Samstag, 25. November 2017
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19.10.2017

DMV BMW Challenge: Paul und Weege siegen beim Finale

In einem extrem spannenden Finale der DMV BMW Challenge fuhr Heribert Haimerl (325i E30) zum Meistertitel. Jan Buchwald (325i E36) musste sich dem neuen Champion denkbar knapp geschlagen geben. Die Gesamtsiege beim Finale auf dem Nürburgring räumten Maximilian Paul (M3 GT4 E92) und Markus Weege (M3 GTR 3,3 E46) ab.

Bereits nach dem ersten Rennen atmete Heribert Haimerl durch. Der schnelle Rosenheimer hatte es geschafft. Mit dem Sieg in der stark besetzten 325er Klasse war ihm der Meistertitel in der DMV BMW Challenge nicht mehr zu nehmen. Zumindest rein rechnerisch hatte zwar fast das halbe Teilnehmerfeld Titelchancen, doch Jan Buchwald stellte für Haimerl die größte Herausforderung dar. Der benötigte im Grunde zwei Siege und hätte damit Haimerl die notwendigen Zähler abgeluchst. Doch Haimerl legte bereits im Qualifying vor und fuhr in seinem E30 die Bestzeit.

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Zwischen Haimerl und Buchwald schob sich noch Jens Hösel (325i E30), der an diesem Wochenende das Zünglein an der Waage sein könnte. Und der sorgte auch prompt für zusätzliche Spannung im Titelkrimi. Zunächst gewann Buchwald den Start vor Hösel, während Haimerl auf Platz vier zurückfiel. Doch Buchwald konnte die Spitze nicht lange halten und musste Haimerl passieren lassen. Während beide Piloten um die Klassenführung kämpften, nutzte Hösel die Gunst der Stunde und überrumpelte die zwei Kontrahenten. Erst einmal vorne schien Hösel einem sicheren Sieg entgegen zu fahren, als sich der Führende kurz vor Schluss einen Ausrutscher ins Kiesbett leistete. Dadurch ging Haimerl wieder vorbei, der sich so im letzten Moment den entscheidenden Klassensieg und damit den Meistertitel holte. Hösel rettete sich noch auf Rang zwei vor Jan Buchwald über den Zielstrich. „Leider habe ich eine sichere Führung weggeschmissen. Beim Anbremsen in der Dunlop Kehre machte ich einen Fehler. Die Hinterachsenbremse nicht verstellt und das Kiesbett besucht. Da war die Führung im Eimer“, so Hösel.

Mit dem sicheren Titel im Gepäck konnte Heribert Haimerl das zweite Rennen weitaus entspannter angehen. Gerade aber in den Anfangsminuten wollte es Jan Buchwald wissen und setzte Haimerl gehörig unter Druck. Zeitweise passte höchsten noch ein Blatt Papier zwischen die beiden BMW, so eng ging das Ganze ab. Dadurch kam noch einmal Jens Hösel heran, der an Buchwald vorbeiging. Allerdings schien Hösel an diesem Wochenende nicht so wirklich das Glück gepachtet zu haben. Zwei Runden vor Schluss war für den E30-Piloten das Rennen zu Ende. Damit sicherte sich Heribert Haimerl seinen zweiten Sieg vor einem großartig kämpfenden Jan Buchwald. Rang drei holte Christoph Peper (325i E30) vor Ulrich Tappe (325i E36). „Nach Platz eins im Qualifying haben wir diesen mit Glück nach Hause gefahren. Auch im zweiten Rennen wurde es nach der Safety Car Phase nochmals eng., weil alle wieder dran waren. Aber im Grunde konnte ich die Führung sicher nach Hause fahren“, fasste der neue Champion das Rennwochenende aus seiner Sicht zusammen.


Maximilian Paul und Markus Weege holen die Gesamtsiege

Nicht nur die Meisterschaftsentscheidung bot Hochspannung. Gerade das erste Rennen war eine besonders enge Entscheidung zwischen Maximilian Paul im BMW M3 GT4 E92 und Christian Leutheuser (M3 GTR 3,3 E46). Der von der Pole-Position gestartete Herwig Duller (M3 GTR 3,3 E46) konnte die erste Position nur zu Beginn kurz halten. Dann übernahmen Paul und Leutheuser das Kommando. Beide lieferten sich ein rundenlanges Duell um den Gesamtsieg, wobei sich Paul nach 14 Runden mit 0,4 Sekunden Vorsprung durchsetzte. Souveräner Dritter wurde Herwig Duller. Auch dahinter ging mächtig die Post ab. Harald Tänzler (M3 GTR 3,4 E46) setzte sich ganz knapp gegen Joachim Schirra (MINI Turbo GTR) und Lorenz Ovenhausen (M3 GT 3,3 E36) durch. Zwischen Schirra und Ovenhausen ging es zudem noch um den GTR2 Sieg. Schirra hatte sich gleich in der ersten Runde einen Abflug geleistet und pflügte von hinten durch das Feld. Während sich Tänzler und Ovenhausen beharkten, flog der MINI an und setzte sich schließlich noch vor den E36 von Ovenhausen. Damit holte sich Schirra den Sieg in der GTR2.

