergab nach 160 Runden an Neel Jani. Noch in der Boxengasse überrundete der Schweizer den Nummer-8-Toyota. Er tankte nach 181 Runden während einer Neutralisationsphase (Full Course Yellow) und fuhr mit frischen Reifen weiter. Im 190. Umlauf überrundete Jani auch den anderen Toyota. Am Ende der 200. Runde nutzte das Team erneut eine „Full Course Yellow“-Situation, um noch einmal Kraftstoff nachzufüllen. Der zum Rennende erwartete Regen blieb aus. Nach 237 Umläufen holte der Eidgenosse einen letzten Schluck Benzin und fuhr nach 240 Runden als Zweiter ins Ziel.


So lief das Rennen für die Startnummer 2:

Brendon Hartley ging von der Pol-Position souverän in Führung. In der dritten Runde fuhr er die Bestzeit des Rennens in 1.25.730 Minuten. Der Neuseeländer tankte nach 39 Runden und reichte den 919 Hybrid nach 79 Umläufen an Earl Bamber weiter. Der zweite Kiwi im Team hielt nach 119 Runden zum Nachtanken. Dabei wurde ein defekter Fuel-Flow-Meter-Sensor gewechselt – das Messinstrument, mit dem der Kraftstoffverbrauch kontrolliert wird. In der 121. Runde, zur Halbzeit des Rennens, überrundete Bamber den ersten Toyota und im 136. Umlauf auch den zweiten. Nach 159 Runden übergab Bamber an Timo Bernhard. Für dessen ersten Tankstopp nach 182 Umläufen nutzte das Team eine Neutralisationsphase (Full Course Yellow) und stellte den Porsche dabei auch auf neue Reifen. Bei der nächsten „Full Course Yellow“-Phase nach 199 Runden zog das Team erneut den nächsten Tankstopp vor. Bernhard fuhr als Führender mit einer halben Minute Vorsprung weiter. Nach 238 von 240 Rennrunden musste er noch einmal kurz an die Zapfsäule, dann stand dem überlegenen Sieg nichts mehr im Weg.


Das Porsche LMP Team nach dem Rennen

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Nie war der 919 Hybrid dominanter als hier. Im freien Training und Qualifying lagen wir vorn, jetzt der Doppelsieg. Wir haben eine beeindruckende Performance unseres Prototypen und eine sensationelle Teamleistung erlebt. Danke an die Mannschaft vor Ort, danke an das Entwicklungszentrum in Weissach und danke an die gesamte Porsche AG.“

Andreas Seidl, Teamchef: „Glückwunsch an das ganze Team hier an der Strecke und daheim in Weissach zu diesem souveränen Doppelsieg heute. Nach dem Nürburgring-Rennen haben wir bei einem weiteren Test in Barcelona sowie in den Wochen danach sehr, sehr hart gearbeitet, um den Porsche 919 noch weiter zu verbessern. Heute kam es bei den sich ständig ändernden Streckentemperaturen darauf an, jeweils zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Reifen unterwegs zu sein. Dies ist uns zusammen mit den Kollegen von Michelin sehr gut gelungen. Großer Dank auch an unsere sechs Fahrer. Trotz des hohen Tempos und des teilweise schwierigen Überrundungsverkehrs haben sie beide Porsche ohne einen Kratzer ins Ziel gebracht. Wir bleiben fokussiert und bereiten uns ab morgen auf das nächste WEC-Rennen in Austin vor.“