Freitag, 25. September 2020
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Rallye DM
28.04.2011

Birkenfelder Youngster auf Attacke

Marijan Griebel (21) aus Birkenfeld greift in seinem ersten Jahr in das Geschehen der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) ein. Zum Einsatz bringt er einen Suzuki Swift Sport, der vom Suzuki Händler-Team Saar unterstützt wird. Nach den ersten beiden Läufen zur DRM 2011 liegt der Youngster auf einem guten 5. Platz in der Meisterschaft. Vorausgegangen war ein Divisionssieg beim Saisonauftakt in Schleswig-Holstein sowie ein 2. Platz in seiner Klasse bei der ADAC Hessen Rallye.

Besonders spannend gestaltete sich im bisherigen Saisonverlauf der Zweikampf mit seinem Markenkollegen Sepp Wiegand (Zwönitz),Hessen unterlegen war. Von einer Revanche ist daher bei der Heimveranstaltung von Marijan Griebel auszugehen. Näheres klärt folgendes Interview:

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Marijan, du hast bereits im vergangenen Jahr bei der ADAC Saar-Pfalz-Rallye gezeigt, welches fahrerische Potenzial in dir steckt. Wie war denn dein bisheriger Werdegang im Motorsport – und wie kamst du zum Rallyesport?
Bis zum Jahr 2009 war ich noch auf zwei Rädern im Trial Sport unterwegs. Mein erstes Motorrad bekam ich bereits mit 6 Jahren, ab 2000 fuhr ich dann auch Wettkämpfe. Nach dem Vizeweltmeistertitel in der Nachwuchsklasse 2008 und zwei Teilnahmen am Nationen Grand-Prix für Deutschland wollte ich einmal etwas anderes ausprobieren. Da mein Vater früher schon Rallye fuhr bot sich das natürlich an. Im Nachhinein eine gute Idee, da ich hier auch unglaublich viel Spaß habe und das Ganze von Anfang an super geklappt hat.

Was macht für dich den speziellen Reiz am Rallyesport aus?
Es macht einfach riesigen Spaß, ein Auto im Grenzbereich zu bewegen. Beim Rallye fahren kommt die Besonderheit hinzu, diese Fahrzeugbeherrschung auf verschiedensten Straßenbelägen unter Beweis zu stellen, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Auch gehen die Veranstaltungen nicht nur über zwei oder drei Stunden, wie ein Formel 1 Rennen, sondern man muss über anderthalb Tage voll konzentriert sein, um zu gewinnen.

Dominierend waren bisher deine Duelle mit Sepp Wiegand im baugleichen Suzuki. Wie geht ihr beide auf und neben den Rallyepisten miteinander um?
Gegen einen so starken Gegner wie Sepp bin ich bisher noch nicht gefahren. Auf beiden Rallyes waren wir nur wenige Sekunden voneinander getrennt und es ist, so denke ich, ein Kampf auf Augenhöhe. Abseits der Piste habe ich mich mit Sepp von Anfang an gut verstanden. Sobald wir im Auto sind möchte natürlich jeder gewinnen. Dennoch ist unser Duell bisher immer absolut fair abgelaufen und es macht uns beiden großen Spaß, gegeneinander zu fahren. Besonders attraktiv wird das Duell durch die Tatsache, dass wir dasselbe Fahrzeug fahren und die Leistung somit absolut vergleichbar wird. Die Ausgangsbedingungen  sind identisch und wir wissen, dass bereits der geringste Fehler zu einer Niederlage führen kann.

Sicherlich möchtest du dich für den 2. Platz bei der ADAC Hessen Rallye revanchieren. Wie sieht denn deine Taktik aus?
Ich werde versuchen, vom ersten Meter an voll auf Angriff zu fahren und dabei möglichst keine Fehler zu machen. Ich denke, dass es wieder ein sehr enges Duell wird. Aber wir werden alles geben, um in meiner Heimat einen Sieg einzufahren und die Führung in unserer Division der Deutschen Rallye Meisterschaft zu übernehmen.

Wie würdest du die Prüfungen der ADAC Pfalz-Westrich Rallye charakterisieren und welche Wertungsprüfungen gefallen dir am besten?
Die Wertungsprüfungen, die auch zum Teil beim deutschen Weltmeisterschaftslauf gefahren werden, sind sehr selektiv. Schmale Straßen, viele Kurven und kaum Raum, der irgendwelche Fehler verzeiht. Aber solche Strecken kommen mir in meinem Suzuki Swift Sport entgegen, da ich hier durch fahrerischen Einsatz eher Zeit gegen leistungsstärkere Autos gewinnen kann wie auf weniger selektiven „Vollgasprüfungen“. Bei der Saar-Pfalz-Rallye im letzten Jahr sind wir große Teile der Strecken bereits gefahren und es waren mitunter die schönsten Prüfungen, die ich bis jetzt im Rallyeauto unter die Räder genommen habe. Daher freue ich mich riesig auf das Rallye-Wochenende.

Zum Abschluss noch 2 Fragen: Wie lautet dein Saisonziel und was ist dein persönliches Erfolgsrezept?
Zunächst werde ich versuchen, die Saison in der Deutschen Meisterschaft unfallfrei und mit möglichst vielen Punkten abzuschließen. Wirklich zufrieden wäre ich, wenn ich am Ende die Division für mich entscheiden könnte – wobei das Duell mit Sepp auf einem sehr hohen Level stattfindet, dass es eigentlich keinen Verlierer verdient hat. Für mein Ziel des Divisionssiegs werde ich sowohl auf, als auch neben der Strecke alles geben - ohne dabei den Spaß und die Fairness aus den Augen zu verlieren.