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USCC
02.06.2015

Schultis und van der Zande mit Klassensieg in Detroit

Die deutsch-amerikanische Mishumotors-Starworks-Mannschaft hat beim fünften Lauf der Tudor USCC-Serie in Detroit den Klassensieg in der LMPC-Klasse errungen. Mirco Schultis und Renger van der Zande erzielten beim turbulenten Lauf auf dem temporären Strassenkurs im Belle Isle Park einen sechsten Gesamtrang und den Sieg in der LMPC-Klasse. Es war das erste Mal, dass die Kategorie im Rahmen der im Vorjahr gegründeten Serie auf dem Indycar-Traditionskurs antrat.
 
Mirco Schultis war nach dem Rennen begeistert: „Es war das erste Mal in meiner dreijährigen Karriere in den USA, dass wir uns auf einen Stadtkurs gewagt haben. Bisher waren diese Kurse entweder für die Autos unserer Klasse nicht im Kalender oder wir haben wegen der Gefahr, den Wagen an den Betonmauern zu zerstören, darauf verzichtet. Jedoch hat mir das flüssige und schnelle Streckenlayout sofort zugesagt.“
 
Auch eine technische Neuerung kam der Mannschaft zugute: „Das Auto lag das ganze Wochenende super – nicht zuletzt, weil wir bei den Bremsen wieder auf Material von Brembo gewechselt sind. Die Bremsen waren danach endlich wieder top.“
 
Mit Klassenrang drei im Qualifying erzielte Schultis das beste Qualifikationsergebnis in seiner US-Karriere. Jedoch wurde das gute Ergebnis beinahe schon beim Start entwertet. „Noch vor dem Start ist mir der Core Autosport LMPC in einem Gedränge ins Heck reingefahren und hat mich in einen anderen Wagen vor mir gedrückt. Das Auto war danach aerodynamisch nicht mehr so top, aber zum Glück noch fahrbar. Im Rennen war ich dennoch eine halbe Sekunde schneller als im Qualifying.“
 
Durch einen schnellen Pitstop gewann die Starworks-Truppe noch einmal einen Platz, sodass der zwischenzeitlich auf Platz vier gewertete Wagen mit van der Zande am Steuer auf Position drei ins Rennen zurück kam. Dann eliminierten sich die Konkurrenten zum Teil selber: Ein Zusammenstoß zwischen dem RSR-LMPC und dem Wagen von PR1-Mathiasen ließ van der Zande auf Platz zwei nach vorne rutschen. Beim Restart machte der Niederländer trotz des einsetzenden Regens, der die Streckenverhältnisse auf dem mit unterschiedlichen Belägen versehenen Kurs noch schwieriger gestaltete, kurzen Prozess mit dem vor ihm liegenden Performance Tech-LMPC und kassierte diesen in Runde 38 für die Klassenführung ein. Am Ende kreuzte der Niederländer in einer turbulent verlaufenden Endphase des von 3 SC-Phasen unterbrochenen Rennens die Ziellinie mit einem Vorsprung von 16s auf den #85 JDC Miller Motorsports LMPC und liess auf Gesamtrang sechs sogar noch zwei der eigentlich stärkeren Prototypen aus der Top-Klasse hinter sich. 
 
„Wir sind zum ersten Mal überhaupt auf einem Straßenkurs angetreten und ich muss sagen, dass mir der Kurs mit seinen schnellen Kurven sehr gut gefallen hat. Das Auto war das ganze Wochenende fantastisch vorbereitet und Renger hat am Ende einen fantastischen Job gemacht. Am Start hab ich zwar einen ziemlichen Schlag ins Heck bekommen, aber wir haben uns danach gut aus der Affäre gezogen“, fasste Mirco Schultis den Rennverlauf zusammen.
 
Sechs Wagen starteten in der LMPC-Klasse beim ersten Auftritt der Chevrolet-befeuerten Oreca FLM 09-Prototypen auf dem Strassenkurs des Belle Isle Park. Die Klassen-Pole auf dem 2,35 Meilen langen Kurs hatte sich der Performance Tech LMPC von James French mit einer Zeit von 1:29,317 gesichert.
 
Turbulent verlief schon der Start in der Klasse: Nachdem sich im Gedränge der Formation Lap mehrere Wagen berührten, musste das meisterschaftsführende Core Autosport Team die Box für einen fünf Runden langen Reperaturstopp anlaufen. Die Führung hatte im ersten Renndrittel des auf 100 Minuten Dauer angelegten Rennens der Performance Tech-LMPC vor den Wagen von RSR, JDC-Miller und Mishumotors-Starworks mit Pilot Mirco Schultis am Steuer inne.
 
Nach der ersten SC-Phase aufgrund des Mauerkontakts der Riley-Viper wechselte das Gros der Teams die Besatzungen beim obligatorischen Boxenstop aus. Die Performance Tech-Mannschaft blieb weiter in Front.
 
Ein Regenschauer zur Rennmitte sorgte für die nächste SC-Phase. Bruno Junqueira drehte sich im Zweitplazierten RSR-LMPC in Turn eins und der quer auf der Strecke stehende Wagen wurde vom PR1 Mathiasen-LMPC von Tom Kimber-Smith torpediert. Während der Brite mit abgerissener Radaufhängung auf der Strecke strandete, schleppte sich Junqueira an die Box zurück wo das Team sich zwar noch mal um eine Reperatur bemühte, die jedoch nicht gelang.
 
Beim Restart schnappte sich der mittlerweile auf Platz zwei geführte Renger van der Zande im Mishumotors-Starworks-LMPC den JDC-Miller-LMPC von Pilot Stephen Simpson und baute trotz einer erneuten SC-Phase und sich verstärkenden Regens die Führung bis zum Fallen der Flagge auf 16s aus. Zweitplazierte Mannschaft wurde in Detroit der JDC-Miller LMPC von Simpson/Goikhberg vor dem 10s dahinter liegenden Performance Tech LMPC von French/Vance.
 
In der Punktewertung der LMPC-Klasse führt nun Core Autosport mit 128 Punkten vor JDC (122), RSR (118) und Mishumotors (116) die sich mit dem ersten Klassensieg des Jahres auf Rang 4 der Wertung verbessern konnten. Der nächste Lauf der Serie findet am 28. Juni mit den 6 Stunden von Watkins Glen statt.
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