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24h Le Mans
14.06.2024

Kévin Estre erringt im Porsche 963 die Pole-Position in Le Mans

Das Hyperpole genannte Shootout um die besten acht Startplätze für die 92. Auflage des Langstreckenklassikers war an Spannung kaum zu überbieten. Zunächst verzögerte sich der Start des finalen Zeittrainings aufgrund von Leitplanken-Reparaturen um 35 Minuten. Dann entwickelte sich ein Kampf um die Pole-Position, der nach rund 20 Minuten mit Roten Flaggen unterbrochen wurde. Anschließend gab die Rennleitung die Strecke für 7:41 Minuten noch einmal frei. Porsche-Werksfahrer Kévin Estre lief unter maximalem Druck zur Höchstform auf. In 3:24,634 Minuten setzte der Le-Mans-Klassensieger von 2018 in letzter Sekunde die schnellste Rundenzeit des Tages.

„Unglaublich – die 19. Pole-Position für Porsche in Le Mans“, freut sich Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. „Es ging unfassbar eng zu. Als die Strecke nach der Rotphase noch einmal freigegeben wurde, blieb nur noch Zeit für zwei schnelle Runden. Alles hat gepasst: Der Reifen war im optimalen Betriebsfenster, Kévin hat es perfekt umgesetzt. Die Pole ist eine tolle Bestätigung für die großartige Arbeit der gesamten Mannschaft. Jetzt müssen wir im Rennen mit konstant schnellem Tempo über 24 Stunden fahren.“

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„Platz eins ist unglaublich, das gesamte Team muss das erst noch realisieren“, fasst Urs Kuratle seine Emotionen zusammen. Der Leiter Werksmotorsport LMDh ergänzt: „Eine große Gratulation an alle. Was Ingenieure, Mechaniker und die Fahrer auf dem Weg zu dieser Pole geleistet haben, ist bärenstark. Die Erleichterung in den Gesichtern zu sehen, ist wunderschön.“

„Was für ein Tag für Porsche Penske Motorsport“, betont Roger Penske, Gründer der Penske Corporation. „Im vergangenen Jahr kamen wir nach Le Mans und waren nicht bei der Musik. Jetzt sieht die Welt ganz anders aus – und das ist der Verdienst von allen im Team, den Mitarbeitern von Porsche Motorsport und unseren starken Partnern. Die unglaubliche Runde von Kévin gibt uns allen auf dem Weg in die 24 Stunden von Le Mans noch einmal einen mächtigen Schub.“

In der ersten Zeitenjagd am Mittwoch hatte sich nur einer der drei Porsche 963 von Porsche Penske Motorsport für das Hyperpole-Shootout um die besten Startplätze qualifiziert. Die ebenfalls 511 kW (695 PS) starken Schwesterautos mit den Startnummern 5 und 4 gehen am Samstag von den Positionen zehn und 19 in das Rennen. „Nachdem wir am Mittwoch enttäuscht waren, weil nur ein einziges Auto in die Top-Acht fuhr, haben wir heute mit diesem Ergebnis genau die richtige Antwort gegeben“, kommentiert Jonathan Diuguid, Leitender Direktor Porsche Penske Motorsport. „Team Penske hat als erster Rennstall überhaupt in ein und derselben Saison die Pole-Positionen beim Daytona 500, beim Indy 500 und in Le Mans errungen – eine Meisterleistung! Den ersten Startplatz möchten wir am Sonntag natürlich in den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans umsetzen.“

Der Kunden-Porsche 963 mit der Startnummer 12 musste das Shootout auslassen, obwohl er sich am Vortag als Achter für die Hyperpole qualifiziert hatte. „Unser Wagen wurde am Mittwochabend im zweiten Freien Training bei einem Unfall derart stark beschädigt, dass wir das Chassis wechseln müssen“, schildert Dieter Gass, Teamchef Hertz Team Jota. „Eine Teilnahme an der Hyperpole stand aufgrund der umfangreichen Arbeiten außer Frage. Wir bereiten das Fahrzeug nun konsequent für den Einsatz im Rennen vor.“ Dieser Porsche 963 des britischen Kundenteams wird voraussichtlich zum Warmup am Samstagmittag um 12:00 Uhr einsatzbereit sein. Der Hybridprototyp startet dann aus der vierten Reihe ins Rennen.

In der LMGT3-Klasse erreichte auch das Kundenteam Manthey PureRxcing ein Topergebnis. Alex Malykhin fuhr am Steuer des Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 92 den zweiten Startplatz heraus. Der Brite teilt sich das Cockpit mit dem ehemaligen Porsche-Junior Klaus Bachler aus Österreich und dem Deutschen Joel Sturm. Der zweite Neunelfer von Manthey EMA geht von Position 16 der GT-Klasse in den Wettbewerb.

„Racing for Charity“: Porsche spendet für Unterstützung kranker Kinder

Pro gefahrener Rennrunde der drei Werks-Porsche 963 spendet der Sportwagenhersteller 750 Euro. Die Gesamtsumme geht nach dem Renn-Highlight des Jahres an drei gemeinnützige Organisationen, die sich unter anderem weltweit für die Unterstützung und Versorgung schwerkranker Kinder einsetzen: Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. und die Ferry-Porsche-Stiftung.

Das Rennen in TV und Stream


Die 92. Auflage der 24 Stunden von Le Mans beginnt am kommenden Samstag, 15. Juni um 16:00 Uhr. Der Free-TV-Kanal Nitro aus der RTL-Mediengruppe sowie der Sportsender Eurosport übertragen den Langstreckenklassiker in Deutschland. Einen kostenpflichtigen Livestream sowie ein Livetiming bieten die offiziellen Apps der FIA WEC sowie des Le-Mans-Veranstalters ACO.

Fahrerstimmen zur Hyperpole


Kévin Estre (Porsche 963 #6): „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, in Le Mans auf der Pole-Position zu stehen. Das Team hat mir ein mega Auto gegeben. Am Ende war es total stressig. Es blieb kaum noch Zeit für zwei schnelle Runden, zudem hatte ich fast keinen Treibstoff mehr. Aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht, den Porsche 963 mit Reifen im optimalen Betriebsfenster zu fahren. Ich habe die Runde einfach durchgezogen. Ich bin so stolz – auf die Pole ebenso wie auf die tolle Arbeit des gesamten Teams in den vergangenen Monaten. Jetzt geht es aus einer Top-Position ins größte Rennen der Welt!“

Alex Malykhin (Porsche 911 GT3 R #92): „Das Auto lag in der Hyperpole richtig gut. Es war ein regelrechtes Vergnügen, den Porsche 911 GT3 R zu fahren – das hat unser Team erstklassig gemacht. In den ersten Trainings waren wir noch etwas unzufrieden, aber nun ist uns ein ganz wichtiger Schritt gelungen. Jetzt gehen wir aus der ersten Reihe der LMGT3-Klasse ins Rennen und können dem extremen Gerangel vieler Autos im Mittelfeld beim Start entgehen.“
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