Montag, 11. Dezember 2017
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
FIA GT World Cup
24.11.2017

HCB-Rutronik Racing beweist in Macau exzellentesTeamwork

HCB-Rutronik Racing hat beim FIA GT-Weltcup in Macau ein sportlich enttäuschendes Wochenende erlebt, kann mit der Leistung des Teams aber dennoch zufrieden sein. Nach einer Massenkarambolage im Qualifikationsrennen am Samstag entschied das Team, nur einen der beiden Audi R8 LMS wieder aufzubauen. Diese Mammutaufgabe meisterten die Mechaniker auf beeindruckende Art und Weise und sind bestens gerüstet für 2018.

HCB-Rutronik Racing stellte sich mit FIA Formel-E-Champion Lucas di Grassi und DMV GTC-Meister Fabian Plentz in Macau einer der wohl größten Herausforderungen im Motorsport. Der Guia Circuit gilt mit seinen 6,2 Kilometern Länge und dem Wechsel von extrem schnellen zu sehr langsamen Kurven als enorm anspruchsvoll. Lucas di Grassi gelang es, im Qualifying sich als drittbester Audi unter den Top 10 zu qualifizieren und somit eine gute Ausgangslage für das Qualifikationsrennen zu schaffen.

Anzeige
Dass man in Macau aber auch ganz unverschuldet in Probleme kommen kann, erlebten die Piloten von HCB-Rutronik Racing am Samstag. Im Qualifikationsrennen drehte sich Mercedes-Pilot Daniel Juncadella, blockierte die Strecke und löste eine Kettenreaktion aus. Gleich zwölf Autos schoben sich ineinander, Lucas di Grassi wurde in seinem Audi R8 LMS buchstäblich auf die Hörner genommen. Weiter hinten konnte Fabian Plentz nicht mehr ausweichen und krachte mit seinem Sportwagen in den Pulk aus havarierten Fahrzeugen.

„Da war wirklich nichts zu machen“, sagte Plentz nach dem Crash. „Selbst auf den hinteren Plätzen war eine Kollision nicht zu vermeiden. Es ging einfach alles wahnsinnig schnell, sodass auch die Marshalls keine Chance hatten zu reagieren. Es ist natürlich extrem schade, nach nur einer halben Rennrunde beide Einsatzfahrzeuge abstellen zu müssen.“

Das Qualifikationsrennen wurde aufgrund von Bergungsarbeiten unterbrochen, beim Re-Start waren nur noch acht der ursprünglich 20 Autos am Start. Nach einer kurzen Schadensanalyse entschied HCB-Rutronik Racing, nur di Grassis Auto wieder aufzubauen. Die Mechaniker legten eine Nachtschicht ein und tauschten sämtliche beschädigten Fahrzeugteile aus. Pünktlich zum Rennen war der Audi wieder startklar – und di Grassi mehr als beeindruckt.

„Das war wirklich eine herausragende Teamleistung“, sagte der Brasilianer, der im Hauptrennen allerdings nach einem Unfall in Runde fünf ausfiel. Di Grassi: „Ich hätte mich natürlich gerne mit einem guten Ergebnis beim gesamten Team bedankt.“ Teamleiter Markus Meser konnte den schwierigen Umständen aber dennoch etwas Positives abgewinnen: „Wir haben bewiesen, wozu wir in der Lage sind. Wir konnten die Zeiten der Top-Teams und Fahrer mitgehen. Diese Erfahrung hat uns als Team noch stärker gemacht und wir brauchen uns vor den anstehenden Herausforderungen nicht verstecken.“ 2018 plant HCB-Rutronik Racing nach dem erneuten Titelgewinn in der DMV-GTC zusätzlich auch beim ADAC GT Masters an den Start zu gehen.