Donnerstag, 23. November 2017
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
FIA Formel 3 EM
09.09.2017

Achter Sieg für Lando Norris, erstes Podest für Joey Mawson

Lando Norris (Carlin) ließ sich auch vom anfangs regnerischen Eifelwetter auf dem 3,629 Kilometer langen Sprintkurs des Nürburgrings nicht beeindrucken und gewann den 22. Saisonlauf der FIA Formel-3-Europameisterschaft klar vor Jake Hughes (Hitech Grand Prix) und Joey Mawson (Van Amersfoort Racing).

Für McLaren-Junior Norris war es der achte Saisonsieg in der FIA Formel-3-EM, für den Australier Mawson der erste Podestbesuch in dieser Nachwuchsserie. Norris baute sein Punktekonto in der Fahrerwertung auf nunmehr 338 Punkte aus und hat damit 36 Zähler mehr als der auf Rang zwei geführte Maximilian Günther (Prema Powerteam). Der von Mercedes-AMG geförderte Deutsche musste sich nach einem frühen Boxenstopp aufgrund eines Kontakts mit Ralf Aron (Hitech Grand Prix) mit Position 13 zufriedengeben.

Anzeige
Das Rennen begann im Regen. Den Briten Lando Norris störte der Niederschlag jedoch nicht, er setzte sich direkt am Start in Führung. Hinter ihm reihten sich seine Landsleute Callum Ilott (Prema Powerteam) und Jake Hughes ein, doch Hughes überholte Ilott noch in der Anfangsphase des Rennens. In Umlauf drei verbremste sich Neuling Sacha Fenestraz (Carlin) und fuhr Nikita Mazepin (Hitech Grand Prix) ins Heck. Der Russe, zu diesem Zeitpunkt Vierter, schied aus, der Franzose erhielt wenig später eine Durchfahrtsstrafe. Die Rennleitung entschied sich zudem für Full Course Yellow (FCY), um das Fahrzeug von Mazepin aus der Auslaufzone zu räumen. FCY bedeutet Überholverbot und reduzierte Geschwindigkeit für alle Teilnehmer.

Nach vier Umläufen lautete die Reihenfolge an der Spitze Norris vor Hughes, Ilott, Mawson und Tadasuke Makino (Hitech Grand Prix). Während Norris sich an der Spitze bereits einen Vorsprung erarbeitet hatte, musste Ilott sich Rookie Mawson im Duell um den dritten Platz beugen. Doch auch der Spitzenreiter hatte kein problemfreies Rennen: In Umlauf acht geriet er kurz neben die Strecke, seine Führung war aber nicht in Gefahr. Letztendlich feierte er einen sicheren achten Saisonsieg in der FIA Formel-3-EM vor Jake Hughes, der ebenso sicher den zweiten Rang ins Ziel brachte.

Deutlich spannender wurde es in der Schlussphase noch um Position drei. Joey Mawson fand sich unter Druck von Callum Ilott wieder und Tadasuke Makino lauerte hinter dem Duo. Die drei Nachwuchspiloten lieferten sich einen tollen Kampf, bei dem Ilott zunächst Mawson attackierte, der sich aber erfolgreich verteidigte. Diese Chance nutzte Makino und schlüpfte an Ilott vorbei auf Platz vier. In der Reihenfolge Mawson, Makino und Ilott sah das Trio schlussendlich die Zielflagge. Weil der Japaner aber bei FCY zu schnell gefahren ist, erhielt er nach der Zieldurchfahrt eine Strafe von fünf Sekunden. Damit fiel er auf Platz sieben zurück.

Rang vier ging damit an Callum Ilott, gefolgt von Ferdinand Habsburg (Carlin) und Jehan Daruvala (Carlin). Hinter Makino komplettierten Mick Schumacher (Prema Powerteam), Guanyu Zhou (Prema Powerteam) und Joel Eriksson (Motopark) die Top Ten.

Lando Norris (Carlin): „Über mein Rennen gibt es nicht allzu viel zu erzählen. Mein Start war gut, ich konnte Jake und Callum hinter mir halten. Dann konnte ich mich sofort vom Feld absetzen und mir nach und nach einen Vorsprung aufbauen. In Runde acht hatte ich einen haarigen Moment, als ich kurz neben die Strecke geriet und ein paar Sekunden verlor. Ansonsten lief es glatt und mein Auto war toll – ich kann mich also nicht beklagen.“

Jake Hughes (Hitech Grand Prix): „Meine Reaktion beim Start war gut, doch dann hatte ich zu sehr durchdrehende Räder und Callum konnte mich überholen. Ich habe dann ein paar Runden gebraucht, um wieder an ihm vorbeizufahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte Lando an der Spitze aber schon einen ziemlich großen Vorsprung. Dennoch bin ich mit meiner Leistung zufrieden. Mein Auto war gut und Platz zwei ist ebenfalls ein gutes Resultat.“

Joey Mawson (Van Amersfoort Racing): „Mein Rennen war phasenweise ziemlich hektisch. In der Anfangsphase konnte ich mich mehr oder weniger aus allem raushalten, nur ein leichter Kontakt mit Ralf Aron sorgte dafür, dass ich fortan ein Loch in der Nase meines Renners hatte. So habe ich zwar kalte Füße bekommen, aber sonst war mein Auto zum Glück in Ordnung. Am Schluss wurde es noch einmal spannend. Wir hatten wohl einen etwas zu hohen Luftdruck in den Reifen, so dass ich am Ende nicht mehr so schnell war. Callum lauerte hinter mir, aber ich wusste, dass er mich nur überholen könnte, wenn ich einen Fehler machen würde. Den Gefallen habe ich ihm aber nicht getan. Jetzt freue ich mich über meinen ersten Podestplatz in der FIA Formel-3-EM.“