Sonntag, 25. Oktober 2020
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24h Le Mans
10.06.2011

Porsche: "Das Beste aus den Möglichkeiten gemacht"

Der erste Schritt ist erfolgreich absolviert. Die Porsche-Kundenteams aus Europa und den USA haben sich in den Trainingssitzungen eine gute Ausgangsposition für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gesichert. Als schnellster Porsche-Fahrer qualifizierte Werkspilot Marc Lieb (Ludwigsburg) den 911 GT3 RSR des Felbermayr-Teams für Startplatz sieben in der Sportwagen-Klasse GTE Pro.

Lieb tritt im Siegerteam des Vorjahres zusammen mit den Werksfahrern Richard Lietz (Österreich) und Wolf Henzler (Nürtingen) an. In der GTE-Pro-Kategorie starten weitere vier Elfer auf dem technischen Stand von 2011. In der Klasse GTE Am gehen die drei 911 GT3 RSR aus dem Vorjahr von den Startplätzen zwei, drei und vier in die 79. Auflage des Langstreckenklassikers auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs.

„Wir sind zufrieden mit unserer Vorbereitung und zuversichtlich fürs Rennen“, sagte der zweimalige Le-Mans-Sieger Marc Lieb. „Wir haben es geschafft, unseren Elfer in den Trainings sehr gut für die Anforderungen dieses Marathons und der sehr speziellen, höchst anspruchsvollen Rennstrecke abzustimmen.“ Richard Lietz, der ebenfalls zwei Siege bei dem härtesten Autorennen der Welt auf dem Konto hat, ergänzte: „Das Fahrverhalten unseres 911 GT3 RSR ist neutral und komfortabel. Das heißt, dass das Auto weder zum Übersteuern noch zum Untersteuern neigt. Marc, Wolf und mir kommt außerdem entgegen, dass wir alle einen ähnlichen Fahrstil haben.“

Auch die Crew des 911 GT3 RSR mit der Startnummer 75 absolvierte ein problemloses Training. Porsche-Werksfahrer Marco Holzer (Lochau) holte für das Team ProSpeed Competition den neunten Startplatz. „Wir haben heute vor allem an der Rennabstimmung gearbeitet“, sagte Holzer. „Gestern waren wir zwar schneller, aber unser Auto war ziemlich nervös. Das wäre auf die Renndistanz hin gesehen nicht gut. Hier in Le Mans hat es ein paar verdammt schnelle Kurven, da braucht man ein Auto, dem man voll vertrauen kann. Und das haben wir jetzt.“ Die Teamkollegen des 22-Jährigen sind Le-Mans-Routinier Marc Goossens (Belgien) und der Neuling Jaap van Lagen (Niederlande).

Ein schadhafter Dämpfer und ein Unfall brachten das Programm des Teams Flying Lizard Motorsports durcheinander. „Wir haben im gestrigen Training wegen des Dämpfers lange in die falsche Richtung gearbeitet“, erklärte Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister (Langenfeld). „Dann haben wir Zeit verloren, weil sich vor mir ein Konkurrent gedreht hat und ich nicht mehr ausweichen konnte. Die Reparatur war aufwendig. Da haben wir beschlossen, auf eine extra Qualifying-Runde zu verzichten und uns weiter voll auf die Abstimmungsarbeit zu konzentrieren.“ Bergmeister startet am Samstag zusammen mit seinem Werksfahrerkollegen Patrick Long (USA) und dem Deutschen Lucas Luhr von der 12. Position in der GTE-Pro-Klasse.

Den 14. Startplatz holte im zweiten 911 GT3 RSR des Teams Felbermayr-Proton Nick Tandy. Der Brite führt derzeit die Wertung des Porsche Mobil 1 Supercup und des deutschen Carrera Cup an, fährt aber erstmals in Le Mans. Seine Teamkollegen sind Abdulaziz Al Faisal aus Saudi-Arabien und Bryce Miller aus den USA. Die französische Mannschaft IMSA Performance Matmut hatte sich mehr als Startplatz 16 ausgerechnet. Doch nach einem Unfall von Teameigner Raymond Narac zu Beginn des ersten freien Trainings konnten Porsche-Werksfahrer Patrik Pilet, Narac und Le-Mans-Neueinsteiger Nicolas Armindo (alle Frankreich) praktisch erst heute Nachmittag mit den Abstimmungsarbeiten beginnen und hinken daher etwas hinterher.

In der Sportwagen-Klasse GTE Am qualifizierte der Österreicher Horst Felbermayr Junior den 911 GT3 RSR des Teams Proton Competition für Startplatz zwei. Seine Teamkollegen sind Horst Felbermayr Senior und Teambesitzer Christian Ried (Schönebürg). Startplatz drei geht an Larbre Competition mit den Fahrern Christophe Bourret, Pascal Gibon und Jean-Philippe Belloc (alle Frankreich). Startplatz vier der GTE-Am-Klasse ist in den Händen der US-Amerikaner Seth Neiman, Darren Law und Spencer Pumpelly von Flying Lizard Motorsports.

Porsche-Sportchef Hartmut Kristen lobte die professionelle Vorbereitung der Teams auf das Rennen: „Alle haben konsequent daran gearbeitet, eine optimale Abstimmung zu finden. Im Rahmen der Möglichkeiten der Balance of Performance-Einstufung haben unsere Teams das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht.“

Am Samstag, 11. Juni, fällt um 15.00 Uhr die Startflagge zur 24-Stunden-Jagd. Die TV-Sender Eurosport und Eurosport 2 übertragen das Rennen abwechselnd rund um die Uhr, etwa 15 Stunden sind live auf dem Hauptsender Eurosport zu sehen.