Im zweiten Rennen übernahm Markus Weege das Volant von Teamchef Herweg Duller. Weege fackelte erst gar nicht lange und setzte gleich in der ersten Runde den Führenden Maximilian Paul unter Druck. Der konnte den E46 nur eine Runde lang halten, dann setzte sich Weege in der Mercedes Arena neben den GT4 BMW und hatte auf der Innenseite die bessere Linie. Während Weege an der Spitze auf und davon fuhr, musste sich Paul wieder mit Christian Leutheuser auseinander setzen. Dadurch kam Joachim Schirra mit seinem pfeilschnellen MINI immer näher heran. Der MINI-Pilot war am Ende der lachende Dritte. Sowohl Leutheuser als auch Paul mussten Schirra ziehen lassen. Knapp eine Sekunde hinter Schirra überquerte Paul als Gesamtdritter die Ziellinie, während Leutheuser gegen Schluss das Tempo nicht mehr ganz mitgehen konnte. Starker Gesamtfünfter und damit Zweiter in der GTR2 wurde Lorenz Ovenhausen: „Heute war es ein super Rennen. Ich bin zunächst vor den Mini gekommen, wurde aber wieder von ihm überholt. Ich konnte mich vor Harald Tänzler setzen und Gesamtplatz fünf einfahren. Die Meisterschaft in der GTR2 haben wir jetzt in der Tasche. Ich bin richtig glücklich und freue mich schon auf die neue Saison.“


Der Blick in die Klassen

In der GTR3 feierte Wolfgang Kaufmann eine gelungene Premiere in der DMV BMW Challenge. Beim Start büßte der Le Mans erfahrene Kaufmann zunächst gegenüber seinen beiden GTR3 Konkurrenten Noah Nagelsdiek (M235i RC) und Michael Neuhauser (M135i) den sechsten Startplatz ein. Bald war die Reihenfolge zwar wieder hergestellt, doch Nagelsdiek ließ nicht locker und setzte den Routinier gehörig unter Druck. Bei der Zieldurchfahrt betrug der Abstand schließlich 1,4 Sekunden. Rang drei holte sich Urs Hauri (M3 GT 3,2), nachdem Neuhauser zwei Runden vor Schluss ausgefallen war. „BMW ist für mich immer noch Neuland. Es ist erst das zweite Rennen, welches ich auf einem BMW fahre, trotz langer Rennkarriere. Das Auto von Willi Pfeiffer ist ein sehr seriennahes Auto und deshalb nicht so das Rennauto. Das verlangt sehr viel Arbeit. Ich denke, das Ergebnis ist mit diesem Auto schon sehr gut“, befand Kaufmann. Rennen zwei war indes eine klare Angelegenheit für Nagelsdiek. Der Youngster fuhr als Gesamtsiebter ein starkes Rennen. Dietmar Blaskowski, der von Kaufmann den Z4 übernommen hatte, landete dahinter auf Platz zwei. Dritter der GTR3 wurde Simon Klemund im M235i RC.

Sepp Römer holte sich in der mit sieben Fahrzeugen ebenfalls stark besetzten GTR4 einen Doppelsieg. Mit seinem AVP GTR 2,5 E36 hatte Römer die Konkurrenz im Griff und schaffte im zweiten Rennen als Gesamtneunter den Sprung in die Top-Ten. „Hannes Karl stellt für mich ein richtig gutes Auto hin. Jetzt habe ich die Meisterschaft in der GTR 4 eingefahren und wir sind in der Gesamtwertung auf Position vier. Es war eine erfolgreiche Saison für uns“, so Römer. Klassenzweiter wurde in beiden Rennen Ingo Baum (BPM-M3 3,2 E36), der sich zweimal gegen Christian Kautz (328i GT E46) durchsetzte.

Bei den 318er war Nick Hancke (318is E36) einmal mehr nicht zu schlagen. Hancke siegte in beiden Rennen vor Dauerkonkurrent Maurice Thormaelen (318ti E36). Dritter wurde Robin Falkenbach (318ti) bzw. Timo Raff (318is E36). Durch den Sieg zum Saisonabschluss landete Hancke auf dem dritten Meisterschaftsrang. „Maurice Thormaelen war nach dem Start quasi neben mir. Aber vor der Dunlop Kehre war ich innen und konnte mich reindrängen. Dadurch kam ich vor. Das Rennen war schließlich recht entspannt“, erklärte Hancke.