Sonntag, 23. Januar 2022
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24h Nürburgring
24.05.2013

Erster Sieg für Nicki Thiim beim 24h-Rennen

Für den jungen Dänen dürfte der erste Sieg bei den legendären 24 Stunden auf dem Nürburgring das momentane Highlight seiner Karriere sein, auch wenn aufgrund der Witterungsbedingungen nicht die volle Distanz gefahren werden konnte. Damit hat sich der junge Däne sowohl auch Mercedes in die Chronik der 24-Stunden-Rennen eingeschrieben.

Lange wurde es geheim gehalten, dass Nicki Thiim aus dem dänischen Sønderborg neben seinem Engagement im Porsche Carrera Cup Deutschland in diesem Jahr auch das legendäre 24-Stunden-Rennen im Team Black Falcon auf einem AMG Mercedes SLS GT3 bestreiten wird. Erst wenige Tage vor dem Rennen wurde es dann ganz offiziell bestätigt.

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Zusammen mit dem fünfmaligen DTM-Champion Bernd Schneider, dem Niederländer Jereom Bleekemolen und dem Porsche Mobil 1 Carrera Cup-Piloten Sean Edwards wurde das „Projekt 24 Stunden“ in Angriff genommen. Schon in den Trainingssessions zeigte das Fahrerquartett eindrucksvoll, was in dem AMG Mercedes mit den Flügeltüren steckt. Am Ende des Nachttrainings am Freitagabend lag die Truppe auf dem zweiten Rang. Eigentlich eine gute Ausgangslage für das zweite Qualifying am Samstag sowie das Top-40-Qualifying ebenfalls am Samstagnachmittag, wäre da nicht eine Geschwindigkeits-Überschreitung bei geschwenkter gelber Flagge gewesen. Die Rennleitung ahndete das Vergehen direkt mit einer Zurückversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung – egal welches Ergebnis die weiteren Zeittrainingssitzungen bringen würden. Schlussendlich starte der AMG Mercedes SLS mit der Start-Nummer neun an siebter Position ins Rennen, was für ein Langstreckenrennen nun wirklich nicht als schlechte Position bezeichnet werden kann.

Pünktlich um 17:00 Uhr wurde die Hatz gestartet. Mehr als 180 Fahrzeuge kämpften ab hier um die besten Positionen. Im Gegensatz zur Wetterprognose starteten alle Teilnehmer noch unter trockenen Bedingungen. Doch es sollte nicht so bleiben: Bei Anbruch der Dunkelheit begann es heftig zu regnen, was für ein regelrechtes Chaos in der Boxengasse sorgte. Der AMG Mercedes mit der Startnummer neun war zwischenzeitlich auf den 13. Platz zurückgefallen.

Nur gut eine Stunde später kam das, was kommen musste: Die Eifel zeigte sich von ihrer typischen Seite. Regen und vor allem immer dichter werdender Nebel zwang die Rennleitung schließlich um 22:45 Uhr dazu, das Rennen mit der roten Flagge zu stoppen. „Das war die absolut richtige Entscheidung. Alleine schon wegen der Gicht hat man kaum die Rücklichter des Vordermanns erkannt und dann noch der Nebel“, so Nicki Thiim. Nun begann das lange Warten. Halbstündlich überprüfte die Rennleitung die Situation. Besserung war in den Abendstunden des Sonntags nicht zu erwarten und so entschied sich die Rennleitung, um kurz nach 3:00 Uhr morgens, auf einen Neustart des Rennens um 8:30 Uhr.

Der Regen blieb und der Nebel verschwand und so startete die Meute erneut um 8:30 für die restlichen verbliebenen neun Stunden zur Jagd auf die beste Platzierung. Schnell konnte der AMG Mercedes Platz um Platz gut machen und schließlich durch eine perfekte Strategie die Führung übernehmen. Nach einem geplanten perfekten Boxenstopp übernahm als Schlussfahrer Bernd Schneider das Volant und sorgte nach der Ausfahrt gleich für blasse Gesichter und einen Schreckensmoment: Plötzlich steckte der Mercedes im Kies der Mercedes-Arena. Doch Dank des schnellen Eingreifens der Bergungsmarshals war der Renner schnell wieder frei. Zurückgefallen auf die Position drei gab der ehemalige DTM-Champion alles für die Kollegen Nicki Thiim, Jereom Bleekemolen und Sean Edwards und sicherte so den Sieg für die ganze Mannschaft.

„Was für ein Rennen und den wirklich schwierigen Bedingungen. Die Nordschleife ist meine Lieblingsstrecke, aber auch nur ein einziger Fehler wird hier sofort bestraft“, so ein wirklich bewegter Nicki Thiim und er ergänzte: „Ich kann es selbst kaum glauben, dieses Rennen natürlich mit meinen Teamkollegen gewonnen zu haben … Einfach nur fantastisch und ich bin super Happy!“