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24h Le Mans
16.06.2016

Corvette Racing in Le Mans

Vor einem Jahr stand Corvette Racing nach dem achten Sieg beim bekanntesten Langstreckenrennen der Welt ganz oben auf dem Siegertreppchen. Nun steht die neue Saison vor der Tür – und eine neue Gelegenheit für Corvette Racing, beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans einen Sieg einzufahren. Gelingt das, würde Corvette Racing ein neues Kapitel in der Geschichte des Teams und der Rennsportaktivitäten von Chevrolet schreiben.

Corvette Racing nimmt 2016 zum 17. Mal in Folge am Rennen von Le Mans teil und tritt in der GTE-Pro-Klasse mit zwei Chevrolet Corvette C7.R an. Die Chancen des Teams stehen gut, im Rennen zu bestehen, das angesichts der Anzahl der Teams und Hersteller in dieser Klasse härter sein dürfte als in den vergangenen Jahren.

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Man bedenke Folgendes: Corvette Racing hat fünf Triple-Crown-Rennen in Folge gewonnen – das 24-Stunden-Rennen Rolex 24 At Daytona (2015, 2016), das Mobil 1-Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring (2015, 2016) und das 24-Stunden-Rennen von Le Mans (2015). Kein anderes Sportwagenteam in einer beliebigen Klasse kann eine vergleichbare Leistung vorweisen.

Corvette Racing hat insgesamt 21 Mal ein Triple-Crown-Rennen gewonnen. Oliver Gavin, Tommy Milner und Jordan Taylor gewannen mit ihrer No. 64 Corvette im letzten Jahr das Rennen von Le Mans in der GTE-Pro-Klasse mit fünf Runden Vorsprung, nachdem die No. 63 im Qualifying einen Unfall hatte und nicht starten konnte. Alle drei Fahrer sind dieses Jahr wieder am Start, um den Titel zu verteidigen.

Antonio García fuhr beim diesjährigen Testtag in der No. 63 Corvette C7.R die schnellste Rundenzeit. Er wird im Team mit Jan Magnussen und Ricky Taylor antreten. Die No. 64 Corvette fuhr mit Gavin hinterm Steuer die viertschnellste Zeit.

Die Corvette Racing und die Corvette C7.R sind nicht die einzigen bewährten Leistungsträger – auch die Fahreraufstellung kann sich sehen lassen. Die sechs Fahrer blicken auf insgesamt 52 Starts und 15 Siege in Le Mans zurück. Gavin hat fünf Siege (alle mit Corvette Racing) eingefahren, Magnussen vier (alle mit dem Team), García drei (davon zwei mit Corvette Racing), Milner zwei (beide mit Corvette Racing) und Taylor einen im vergangenen Jahr.

Auf das Konto des Corvette Racing-Programms gehen vor dem Start des diesjährigen Rennens von Le Mans 99 Siege. Damit könnte das Team die erste Mannschaft der IMSA sein, die die Marke von 100 Siegen knackt. Neun verschiedene Fahrer in drei verschiedenen Klassen mit vier Corvette Modellen haben bislang in Le Mans für Corvette Racing gesiegt.

In der Liste der Konkurrenz in der GTE-Pro-Klasse finden sich in diesem Jahr viele bekannte Namen. Viele der Teams und Hersteller, mit denen Corvette Racing sich in Le Mans messen wird, traten auch bei der IMSA WeatherTech SportsCar Championship an. Gavin, Milner und die No. 4 Corvette C7.R führen in den GT Le Mans (GTLM)-Fahrer und Teamwertungen. Chevrolet liegt seit vier Rennen an der Spitze der Herstellerwertung. Jordan und Ricky Taylor haben zwei Gesamtsiege für Wayne Taylor Racing in ihrer Corvette Daytona Prototype erzielt und führen in der Prototyp-Fahrerwertung.

Am Testtag fuhr die Corvette C7.R mit neuen Spezifikationen zum ersten Mal in Le Mans. Sie erfüllt das diesjährige Reglement des Automobile Club de l'Ouest an GT-Autos, die sowohl in der GTE-Pro- als auch in der IMSA GTLM-Klasse starten. Gegenüber dem Vorjahresfahrzeug wurde eine Reihe von aerodynamischen Anpassungen vorgenommen, unter anderem ein größerer Frontsplitter und Heckdiffusor. Seitenschweller und neu positionierte Kotflügel zählen ebenfalls zu den wichtigsten Veränderungen, ebenso wie neue Sicherheitseigenschaften, die mittlerweile für alle GTE-Pro- und GTLM-Fahrzeuge vorgeschrieben sind.

All diese Aspekte sowie die speziellen Michelin-Reifen für die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft standen im Mittelpunkt der technischen Vorbereitungen und Praxistests von Corvette Racing.
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