Mittwoch, 3. März 2021
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Sportwagen Allgemein
25.01.2021

IMSA Roar Before The Rolex 24: Porsche-Kundenteams auf dem Podium

Das Porsche-Kundenteam WeatherTech Racing hat den ersten Einsatz mit dem Porsche 911 RSR in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship erfolgreich abgeschlossen. Werksfahrer Kévin Estre aus Frankreich und der Amerikaner Cooper MacNeil fuhren im Qualifyinglauf zum 24-Stunden-Rennen von Daytona als Dritte auf das Podium der GTLM-Klasse.

In der GTD-Kategorie für Fahrzeuge nach GT3-Reglement schnitt das Team Pfaff Motorsports noch besser ab. Der belgische Werkspilot Laurens Vanthoor und sein kanadischer Teamkollege Zacharie Robichon erreichten mit ihrem Porsche 911 GT3 R im Rennen über 1:40 Stunden das Ziel auf Platz zwei.

Anzeige
Erstmals wurden die Startpositionen für das traditionsreiche 24-Stunden-Rennen in Florida im Rahmen eines separaten Qualifyingrennens vergeben. Entsprechend konsequent, offensiv und teils aggressiv war das Geschehen auf der zu Beginn nassen 5,73 Kilometer langen Strecke. Starke Regenfälle rund eine Stunde vor dem Beginn des Laufs über 100 Minuten hatten für schwierige Bedingungen in der Startphase gesorgt. In der ersten Rennhälfte waren kluge strategische Entscheidungen und starke Leistungen der eingesetzten Amateurfahrer die Schlüssel zu einem erfolgreichen Abschneiden.

Im rund 515 PS starken Porsche 911 RSR mit der Startnummer 79 absolvierte MacNeil den ersten Stint. Der erfahrene Amerikaner hielt sich aus jeglichen Zweikämpfen heraus und brachte das Auto nach rund 30 Minuten Fahrzeit ohne Beschädigungen auf Platz sechs zum Fahrerwechsel an die Box. Die Entscheidung zum frühen Stopp unter Safety-Car-Bedingungen erwies sich als goldrichtig. Estre konnte das hart umkämpfte GTLM-Feld bis 15 Minuten vor dem Ende sogar anführen. Ein fälliger Tankstopp warf die amerikanische Kundenmannschaft, deren Einsätze von Proton Competition durchgeführt werden, auf Platz drei zurück. Von dieser Position wird der 911 RSR am 30. Januar in das 24-Stunden-Rennen starten.

„Mit diesem Platz sind wir sehr zufrieden“, bilanziert Steffen Höllwarth, Einsatzleiter GTLM. „Wir waren im Qualifyingrennen nicht die Schnellsten, haben uns aber mit kluger Taktik nach vorn gearbeitet. Es waren drei lehrreiche Tage in Daytona.“ Mit gleicher Strategie agierte auch das kanadische Kundenteam Pfaff Motorsports in der GTD-Kategorie. Robichon zeigte in der Startphase auf rutschiger Strecke eine bärenstarke Leistung und brachte den Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 9 bis auf den dritten Rang. Werksfahrer Vanthoor machte in der zweiten Rennhälfte eine weitere Position gut und überquerte den Zielstrich am Ende mit nur rund vier Sekunden Rückstand auf die Klassensieger. Das Team Wright Motorsports erreichte mit Werkspilot Patrick Long und dessen amerikanischen Landsmann Ryan Hardwick nach einer Rückversetzung in der Startaufstellung und einer Boxenstoppstrafe auf Rang neun das Ziel.

