Freitag, 14. Dezember 2018
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FIA WEC
19.11.2018

Enttäuschung für Ford Chip Ganassi Racing in China

Mit Platz sieben für den Ford GT von Harry Tincknell und Andy Priaulx (beide GB) sowie Rang neun für den Berliner Stefan Mücke und Olivier Pla (FR) blieb das Werksteam Ford Chip Ganassi Racing (CGR) beim Sechsstundenrennen von Shanghai, hinter den eigenen Erwartungen zurück. Pla hatte den fünften Lauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship), der aufgrund starken Regens in China mehrfach unterbrochen wurde, von der Pole-Position des Trainingsschnellsten in der GTE-Wertung aufgenommen und übernahm zunächst auch die Führung.

Nach nur kurzer Zeit wurde der Franzose jedoch von dem Meisterschaftsführenden bei einem missglückten Überholmanöver von der Strecke geschoben und fiel bis auf Rang acht zurück. Priaulx, der mit dem Nummer-67-Auto von Ford als Siebter der GTE-Wertung ins Rennen gegangen war, drehte sich kurz vor Ende seines Stints ins Kiesbett. Der Brite konnte sich aus eigener Kraft wieder befreien, ohne in einen Rundenrückstand zu geraten.

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„Das ist sicher nicht das Ergebnis, das wir uns von der Pole-Position aus gewünscht haben“, betont Ford CGR-Teamchef George Howard-Chappell. „Die äußeren Bedingungen machten es heute für alle schwierig. Bei starkem Regen waren unsere Ford GT sehr schnell unterwegs, doch leider wurde Olivier schon früh von einem Konkurrenten abgeräumt – damit begann für uns eine Pechsträhne, die uns viel weiter zuückgeworfen hat, als wir dies verdienen. Wir haben unser Bestes versucht, doch leider lagen wir auch bei den Reifenentscheidungen nicht immer richtig. Das war nicht unser bester Tag heute.“

Das Rennen hatte aufgrund heftiger Niederschläge hinter dem Safety-Car begonnen und wurde nach nur 15 Minuten zum ersten Mal unterbrochen und mit mehr als einstündiger Verzögerung wieder aufgenommen. Als sich die Bedingungen nochmals verschlechterten, kam erneut die Rote Flagge für eine weitere 30-minütige Zwangspause heraus, während der die Uhr für die Renndauer weiter heruntertickte. Mit nur wenig mehr als vier verbliebenen Stunden ging es auf dem 5,451 Kilometer langen Shanghai International Circuit dann weiter.

„Der Start lief trotz des schlechten Wetters ziemlich gut“, fasst Olivier Pla zusammen. „Als es richtig nass war, konnte ich ziemlich schnell fahren – doch dann wurde ich leider von jenem Porsche, der die GTE-Meisterschaft anführt, von der Piste gedreht. Wir haben um Platz eins gekämpft, als er mich im Heck berührt hat, das ist so nicht in Ordnung. Als die Strecke schließlich begann abzutrocknen, bekamen wir unsere Reifen nicht mehr ins optimale Temperaturfenster, damit sie auf unserem Ford GT funktionieren. Wir mussten bis ins Ziel damit kämpfen. Platz neun ist sehr enttäuschend, wenn du das Rennen von der Pole-Position aus in Angriff genommen hast.“

„Auch ich erwischte einen glänzenden Start“, erläutert Priaulx. „Die Bedingungen waren wirklich schwierig, aber der Ford GT fühlte sich sehr gut an. Leider habe ich mich am Ende meines Stints unglücklich gedreht. Ich fand aber selbst wieder auf den Asphalt zurück und blieb in einer Runde mit dem Erstplatzierten der GTE. Danach konnten wir auf den Regenreifen nicht mehr sehr schnell fahren. Wir müssen jetzt analysieren, woran dies gelegen hat. Alles in allem war es ein anstrengendes Wochenende mit Höhen und Tiefen.“

Nach fünf von acht Läufen zur WEC-Supersaison – die erst im kommenden Juni mit einer weiteren Auflage der 24 Stunden von Le Mans endet – liegt Ford Chip Ganassi Racing mit 105 WM-Punkten auch weiterhin auf Rang zwei vor den Werksabordnungen von Ferrari, Aston Martin und BMW. In der Fahrertabelle rangieren Stefan Mücke und Olivier Pla ebenfalls auf Platz zwei. Ihre Teamkollegen Harry Tincknell und Andy Priaulx belegen die achte Position. Das nächste Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft steht am 15. März 2019 auf dem Programm: die 1000 Meilen von Sebring im US-Bundesstaat Florida.