Mittwoch, 12. August 2020
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
CIK/FIA
22.09.2019

Drei neue FIA-Kart-Champions in Lonato gekürt

Am Gardasee kam es vom 20. bis 24.  September 2019 zum großen WM-Showdown der Schaltkartklassen, der zugleich auch die Saison der internationalen FIA Kartsport-Saison beschloss. Auf dem South Garda Circuit von Lonato (IT) waren nicht weniger als 215 Fahrerinnen und Fahrer am Start, um sich in der FIA KZ-Weltmeisterschaft, dem International Super Cup der KZ2 und der CIK-FIA Karting Academy Trophy zu messen. Am Abend feierte man mit Marijn Kremers (KZ), Emilien Denner (KZ2) und Kajus Siksnelis (Academy Trophy) drei neue Champions, womit nun sämtliche Titel in den FIA-Kartsport-Prädikaten 2019 vergeben sind.
 
Die Weltmeisterschaft der KZ-Piloten war stark besetzt. Waren 2018 noch 30 Elite-Fahrer am Start, erlebte der Wettbewerb dieses Jahr einen deutlichen Zuwachs. 47 Teilnehmer gingen auf die Reise und repräsentierten das Who-is-Who des internationalen Kartsports – ein wahres Sammelbecken von Werksfahrern sowie amtierenden und ehemaligen Meistern. Im Zeittraining markierte zunächst der Franzose Adrien Renaudin (Sodikart) die Bestmarke, bevor sich nach den Vorläufen der Niederländer Marijn Kremers (BirelART Racing) zur Wort meldete und die Pole-Position für das Finale eroberte. Doch Adrien Renaudin folgte gleich dahinter und die beiden Favoriten lieferten sich im Hauptrennen ein packendes Duell um die WM-Krone. Am Ende der 25 Rennrunden hatte Marijn Kremers knapp die Nase vorn und bescherte BirelART endlich wieder einen WM-Titel in der Schaltkartklasse. Den letzten hatte Gianluca Beggio im Jahr 2000 eingefahren. Hinter Marijn Kremers als neuem Weltmeister erhielt Adrien Renaudin noch eine Spoliler-Strafe, die ihn auf Rang neun zurückwarf. Damit machte Riccardo Longhi (BirelART Racing) als Zweiter den Doppelsieg für die rot-weißen Renner perfekt. Rang drei ging an Bas Lammers (Sodikart). Der einzige deutsche Vertreter in  der KZ-WM war Luis Laurin Speck (Tb Kart). Mit nur 14 Jahren war er der jüngste WM-Teilnehmer im Feld der Elite und schlug sich wacker. Im Zeittraining überzeugte er als 31. und verpasste als 36. nach den Heats nur knapp den Einzug ins ersehnte Finale.
 
Mit einer rekordverdächtigen Beteiligung von 122 Fahrerinnen und Fahrern war der International Super Cup der KZ2 sensationell besetzt. Umso bemerkenswerter war der Durchmarsch eines Mannes in der inoffiziellen WM der KZ2-Piloten: Die Rede ist von Emilien Denner (CPB Sport), der im Zeittraining die Meute anführte, den Platz an der Sonne in allen Vorläufen verteidigte und am Ende auch einen Start-Ziel-Sieg im Finale feierte. Hinter dem Franzosen mit deutschen Wurzeln belegten der Spanier David Ajenjo Vidales (Tony Kart Racing Team) und der amtierende Europameister Emil Skaras (Energy Corse) aus Schweden die Ehrenplätze auf dem Podium. Aus deutscher Sicht schaffte lediglich Davids Tevfilovs (SRP Racing Team) den Sprung ins Finale der 34 besten Piloten, musste dort aber frühzeitig die Segel streichen und alle Hoffnungen auf ein zählbares Ergebnis begraben. Noch schlimmer erwischte es seine Landsleute Maximilian Paul (DR), Robert Kindervater (BirelART KSW), Lauren-Alexander Clevert (Kartshop Ampfing), Marc Elter (CRG Holland), Valentino Fritsch (BirelART KSW),  Konstantin Kapetanidis, Moritz Horn (beide CPB Sport) und Ronny Tabakovic (CKR), die allesamt nach den Vorläufen den Sprung ins Finale verpassten.
 
Im Rahmenprogramm der beiden Schaltkartklassen war auch die CIK-FIA Karting Academy Trophy zu Gast. Die verbandseigene Nachwuchs-Rennserie absolvierte in Lonato ihr drittes und letztes Saisonrennen. Hier bestimmten Christian Ho aus Singapur und Kajus Siksnelis aus Litauen das Geschehen. Nachdem sich das Duo bereits im Qualifying und den Heats an der Spitze breit machte, waren die beiden Talente auch im Finale nicht zu bremsen. Der Asiate gewann deutlich vor seinem osteuropäischen Rivalen sowie dem Briten Maxwell Dodds. Für den Meisterschaftsausgang genügte Kajus Siksnelis sein zweiter Platz, um sich am Ende auch den Titelgewinn sichern zu können. Der deutsche Hoffnungsträger Fabio Rauer beendete das letzte Rennen des Jahres als 24., bleib in der Meisterschaft aber ohne Punkte.