„Nach dem starken Auftritt im Qualifying am Samstag mit der Pole-Position von Wright Motorsports hat heute das Kundenteam Pfaff im Rennen taktisch gut gearbeitet und sich auf Platz zwei vorgekämpft“, sagt Sebastian Golz, Projektleiter Porsche 911 GT3R. „Es ist für unsere kanadischen Partner ein sehr gutes Ergebnis. Wir sind bereit für das erste Highlight des Jahres 2021 in Daytona.“

Pech hatte unterdessen die Mannschaft von Hardpoint EBM. Die Dänin Christina Nielsen landete mit ihrem 911 GT3 R nach einer Berührung in der Frühphase in den Barrieren. Die anschließende Reparatur der Startnummer 88 warf das Fahrzeug um zwei Runden zurück. Werksfahrer Earl Bamber aus Neuseeland brachte das über 500 PS starke GT3-Auto am Ende auf Platz 14 über den Zielstrich. Das Kundenteam TGM verzichtete auf einen Start im Qualifyingrennen. Die Mannschaft, die in Daytona mit vier US-amerikanischen Amateurfahrern antritt, vermied somit bei schwierigen Streckenbedingungen das Risiko einer Beschädigung des Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 64 und nahm gleichzeitig bewusst in Kauf, am Renntag von der letzten Position zu starten.

Der Langstreckenklassiker in der Gründungsstadt der berühmten NASCAR-Rennserie wird am 30. Januar um 15:40 Uhr Ortszeit (21:40 Uhr MEZ) gestartet. Außerhalb der USA und Kanadas wird der Saisonauftakt der IMSA WeatherTech SportsCar Championship kostenfrei im Internet auf www.imsa.com übertragen.

Kévin Estre (Porsche 911 RSR #79): „Es ist ein tolles Ergebnis für uns. Platz drei war das Maximum am heutigen Tag. Das Team hat eine perfekte Strategie umesetzt, wir Fahrer waren im gesamten Rennen absolut fehlerlos. Dieser Auftakt für WeatherTech Racing und für meinen Teamkollegen Cooper MacNeil freut mich sehr. Zudem haben wir im Qualifyingrennen bei wechselnden Bedingungen mit Regenreifen und Slicks noch einmal viel gelernt.“

Laurens Vanthoor (Porsche 911 GT3 R #9): „Es war für unser Team ein tolles Training für das 24-Stunden-Rennen. Mit Platz zwei sind wir sehr zufrieden, die Startposition nehmen wir am kommenden Wochenende gern ein. Zusätzlich zum heutigen Erfolg ist wichtig, dass wir im Verlauf des Tages entdeckt haben, wo wir unser Auto für das Langstreckenrennen noch weiter verbessern können. Diese Erkenntnisse werden wir nun umsetzen.“

Patrick Long (Porsche 911 GT3 R #16): „Das Qualifyingrennen war ein großes Durcheinander mit dichtem Verkehr und rutschiger Strecke zu Beginn. Leider haben wir eine Information der Rennleitung falsch interpretiert und während einer Safety-Car-Phase überholt. Wir zählten somit zu einer großen Gruppe von Teams, die eine Strafe absitzen mussten. Es ist etwas enttäuschend, aber ich bin trotzdem stolz auf unsere Mannschaft. Wir haben für das bevorstehende Rennen viel gelernt.“

Earl Bamber (Porsche 911 GT3 R #88): „Der Unfall zu Beginn war großes Pech. So etwas kann in engen Zweikämpfen auf nasser Strecke mal passieren. Mit zwei Runden Rückstand und nur relativ kurzer Rennzeit war eine Aufholjagd aussichtslos. Wir starten nun von Rang 14 in den großen Saisonauftakt. Das ist nicht überragend, aber bei einem 24-Stunden-Rennen auch nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass wir als Team gut vorbereitet sind. Diesbezüglich haben wir heute viel dazugelernt.“

Ergebnis GTLM-Klasse

1. Sims/Tandy (GB/GB), Corvette C8.R #4, 49 Runden
2. Taylor/Catsburg (USA/NL), Corvette C8.R #3, 49 Runden
3. MacNeil/Estre (USA/F), Porsche 911 RSR #79, 49 Runden

Ergebnis GTD-Klasse

1. Auberlen/Foley (USA/USA), BMW M6 GT3 #96, 48 Runden
2. Robichon/Vanthoor (CDN/B), Porsche 911 GT3 R #9, 48 Runden
3. Bortolotti/Ineichen (I/CH), Lamborghini Huracan GT3 #111, 48 Runden