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24h Nürburgring
23.05.2012

Alle Hoffnungen verrauchten in der Nacht

Keine neun Stunden dauerte heuer das ADAC 24 Stunden-Rennen Nürburgring für das PoLe Racing Team des Porsche Zentrum Lennetal: Beim Saisonhöhepunkt auf dem Eifelkurs mussten beide Porsche GT3 vorzeitig mit einem technischen Defekt abgestellt werden.

Nach der problemlosen Fahrt und dem guten Ergebnis von 2011 stand die 40. Ausgabe des Klassikers unter keinem guten Stern für das Sauerländer Team. „So hart kann Motorsport sein“, sagte ein trauriger Team-Manager Wolfgang Kemper (Menden).

Die Speerspitze im Hagener Team war der GT3-Cup S mit den Piloten Johannes Kirchhoff (Iserlohn), Elmar Grimm (Münster), Gustav Edelhoff (Hemer) und Stephan Epp (Wuppertal). Die vier starteten bei den Specials bis 4000 ccm. Hierfür mussten allerdings 100 Kilogramm Zusatzgewicht ins Auto gepackt werden. „Sonst dürften wir mit dem GT3-Wagen der ersten Generation nicht in dieser Klasse starten“, erläuterte Kemper.

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Im ersten Qualifying dann eine Schrecksekunde, als Grimm im Bereich Hatzenbach von der Strecke abkam und seitlich in einen Reifenstapel krachte. „Beim Bremsen stand ich parallel noch auf dem Gaspedal“, erklärte der 55jährige. „Beide Pedale sind sehr dicht beisammen, was eigentlich bei einem Fahrzeug mit sequentieller Schaltung überflüssig wäre.“ Die Schäden hielten sich in Grenzen, bis zum zweiten Qualifying bekam die Mechaniker-Mannschaft den Porsche instand gesetzt.

Im Rennen lief alles wie am Schnürchen: In der Reihenfolge Grimm-Kirchhoff-Edelhoff wechselten sich die Piloten am Steuer ab und lagen nach 8,5 Stunden auf Gesamtrang 33 im Feld der 169 gestarteten Teams. Die angepeilten Top 25 nach 24 Stunden waren absolut realistisch. In der Klasse bedeutete dieses Rang neun von 17 Fahrzeugen. Stephan Epp, bei diesem Rennen erstmals für das PoLe Racing Team unterwegs, übernahm das Volant gegen 0.20 Uhr. In seiner vierten Runde verrauchte ohne Vorankündigung der Motor. Kemper: „Vielleicht ein Kolbenfresser, wir müssen das genau analysieren.“

Nach noch nicht einmal fünf Stunden war das Rennen für Sebastian Kemper (China), Willi Friedrichs (Schalksmühle), Uwe Kolb (Bad Homburg) und Wolfgang Kemper im seriennahen GT3-RS zu Ende. Dann gab die Kupplung ihren Geist auf. Eine Reparatur wäre sehr zeitintensiv gewesen, daher entschloss sich das Team zur Aufgabe. „Bei unserem RS handelt es sich um ein Straßenauto, bei welchem Aggregate nicht so schnell und einfach getauscht werden können wie bei einem echten Rennfahrzeug“, gab ein geknickter Wolfgang Kemper zu.

Unterm Strich waren natürlich alle Fahrer, Mechaniker und Helfer des Teams wahnsinnig enttäuscht. Nach dem guten Abschneiden im Vorjahr und auch zu Jahresbeginn bei den 24 Stunden von Dubai, verrauchten dieses Mal sprichwörtlich alle Hoffnungen bereits nach ein paar Stunden.

Das PoLe Racing Team des Porsche Zentrum Lennetal konzentriert sich jetzt wieder auf die Saison in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, wo am 23. Juni das vierte Saisonrennen stattfinden wird. Dann werden beide Porsche GT3 in neuer Frische wieder am Start stehen.
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