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Rallye DM
21.10.2014

Ruben Zeltner wünscht sich mehr Gegner

Bereits vor dem Finallauf der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) ist Ruben Zeltner der Meistertitel 2014 in der DRM und dem ADAC Rallye Masters sicher. Für Zeltner ist es der bislang größte Erfolg seiner Laufbahn. Der gebürtige Schwabe begann seine Rallye-Karriere auf dem Beifahrersitz und startete in den 80er Jahren in der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft.

Er stieg bis in das Werksteam von Volkswagen auf, wo er als Co-Pilot mit Raimund Baumschlager unterwegs war. Seinen ersten Einsatz als Fahrer absolvierte er 1999, den ersten DRM-Start im Jahr 2001. Hier sorgte er in den vergangenen Jahren vor allem mit seinem Porsche 911 GT3 für Furore und holte in diesem Jahr für die Marke aus Zuffenhausen den ersten DRM-Titel seit dem Erfolg von Ludwig Kuhn / Klaus Hopfe im Jahr 1977.

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Ruben, zunächst Glückwunsch zu dieser phänomenalen Saison 2014 und deinen Meistertiteln. Wie fühlt sich das an?
Ruben Zeltner: „Ein richtig gutes Gefühl. Den Gewinn der Meisterschaft haben wir uns als Team am Saisonbeginn fest vorgenommen. Das jetzt gemeinsam zu erreichen ist für uns absolut das Größte!“

Was war dein persönliches Saison-Highlight – dein größtes AHA-Erlebnis?
Ruben Zeltner: „Es klingt zwar komisch, aber die drittschnellste Zeit bei der ADAC Sulinger Land auf dem IVG Gelände war mein persönliches Saison-Highlight. Diese Wertungsprüfung ist ganz eng, rutschig und extrem selektiv. Vor dieser Prüfung haben unsere Gegner uns mitleidig angelächelt und gemeint, dass diese Prüfung doch gar nichts für den Porsche sei. Eine unorthodoxe Reifenwahl und perfektes Zusammenspiel mit meiner Frau Petra haben eine exzellente Zeit gebracht, was unsere Mitbewerber danach etwas ins Grübeln brachte. Ab diesem Zeitpunkt haben unsere Mitbewerber gewusst, dass wir ein ernsthaftes Wörtchen um die Meisterschaft mitreden werden.“

Der Erfolg hat meist mehrere Väter. Verrate uns doch mal deine Erfolgsfaktoren.
Ruben Zeltner: „Ich habe das schon oft betont. Rallyesport ist Teamsport.
Das fängt bei den Sponsoren und Partner an, ohne die du ja gar nicht beginnen kannst. Dann kommen die Techniker, die uns ein Traumauto hingestellt haben und das Zebra (Porsche 911 GT3) mit einem extremen Zeitaufwand am Laufen hielten. Danach möchte ich erst über die Leistung im Auto sprechen. Das Zusammenspiel zwischen Co-Pilot und Fahrer muss einfach perfekt passen. Der allerletzte Baustein ist dann der Fahrer, der noch ein „bisserl Gas“ geben sollte. Wenn wir jetzt unsere Ergebnisse Revue passieren lassen, haben bei uns wohl alle Erfolgsfaktoren am besten gepasst.“

Du kannst jetzt völlig befreit und ohne Druck bei der ADAC 3-Städte-Rallye starten. Hast du dir trotzdem ein Ziel gesetzt?
Ruben Zeltner: „Nach einer so derartigen Saison gibt es für uns eigentlich nur ein Ziel: möglichst weit oben auf dem Treppchen zu stehen. Das wiederum hängt von den äußeren Einflüssen wie Wetter und Wertungsprüfungen ab. Unser Start hing am seidenen Faden, da wir bei der ADAC Rallye Baden-Württemberg einen Motorschaden hatten und es zeitlich und finanziell fast unmöglich gewesen wäre, die aufwändige Reparatur durchzuführen.
Wir sind absolut froh und dankbar, dass uns für die ADAC 3-Städte-Rallye unser Motoren- und Getriebebauer Rinaldi Racing aus Mendig einen Leihmotor bereitstellt. Damit wir für den Finallauf auch antriebsseitig auf der sicheren Seite sind, rüstete Drexler Motorsport uns mit neuen Antriebswellen aus. Ich bin wirklich dankbar und froh, dass wir solche exzellenten Partner an unserer Seite haben.“

Wie gefallen dir die Strecken und der Flair um den Finallauf?
Ruben Zeltner: „Wir haben diese Rallye schon zweimal gewinnen können. Daher gefallen mir die Strecken sehr gut. Auch das spezielle Ambiente bei der Siegerehrung ist schön, die traditionell im Haslinger Hof stattfindet. Für meine Mechaniker ist das immer ein perfekter Saisonabschluss, wo sie es richtig krachen lassen. Das haben Sie sich auch verdient!“

Was wünscht du dir für das Rallye-Jahr 2015? Wirst du deinen Titel verteidigen?
Ruben Zeltner: „Als erstes wünsche ich mir Gesundheit und keine Crashs. Wir werden uns gegen Ende des Jahres entscheiden, was wir fahren. Das hängt in erster Linie vom technischen Reglement ab. Ich bin mir sicher, dass es nach unserer Überlegenheit in diesem Jahr Veränderungen bei den Porsches gibt. Was ich mir noch für 2015 wünsche, dass wir mehr Porsches als Gegner hätten. Das würde uns helfen, unsere Leistung auch persönlich etwas besser einzuschätzen. Getreu dem Motto: ‚Viel Feind, viel Ehr!‘“