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24h Daytona
31.01.2011

Doppelerfolg für Porsche in Florida

Die Erfolgsgeschichte von Porsche bei den 24 Stunden von Daytona geht weiter. Bei der 49. Auflage des Langstreckenklassikers in Florida feierten die Sportwagen aus Zuffenhausen einen eindrucksvollen Doppelsieg. Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler (Nürtingen) gewann zusammen mit seinen amerikanischen Teamkollegen Andy Lally, Spencer Pumpelly, Steven Bertheau und Brendan Gaughan im von TRG Racing eingesetzten Porsche 911 GT3 Cup die stark besetzte GT-Klasse.

Obwohl sie vom Ende des Feldes starten mussten, hatten sie im Ziel eine Runde Vorsprung vor den für Paul Miller Racing fahrenden Bryce Miller, Tim Sugden, Bryan Sellers und Rob Bell. Für Porsche als erfolgreichstem Hersteller in der Geschichte dieses Rennens war es bereits der 73. Klassensieg.

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„Ich bin glücklich, dieses tolle Rennen nach 2005 zum zweiten Mal gewonnen zu haben“, sagte Wolf Henzler. „Es war ganz schön hart, sich durch das gesamte Feld zu kämpfen. Doch wir hatten ein super vorbereitetes Auto und konnten zum Schluss noch so schnell fahren wie am Anfang.“ Für den Porsche-Werksfahrer war es nach Le Mans und Spa sein dritter Sieg hintereinander bei einem 24-Stunden-Rennen.

Den erfolgreichen Start von Porsche in die Motorsportsaison 2011 komplettierten die Porsche-Werksfahrer Richard Lietz (Österreich) und Marco Holzer (Bobingen), die im 911 GT3 Cup von Magnus Racing zusammen mit den Amerikanern Craig Stanton und John Potter den vierten Platz belegten. Nachdem sie mit dem Brumos-Porsche lange die Führung behaupten konnten, fielen Porsche-Werksfahrer Marc Lieb und seine amerikanischen Teamkollegen Hurley Haywood, Leh Keen und Andrew Davis in der Nacht wegen eines bei einem Ausritt beschädigten Kühlers zurück. In den Morgenstunden musste das von der turbulenten Startphase bis ins Ziel spannende Rennen wegen dichten Nebels für gut zweieinhalb Stunden hinter dem Safety Car fortgesetzt werden. Danach sicherten sie sich mit einer sehenswerten Aufholjagd, bei der sie vom Speed und der Zuverlässigkeit des 911 GT3 Cup profitierten, noch den fünften Platz.

„Unser Porsche 911 GT3 Cup lief im Rennen hervorragend“, sagte Marc Lieb. „Wir hatten gute Chancen auf den Sieg. Doch in einem derart hochklassigen Feld kann man sich keine langen Reparaturzeiten an der Box erlauben.“ Richard Lietz: „Wie sagt man so schön: Knapp daneben ist auch vorbei. Dennoch können wir mit Platz vier zufrieden sein.“ Sein Teamkollege Marco Holzer sah das genauso: „Bei meinem zweiten Daytona-Einsatz lief es deutlich besser als im letzten Jahr. Mein Ziel für 2012 ist damit klar: Da will ich aufs Podium.“

Das erste Glanzlicht auf dem Daytona International Speedway setzte Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister (Langenfeld). Nachdem er im Qualifying mit einer starken Leistung und neuem Rundenrekord auf die Pole-Position gefahren war, setzte er sich auch im Rennen vom Start weg von seinen Verfolgern ab. Mit dem Porsche-Riley baute der Daytona-Gesamtsieger von 2003 seine Führung in den 27 Runden bis zu seinem ersten Boxenstopp auf über 16 Sekunden aus und fuhr dabei auch die schnellste Runde des Rennens. Sein Werksfahrerkollege Patrick Long (USA) lag auf dem zweiten Platz, als er den erstmals von Flying Lizard Motorsports eingesetzten Daytona-Prototypen mit dem Porsche-Sechszylinder-Motor an Seth Neiman (USA) übergab. Der musste nach wenigen Runden einem Konkurrenten ausweichen, der sich vor ihm drehte, geriet neben die Strecke und beschädigte dabei den Unterboden und den Kühler. Durch die fällige Reparatur verlor das Team 19 Runden. Eineinhalb Stunden vor dem Ziel löste sich an der linken Motorseite ein Ölstopfen und das austretende Öl entzündete sich. Eine Reparatur war zu diesem späten Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll.

„Mit der Performance unseres Autos waren wir das ganze Wochenende höchst zufrieden“, sagte Jörg Bergmeister. „Wir konnten uns die Pole-Position sichern und sind die schnellste Rennrunde gefahren. Leider haben wir bereits in der Anfangsphase viel Zeit verloren. Am Ende hat ein durch auslaufendes Öl verursachtes Feuer unsere Aufholjagd vorzeitig beendet.“ Patrick Long sagte: „Das Team Flying Lizard hatte bisher keine Erfahrung mit einem Daytona-Prototypen. Alle haben sich unglaublich schnell in dieses Thema eingearbeitet. Schade nur, dass der große Einsatz jedes einzelnen Teammitarbeiters am Ende nicht belohnt wurde.“

In der Gesamtwertung landete der bestplatzierte Porsche-Riley mit Joao Barbosa (Portugal), Christian Fittipaldi (Brasilien), Max Papis (Italien) sowie den Amerikanern Terry Borcheller und JC France auf dem dritten Platz. Beim Triebwerk des von Action Express Racing eingesetzten Daytona-Prototypen handelt es sich um einen auf privater Initiative entwickelten Achtzylindermotor auf Porsche-Cayenne-Basis. Das mehrmals führende Schwesterauto kam auf dem neunten Platz ins Ziel.

„Auch in diesem Jahr haben die Porsche-Teams das 24-Stunden-Rennen in Daytona deutlich geprägt“, zog Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen eine positive Bilanz. „Der Doppelerfolg in der GT-Klasse war hart erarbeitet. Ein großes Kompliment für die professionelle Vorbereitung. Auch die Mannschaft von Flying Lizard Motorsports hat bei ihrem Einsatz in Daytona eine sensationelle Vorstellung geboten.“


Rennergebnis

Gesamtklassement

1. Pruett/Rojas/Rahal/Hand (USA/MEX/USA/USA), BMW-Riley (DP), 720 Runden
2. Dixon/Franchitti/Montoya/MacMurray (NZ/GB/COL/USA), BMW-Riley (DP), 720
3. Barbosa/Borcheller/France/Papis/Fittipaldi (P/USA/USA/I/BRA), Porsche-Riley (DP), 720

GT-Klasse
1. Henzler/Lally/Pumpelly/Gaughan/Bertheau (D/USA/USA/USA/USA), Porsche 911 GT3 Cup, 685 Runden
2. Miller/Sellers/Bell/Sugden (USA/USA/USA/GB), Porsche 911 GT3 Cup, 684
3. Espenlaub/Foster/Dempsey/Long (USA/USA/USA/USA), Mazda, 681
4. Lietz/Holzer/Stanton/Potter (A/D/USA/USA), Porsche 911 GT3 Cup, 675
5. Lieb/Haywood/Keen/Davis (D/USA/USA/USA), Porsche 911 GT3 Cup, 673
6. Tremblay/Edwards/Christodoulou/Bomarito (USA/USA/GB/USA), Mazda, 670