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05.08.2013

Sieg und Ärger für Martin Ragginger in Südkorea

Aufregende Tage erlebte Martin Ragginger beim fünften Rennwochenende des Porsche Carrera Cup Asien in Südkorea: Nach turbulenten Rennverlauf mit mehreren Unfällen, Drehern und einer Safety-Car-Phase war der 25-Jährige beim ersten Rennen souverän als Erster über die Ziellinie gefahren – bekam jedoch aufgrund eines angeblichen Frühstarts eine 30-Sekunden-Zeitstrafe.

Besonders ärgerlich: Während Martin seine Zeitstrafe akzeptierte, kam Earl Bamber, „Raggis“ aktuell härtester Konkurrent im Kampf um den Titel im asiatischen Carrera Cup, ungeschoren davon. Dabei hatte der Neuseeländer zuvor seine schnellste Rennrunde unter gelber Flagge gedreht – ein klarer Regelverstoß. Doch Martins Antwort folgte am Sonntag auf der Strecke: Mit einem überlegenen Start-Ziel-Sieg.

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Die positiven Nachrichten vorweg: Mit seinem vierten Saisonsieg im neunten Rennen wahrte Martin Ragginger im Kampf um den Gesamtsieg im Porsche Carrera Cup Asien weiterhin alle Chancen: Gerade einmal 13 Punkte trennen den 25-jährigen Salzburger und sein österreichisches Team Eagle drei Rennen vor Schluss vom Tabellenführer Earl Bamber aus Neuseeland. Auch aus sportlicher Sicht hat sich die weite Reise nach Südkorea, wo wenige Kilometer außerhalb der Hauptstadt Seoul die Rennen acht und neun des asiatischen Porsche-Markenpokals stattfanden, für Martin Ragginger auf jeden Fall gelohnt. Schließlich fuhr „Raggi“ zweimal als Erster über die Ziellinie.

Leider jedoch spielte an diesem Rennwochenende aber die Politik die Hauptrolle, zum großen Ärger Martin Raggingers: „Aus meiner Sicht ist es vollkommen unakzeptabel, was während des ersten Rennens hier in Korea passiert ist. Eine internationale Meisterschaft darf nicht auf diese Weise auf dem grünen Tisch beeinflusst werden.“ Doch was war geschehen: Im ersten Rennen am Samstag startete der junge Salzburger von Startposition zwei ins Rennen und übernahm schon in der ersten Runde die Führung von Pole-Setter Earl Bamber. Aus dem harten, aber fairen Duell um die Spitze wurde ein spektakulärer Dreikampf, als der Drittplatzierte Alexandre Imperatori seine Chance witterte.

Nach einer Kollision zwischen Bamber und Imperatori, bei der beide Konkurrenten weit zurückfielen, schien das Rennen für Martin Ragginger entschieden. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Einerseits wurde Martin mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe wegen eines angeblichen Frühstarts belegt und nach dem Rennen auf Rang 20 strafversetzt. Zudem drehte Earl Bamber während einer Safety-Car-Phase unter gelber Flagge seine schnellste Rennrunde – ohne jedoch dafür bestraft zu werden.

Und es kam noch kurioser: „Wir haben natürlich Protest eingelegt. Nicht gegen meine Strafe, sondern gegen die Nicht-Bestrafung Earls. Der Protest wurde jedoch abgelehnt und darüber hinaus bekam unser Team die Protest-Gebühr zurückerstattet – ein vollkommen unüblicher und unverständlicher Vorgang“, wunderte sich Martin Ragginger über die scheinbare Willkür der Rennleitung.

Aktuell sitzt „Raggi“ bereits im Flugzeug zurück nach Österreich, wo am kommenden Wochenende im Rahmen der ADAC GT Masters das große Heimspiel am Red Bull Ring über die Bühne gehen wird.