Donnerstag, 9. Juli 2020
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Seat Leon SC
17.10.2010

Der neue Meister 2010 heißt Andreas Simonsen

Mit ihm hatte zu Beginn der Saison niemand gerechnet. Aber spätestens nach seinem Sieg auf der Nordschleife stand Andreas Simonsen auf den Zetteln der Motorsportexperten und Talentscouts ganz weit oben. Nun krönte der junge Schwede, der außerdem in dieser Saison noch auf dem Norisring gewinnen konnte und darüber hinaus noch sechsmal aufs Podest kletterte seine Saison mit dem Gewinn des SEAT Leon Supercopa- Meistertitels.

Dem erst 21-Jährigen reichte im spannendsten Finale der Supercopa-Historie am Sonntag ein zweiter Platz hinter Sieger Thomas Marschall. Dritter wurde Petr Fulin, der einen Tag zuvor vor Simonsen und Marschall gewinnen konnte. Die tragischen Helden des letzten Supercopa- Wochenendes 2010 hießen Damian Sawicki, dem die zehn Punkte für Platz fünf am Sonntag nach dem Nuller vom Samstag lediglich zum Vizetitel reichten, und Shane Williams. Der Südafrikaner fuhr im 15. und letzten Wertungslauf lange auf Meisterkurs, kämpfte wie der sprichwörtliche Löwe und riskierte am Ende im Zweikampf mit Marschall um die Führung zu viel. Drei Runden vor Schluss war für Williams mit einer gebrochenen Felge das Rennen beendet und der Traum von der Meisterschaft geplatzt.

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Aus Startreihe eins ließ Shane Williams im letzten Rennen am Sonntag keinen Zweifel daran, dass er seine Chance gegen den um 4,5 Punkte vor ihm liegenden Teamkollegen Simonsen nutzen wollte. Der vor ihm gestartete Pole Patryk Pachura musste sich bereits Eingangs der Parabolika dem 23-jährigen aus Kapstadt beugen. Simonsen beendete die vierte Runde hinter Andreas Pfister als Vierter. Zu diesem Zeitpunkt hieß der neue Champion Shane Williams. Dann aber unterlief dem Südafrikaner in der zweiten Runde beim Anbremsen auf die neue Kurzanbindung der am Ende entscheidende Verbremser. Marschall konnte überholen und die Meisterehren gingen wieder auf Simonsen über, der seine Ausgangsposition in Runde neun mit dem Sprung auf Platz drei weiter verbesserte. Williams blieb nichts anderes übrig, als Marschall von Platz eins zu verdrängen. Beim Versuch eingangs der Nordkurve berührten sich Marschall und Williams. Während Marschall das Rennen fortsetzen konnte, blieb Williams mit gebrochener Felge liegen. Der schwache Trost für den Südafrikaner: Platz drei in der Meisterschaft. Der dramatische Kampf um die Nachfolge von Thomas Marschall war zugunsten von Andreas Simonsen entschieden

Glück und Pech lagen im Dreikampf um den Meistertitel schon im 14. und vorletzten Wertungslauf am Samstag ganz dicht zusammen. Während Williams als Fünfter nach einem völlig verkorksten Zeittraining und Startplatz 16 noch zehn Punkte sammeln konnte, übernahm Andreas Simonsen, sein Teamkollege bei Pole Promotion powered by Burgmann Racing, mit Platz zwei hinter dem Sieger Petr Fulin und vor dem entthronten Titelverteidiger Thomas Marschall mit nunmehr 183 Punkten die Gesamtführung. Der große Verlierer und Pechvogel des Rennes hieß Damian Sawicki. Nach einem für den Polen schwachen Qualifying mit Startplatz 13 rauschte der 27-Jährige während seiner Aufholjagd in der vierten Runde bei der Anfahrt aufs Motodrom auf regennasser Piste fast ungebremst in die Reifenstapel und musste das Rennen aufgeben. Sawicki lag nach einem guten Start in der Runde zuvor noch hinter seinem Konkurrenten Williams, den er immer wieder attackierte, aber bis zum Unfall mit anschließender Safety Car-Phase nicht überholen konnte. Den besten Start der drei Titelanwärter erwischte Simonsen, der nach einem Ausrutscher im Zeittraining von Platz drei ins Rennen gegangen war. Allerdings ließ der junge Schwede mit Blick auf die Gesamtwertung zunächst Marschall und dann in der ominösen vierten Runde auch taktisch klug den späteren Sieger Petr Fulin passieren. Später profitierten dann Fulin und Simonsen von einem kapitalen Fahrfehler Marschalls, der beim Anbremsen auf die Sachskurve kurzzeitig ins Kiesbett musste.

