Bereits Mitte April gab es die ersten Sommergefühle beim zweiten Saisonlauf der IAME Euro Series im italienischen Franciacorta. Bestes Wetter, viel Sonne und warme Temperaturen begleiteten die Teilnehmer des beliebten Markenpokals an diesem Wochenende auf dem Weg dazu, die Halbzeitmeister zu küren. Ausgeschrieben waren die Klassen der X30 Mini, X30 Junioren und X30 Senioren, wobei alle Felder trotz eines Teilnehmerrückgangs im Vergleich zum letzten Jahr gut gefüllt waren. Auch Deutsche Fahrer zeigten gute Leistungen.
X30 Mini: Foto-Finish mit denkbar knappem Ausgang
Nach einer verhältnismäßig langen Durststrecke für das Team Fusion Motorsport bei den Mini meldete sich der Belgier Mathis Piessens mit der Pole-Position erstmals an der Spitze der internationalen Wettbewerbe. Die Freude hielt nicht lange, in den Heats zeigte sich der Erfahrungsrückstand des jungen Belgiers und er musste die Führung an den Briten Ilyas Sami (DK Academy) abgeben. Der Meisterschaftsführende setzte sich auch im Superheat gegen die Konkurrenz durch und startete aus der ersten Reihe in das Finale. Doch auch dies war noch nicht die letzte Wendung: Sami wurde von der Strecke gedrängt und fiel zurück, es entbrannte ein Kampf um den Sieg zwischen den Briten Chester Forkes (DK Academy) und Alfie Davidson (Fusion Motorsport). Davidson war lange auf Siegkurs und hatte lediglich die letzte Kurve zu bewältigen, aus dieser hatte aber Forkes die bessere Beschleunigung. Die Fahrer fuhren Seite an Seite die Zielgerade entlang, mit nur 0,014 Sekunden Vorsprung war es dann aber Forkes, der zuerst die Ziellinie überquerte und gewann. Dritter wurde ein weiterer Brite, Mayson Hibbert (Fusion Motorsport). Eine deutsche Beteiligung im 34-köpfigen Feld gab es nicht.
X30 Junior: Dreifachsieg für BMR
Ein chaotisches Finale sorgte bei den X30 Junioren für einige Aufregung. Zunächst durfte sich aber Aurelio Longhitano (Spirit Karting) aus der Schweiz über seine erste Pole-Position in der Euro Series freuen. Später riss der Franzose Teo Policand (Dream Racing) die Kontrolle über Heats und Superheats an sich. Auch ins Finale erwischte er zunächst den besten Start und setzte sich mit dem Briten Max Endacott (BMR) vom Rest des Feldes ab. Später konnte der Franzose Teo Pelfrene (Victory Lane Karting) die Lücke schließen und sogar die Spitze übernehmen. Er begann alle Angriffe auf sich defensiv abzuwehren, was dazu führte, dass sich das gesamte Feld zusammenschob. Es entwickelte sich eine Schlacht um jeden Platz, wobei Berührungen keine Seltenheit waren. Viele Fahrer wie Policand fielen dem zum Opfer und beendeten das Wochenende außerhalb der Punkteränge. Andere profitierten, insbesondere das Team BMR, das gleich einen Dreifachsieg einfahren konnte. Wie schon bei den Mini waren auch bei den Junioren die ersten vier Plätze von Briten belegt: Nach seinem IWF25 Sieg im vergangenen Jahr knüpfte Max Endacott an seine gute Form an und gewann. Ihm folgten George Clarke und Jacob Bachler. Auf Rang vier gab es eine Überraschung. Sukhmani Khera war in Runde eins von der Strecke gedrängt und ans Ende des Feldes zurückgereicht worden, die schnelle Dame gab aber nicht auf und kämpfte sich wieder unter die besten Fünf. Auch der deutsche Mico Schweers (MDC Racing) konnte mit einer Aufholjagd glänzen. Er schaffte es, auf dem Weg zu Platz 14, ganze 21 Gegner zu überholen.
X30 Senioren: Unfall mit weitreichenden Konsequenzen
Nicht weniger Drama als bei den Junioren gab es auch bei den X30 Senioren. Hier startete der Schweizer Gauthier Sanjuan (Spirit Karting) völlig überraschend mit seiner Premieren-Pole in das Wochenende, hatte aber im weiteren Verlauf keinen Einfluss mehr auf die Vergabe der Pokale und wurde schlussendlich außerhalb der Top-20 gewertet. Freddie Lloyd (Premium Karting) aus Großbritannien war in den Heats am konstantesten. Im Superheat sprang dann aber der amtierende Meister, Aaron Garcia (MDC Racing), nach vorne. Der Spanier setzte die Pole-Position im Finale auch in eine Führung um, die er bis zwei Runden vor Schluss unangefochten hielt. Erst dann schloss der Sieger aus dem ersten Saisonrennen, der Italiener Danny Carenini (Zanchi Motorsport), auf und es kam zum Duell. Dieses endete nach nur zwei Kurven in einer Kollision, die beide Fahrer zurückwarf. Nutznießer war Lloyd, er staubte ab und siegte vor den beiden Spaniern Javier Broasca (MDC Racing) und Alex Martinez (Axion Racing). Aus deutscher Sicht war das erste Superheat von Erfolg gekrönt. Emilio Bernd (VM Energy Corse Germany) überzeugte mit dem dritten Platz, an den er später im Finale aber aufgrund älterer Reifen und einer Zeitstrafe nicht mehr anknüpfen konnte. Er beendete das Wochenende auf der 30. Position.
Ausblick: Die Reise geht nach Deutschland
Nun können sich insbesondere die deutschen Fans und Fahrer auf den weiteren Verlauf der IAME Euro Series freuen. Der Tross der Serie reist ins deutsche Wackersdorf, wo im Pro Kart Raceland am Wochenende des 24. bis 27. Juni die zweite Saisonhälfte in Angriff genommen wird. Die deutschen Teilnehmer können sich zudem bei der IAME Series Germany, zwei Wochen vor der Euro Series, unter Rennbedingungen vorbereiten.