Dienstag, 1. Dezember 2020
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Rallye Allgemein
09.11.2020

Carsten Mohe verpasst im Podium der Lausitz-Rallye nur knapp

Comeback mit Paukenschlag: Carsten Mohe ist bei seinem Gaststart am Steuer eines Skoda Fabia Rally2 evo bemerkenswert auf Rang vier der Lausitz-Rallye vorgefahren. Dabei ließ der Deutsche Meister in der 2WD-Kategorie von 2017 mit dem ihm fremden, rund 280 PS starken Turbo-Allradler schon nach kurzer Eingewöhnungsphase aufhorchen: Der Crottendorfer setzte auf drei der insgesamt zwölf Wertungsprüfungen (WP) die zweitbeste Zeit und lieferte dem tschechischen Profi Jan Cerny auf Schotterpisten vom Start bis ins Ziel ein spannendes Duell auf Augenhöhe.

„Ich habe wirklich nicht gedacht, dass wir so weit vorne mitkämpfen können“, staunte Mohe über sich selbst. Der Sachse saß nach gut 13-monatiger Pause zum ersten Mal wieder im Cockpit eines Rallye-Autos. Drei Jahre zuvor hatte er den spektakulären Renault Mégane Maxi, den er sonst im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft in der Masters-Wertung bewegt, schon einmal gegen ein Allradgerät aus der nationalen Topkategorie getauscht. „Seither haben diese Fahrzeuge aber noch einmal einen Riesensprung gemacht, was Leistungsentfaltung, Ansprechverhalten des Motors, Fahrwerk und Handling betrifft – diese Autos sind sehr anspruchsvoll, aber schon toll!“

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Nach einem kurzen 30-Kilometer-Test wagten Mohe und Copilot Alexander Hirsch auf den Schotterprüfungen rund um den Bärwalder See den Sprung ins kalte Wasser – und sorgten mit Platz zwei auf der zweiten WP sogleich für anerkennendes Raunen. „Auf schnellen, flüssigen Prüfungen hat es gleich gut funktioniert“, so Mohe. „Nur in den langsamen Ecken büßte ich in der ersten Rallye-Hälfte noch zu viel ein, weil ich zu große Driftwinkel gefahren bin. Als das Herausbeschleunigen aus engen Kurven besser gepasst hat, lief es auch dort.“

Während sich an der Spitze der deutsche Rekordmeister Matthias Kahle und Julius Tannert mit zwei weiteren Fabia Rally2 evo einen engen Kampf um den Sieg lieferten, trotzte Carsten Mohe dahinter dem Tschechen Jan Cerny, der ungleich mehr Erfahrung mit den R2-Fahrzeugen von Skoda besitzt. Nach WP 8 lag der deutsche Fronttriebler-Spezialist noch 0,3 Sekunden vorne, nach WP 9 führte Cerny knapp, nach WP 10 herrschte zwischen beiden Gleichstand. „Dann haben wir uns einen halben Dreher erlaubt, das bleibt bei der Suche nach dem Limit nicht aus“, so Mohe, der aber klarstellt: „Ich bin mit unserer Vorstellung und Platz vier unter diesen Umständen absolut zufrieden! Wir haben gezeigt, dass wir auch so ein Gerät gut im Griff haben. Für die Möglichkeit, mit so einem Auto bei der Lausitz-Rallye antreten zu können, bin ich unseren Partnern wie der STARKENBERGER Gruppe und allen anderen Unterstützern zu großem Dank verpflichtet. Das hat uns allen unheimlich viel Spaß gemacht – war aber auch nur möglich, weil die Veranstalter trotz der schwierigen Rahmenbedingungen eine großartige Rallye auf die Beine gestellt haben. Dies verdient höchste Anerkennung!“