Nach 15 Saisonrennen sammelte Andreas Simonsen 200 Punkte. Genug für den Titel des SEAT Leon Supercopa Meisters 2010. Damian Sawicki wurde mit 182 Punkten Vizemeister. Shane Williams belegte nach einem dramatischen Saisonfinale und 180,5 Punkten Gesamtrang drei vor Petr Fulin (134), Christian Bebion (133) und Thomas Marschall (132), der in Hockenheim seinen ersten Saisonerfolg feiern konnte. Den Titel des besten Rookies sicherte sich Philipp Frommenwiler vor Max Sandritter und Elia Erhart.

Stimmen nach dem ersten Rennen:
Petr Fulin (Sieger): „Nach einer ersten Saisonhälfte mit viel Pech und noch mehr Defekten, scheint das Glück nun auf meiner Seite zu sein. Ich mag diese schwierigen Bedingungen, bei denen es entweder Hopp oder Topp gibt. Nach einem schlechten Start habe ich alles riskiert und schließlich alles gewonnen. “

Andreas Simonsen (Zweiter): „Platz zwei war noch nicht genug. Aber nach meinem guten Start habe ich nach den heftigen Angriffen von Marschall zurück gesteckt. Schließlich war mir die Gesamtwertung wichtiger. Auch bei Petr Fulin wollte ich kein Risiko eingehen. Dass Damian das Rennen nach seinem Unfall nicht fortsetzen konnte, tut mir ehrlich leid.“

Thomas Marschall (Dritter): „Ich bin schon ein wenig enttäuscht, denn nach meiner Pole Position habe ich mir mehr ausgerechnet. Aber während des Rennens hatte ich das Gefühl, dass ich noch weniger Grip als meine Konkurrenz hatte. Von dieser Warte aus gesehen, kann ich mit Platz drei schon wieder zufrieden sein.“

Stimmen nach dem zweiten Rennen:
Thomas Marschall (Sieger): „Ein tolles Gefühl, speziell am Ende einer insgesamt eher enttäuschenden Saison. Es war ein sehr harter Kampf mit Shane um die Führung. In Führung liegend hat er noch viel Mist gebaut, aber dann wurde er ruhiger und immer schneller. Beim Überholmanöver hat er sehr viel riskiert und am Ende Pech gehabt, denn auch meine Felge ging zu Bruch. Auch er hätte den Titel verdient gehabt.“

Andreas Simonsen (Zweiter/Meister 2010): „Dieses Wochenende war die Krönung einer traumhaften Saison, in der mir nur sehr wenige Fehler unterlaufen sind. Ich glaube, dies hat am Ende auch den Ausschlag gegeben. Zwischenzeitlich aber wurde ich sehr nervös. Ich war Vierter und Shane führte das Rennen an. Dann aber wendete sich das Blatt. Ich bin überglücklich und ich gratuliere meinem Teamkollegen Shane Williams zu einem tollen Kampf.“

Petr Fulin (Dritter): „Zwei Rennen, zweimal auf dem Podest. So hätte es die gesamte Saison laufen können. Wenn mir das Glück etwas früher hold gewesen wäre, wer weiß, was noch alles möglich gewesen wäre.“