Montag, 27. Mai 2024
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FIA Formel E
11.04.2024

Die Formel E feiert ihr Misano-Debüt mit Pascal Wehrlein als WM-Spitzenreiter

Die fünf bisherigen Saisonrennen der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft sahen fünf unterschiedliche Sieger – das gab es zuletzt in der Saison 2019/2020. Bei den siegreichen Fahrzeugen dagegen führt der Porsche 99X Electric die Statistik an: Mit dem am bilanziell CO2-neutral arbeitenden Standort Weissach entwickelten Elektrorennwagen gewann Pascal Wehrlein den Saisonauftakt in Mexiko, Jake Dennis fuhr in Saudi-Arabien als Erster über die Ziellinie.

In Misano steuert António Félix da Costa als Teamkollege von Pascal Wehrlein den zweiten vom TAG Heuer Porsche Formel-E-Team eingesetzten Porsche 99X Electric. Für Andretti Formula E, den Rennstall des amerikanischen Motorsportidols Michael Andretti, ist neben Jake Dennis Norman Nato am Start.

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Wie eng es in den ersten fünf Saisonrennen zuging, zeigt sich auch in der Fahrerwertung. Diese führt Pascal Wehrlein mit 63 Punkten an. Es folgen Nick Cassidy (NZL, 61 Punkte), Oliver Rowland (GBR, 54 Punkte) und Jake Dennis (53 Punkte). António Félix da Costa (20 Punkte) ist Elfter, Norman Nato (17 Punkte) liegt auf Rang 14. Das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team ist mit 83 Punkten Zweiter in der Teamwertung und konnte den Rückstand auf Spitzenreiter Jaguar in Tokio auf 17 Zähler reduzieren. Dritter ist Andretti Formula E mit 70 Punkten.

Im Terminplan der Doppelveranstaltung von Misano steht ein zusätzliches freies Training, das sogenannte FP0. Dabei dürfen die Teams nur Rookie-Fahrer einsetzen, die bisher noch kein Formel-E-Rennen bestritten haben. Für das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team absolviert Matt Campbell seine ersten Runden mit dem Porsche 99X Electric. Der Australier zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Porsche-Piloten in den verschiedenen Rennserien. Mit dem Porsche 911 RSR feierte er Klassensiege in Le Mans (2018) und in Sebring (2021). Einer seiner bisher größten Erfolge war im Januar der Gesamtsieg beim prestigeträchtigen 24-Stunden-Rennen von Daytona, bei dem er mit Porsche Penske Motorsport im Porsche 963 triumphierte. 


Stimmen zum Misano E-Prix

Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E: „Im Gegensatz zum Stadtkurs in Tokio ist Misano eine permanente Rennstrecke, zudem eine, die an den Motorradsport angepasst ist. Wir freuen uns darauf, zumal wir auch in dieser Saison bereits gezeigt haben, dass wir auf allen Streckentypen konkurrenzfähig sind. Das Feld liegt sehr eng zusammen, vier Hersteller konnten bisher gewinnen. Porsche ist aber der einzige Hersteller mit zwei Siegen. In Tokio kamen zuletzt alle vier Porsche 99X Electric in die Top-Sechs, das war ein sehr gutes Ergebnis. Wir sind gespannt, wie sich Matt Campbell beim Rookie-Training in unserem Auto schlägt, und freuen uns auf seine Eindrücke.“

Pascal Wehrlein, Porsche Werksfahrer (#94): „In Tokio war die Pace das ganze Wochenende über gut. Daran müssen wir in Misano anknüpfen. Die Strecke hat weniger Bodenwellen als ein Stadtkurs sowie schnelle Kurven. Ich bin dort schon mal in der DTM gefahren, doch mit einem Formel-E-Auto wird das ganz anders sein. Das wird ein wichtiges Wochenende, weil zwei Rennen gefahren werden und doppelte Punkte zu gewinnen sind. Dass ich in der Fahrerwertung führe, zeigt, dass wir als Team einen guten Job machen. Aber die Saison ist noch lang, das wissen wir.“

António Félix da Costa, Porsche Werksfahrer (#13): „In São Paulo und Tokio haben wir das Momentum in eine positive Richtung gedreht. Wir haben im Qualifying Fortschritte gemacht und uns auch im Rennen verbessert. Darauf bauen wir für den Rest der Saison auf. Misano sollte ein gutes Rennen für uns werden. Das Energiemanagement wird auf dieser Strecke eine größere Rolle spielen, was gut ist für uns, und auf neuen Kursen haben wir bisher immer gut ausgesehen. Als Double-Header bietet Misano die Möglichkeit, viele Punkte mit nach Hause zu nehmen.“


Die Strecke

Die Formel E fährt eine auf 3,381 Kilometer verkürzte Variante des auf Motorräder ausgelegten Misano World Circuit Marco Simoncelli, der den Namen der italienischen MotoGP-Legende trägt. Die klassische Rennstrecke an der Adria ist die bisher längste im Formel-E-Kalender 2024. Sie weist 14 Kurven aus sowie für Formel-E-Verhältnisse viele Highspeed-Passagen. Dadurch gewinnt das Energiemanagement an Bedeutung, was ein abwechslungsreiches Rennen verspricht.
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