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ALMS
21.10.2012

Porsche-Piloten im Saisonfinale knapp am Podium vorbei

Beim Petit Le Mans, dem Saisonfinale der American Le Mans Series auf der Traditionsrennstrecke Road Atlanta, verpassten die Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister (Langenfeld), Patrick Long (USA) und Patrick Pilet (Frankreich) durch eine unverschuldete Kollision eine Podiumsplatzierung. Doch trotz einer zusätzlichen Stop-and-Go-Strafe beendeten sie das 1.000-Meilen-Rennen auf dem anspruchsvollen Kurs im US-Bundesstaat Georgia mit dem Porsche 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports noch als Fünfte der GT-Klasse.

„Ich habe versucht, einen Ferrari zu überholen und war schon komplett neben ihm, als er plötzlich eingelenkt und mich in die Wiese geschickt hat“, sagte Jörg Bergmeister. „Was da mein Fehler gewesen sein soll und weshalb ich dafür bestraft wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Doch die Rennleitung hat so entschieden und dadurch unser Rennen zerstört.“

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„Auf diese Weise den zweiten Platz in der Meisterschaft zu verlieren, ist natürlich bitter“, sagte Porsche Motorsportchef Hartmut Kristen. „Das Team und die Fahrer haben super gekämpft, doch es hat einfach nicht gereicht.“ Patrick Pilet sagte: „Wir haben um das Podium gekämpft, doch das Auto war zum Schluss sehr schwierig zu fahren.“ Patrick Long, der zusammen mit Jörg Bergmeister in dieser Saison in Lime Rock gewonnen hat und danach noch drei Mal als Zweiter ins Ziel kam, blickte nach dem Rennen schon auf die neue Saison: „Wir haben aus den letzten sechs Rennen die meisten Punkte von allen geholt. Das macht mich sehr zuversichtlich für die Zukunft. Heute hätte das auf jeden Fall ein Podium werden können. Die Strafe für Jörg hat uns den Sieg gekostet. Das ganze Team hat danach alles versucht und uns durch eine tolle Strategie im Rennen gehalten, doch das Auto war nach dem Unfall einfach nicht mehr schnell genug. Es war für uns trotzdem eine gute Saison.“

Im 911 GT3 RSR des Teams Falken Tire belegte Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler (Nürtingen) zusammen mit Bryan Sellers (USA) und Martin Ragginger (Österreich) den sechsten Platz. „Damit können wir heute zufrieden sein“, sagte er. „Wir hatten gute Boxenstopps, kamen auch immer genau zum richtigen Zeitpunkt rein, konnten das Tempo der Spitze aber nicht mitgehen. Falken wird die Winterpause nutzen, um den Reifen weiter zu entwickeln, und ich bin sicher, dass wir bis zum Saisonstart in Sebring einen großen Schritt nach vorne machen werden.“ Porsche-Werksfahrer Marco Holzer (Lochau), der sich den zweiten Flying-Lizard-Porsche mit Seth Neiman (USA) und Nick Tandy (Großbritannien) teilte, kam als Siebter ins Ziel und sagte: „Wir hatten im Rennen eine gute Pace, viel besser als im Qualifying. Nach einem Ausrutscher, der viel Zeit gekostet hat, haben wir uns wieder gut nach vorne gekämpft. Meine erste volle Saison in der American Le Mans Series war eine tolle Erfahrung, nicht zuletzt natürlich durch die Pole-Position in Elkhart Lake.“

Im 911 GT3 RSR von Paul Miller Racing unterstützte Porsche-Werksfahrer Richard Lietz (Österreich) die Stammpiloten Sascha Maassen (Aachen) und Bryce Miller (USA). Zum zehnten Platz des Teams sagte er: „Wir mussten einige Male früher zum Reifenwechseln an die Box, das hat viel Zeit gekostet. Für uns ging es deshalb vor allem darum, das Auto heil ins Ziel zu bringen. Die Arbeit mit dem Team war für mich eine interessante Erfahrung.“

Bei seinem Debüt in der American Le Mans Series sicherte sich Kuba Giermaziak (Polen), der normalerweise im Porsche Mobil 1 Supercup unterwegs ist, den Sieg in der Klasse GTC. Er gewann zusammen mit Henrique Cisneros (Mexiko) und Mario Farnbacher (Ansbach) im Porsche 911 GT3 Cup.

Das Petit Le Mans war gleichzeitig das Saisonfinale der European Le Mans Series. Im Porsche 911 GT3 RSR des Teams IMSA Performance Matmut gewannen die Franzosen Nicolas Armindo, Raymond Narac und Anthony Pons die Klasse GTE Am und sicherten sich damit den Gesamtsieg im europäischen Gegenstück der American Le Mans Series. Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen: „Im Kampf um den Titel so ein Zehn-Stunden-Rennen ohne Fehler durchzufahren, muss man erst einmal schaffen. Zu dieser Leistung kann man dem Team nur gratulieren.“

Ergebnis
Klasse GT

1. Sharp/van Overbeek/Vilander (USA/USA/SF), Ferrari F458 Italia, 375 Runden
2. Magnussen/Garcia/Taylor (DK/E/USA), Chevrolet Corvette, 375
3. J. Müller/Auberlen/Summerton (D/USA/USA), BMW E92 M3, 374
4. D. Müller/Alzen/Summerton (D/D/USA), BMW E92 M3, 373
5. Bergmeister/Long/Pilet (D/USA/F), Porsche 911 GT3 RSR, 373
6. Henzler/Sellers/Ragginger (D/USA/A), Porsche 911 GT3 RSR, 372
7. Holzer/Neiman/Tandy (D/USA/GB), Porsche 911 GT3 RSR, 369
10. Maassen/Miller/Lietz (D/USA/A), Porsche 911 GT3 RSR, 367

Klasse GTC
1. Giermaziak/Farnbacher/Cisneros (PL/D/USA), Porsche 911 GT3 Cup, 356
2. di Gulda/Pumpelly/Canache (VEN/USA/USA), Porsche 911 GT3 Cup, 351
3. Collard/Gutierrez/Hedlund (F/MEX/USA), Porsche 911 GT3 Cup, 351

Punktestände
Klasse GT

1. Oliver Gavin, Tommy Milner, Chevrolet, 146 Punkte
2. Scott Sharp, Johannes van Overbeek, Ferrari, 123
3. Jan Magnussen, Antonio Garcia, Chevrolet, 121
4. Dirk Müller, BMW, 112
5. Jörg Bergmeister, Patrick Long, Porsche, 111
6. Bill Auberlen, Jörg Müller, BMW, 107
7. Joey Hand, BMW, 91
8. Wolf Henzler, Bryan Sellers, Porsche, 81
9. Sascha Maassen, Bryce Miller, Porsche, 55
10. Seth Neiman, Porsche, 53
12. Marco Holzer, Porsche, 46