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WSK
22.03.2026

Deutscher Sieg schließt WSK Super Masters Series ab

Mit einem Highlight verabschiedete sich die WSK Super Masters Series 2026 an diesem Wochenende (20.–22. März 2026). Das italienische Franciacorta war der Veranstaltungsort für das Finale der Serie, die fünf Rennen umfasste und den Winter der Kartsport-Welt prägte. Etwa 400 Teilnehmer versammelten sich, um beim Saisonfinale die Meisterschaften auszufahren, es ging aber auch um ebenso begehrte Rennsiege. Einen solchen sicherte sich auch der Deutsche Luke Kornder (Ricky Flynn Motorsport) in der hart umkämpften OK-Senioren-Klasse. Es war der erste große Sieg eines deutschen Kartfahrers in den internationalen Wettbewerben der Direktantriebsklassen seit mehreren Jahren.

Mini U10: Bekannte Gesichter kämpfen um den Sieg

Das Wochenende in Franciacorta war bei den Mini U10 durch zwei Piloten geprägt: Der US-Amerikaner Zayne Burgess (Parolin Motorsport) ging als großer Favorit auf den Titel in die Rennen und wurde seiner Rollte gerecht. Lange Zeit hatte er die Konkurrenz unter Kontrolle, doch im, durch eine lange Gelbphase verkürzten Finale, musste er seinen französischen Kontrahenten Sasha Mira Y Munoz (Babyrace Driver Academy) ziehen lassen. Am Meisterschaftsstand änderte das nichts mehr, Burgess holte souverän den Titel. Dritter des Rennens wurde der Spanier Oliver Weytjens (Team Driver Racing Kart). Ben Bernhard (Energy Corse) erreichte das Finale als einziger Deutscher, sammelte wertvolle Erfahrung und wurde 29.

Mini: Babyrace dominiert beide Klassen

Das italienische Team der Babyrace Driver Academy durfte nicht nur bei den unter Zehnjährigen jubeln, in der Gruppe 3 gab es für die Parolin-Mannschaft gleich einen Doppelsieg. Aus der Pole-Position gestartet wurde der Lokalmatador Filippo Frigerio Zweiter, nur geschlagen von seinem Teamkollegen, dem Franzosen Nahly El Gahoudi. Das Podest komplettierte der Malteser Zane Pace (Tony Kart Racing Team). Als bester Deutscher holte Devin Titz (Kidix Driver Academy) als 17. noch einige wichtige Meisterschaftspunkte. Die Meisterschaftswertung ging an Zane Pace.

OK Junioren: Herzschlagfinale in der letzten Kurve

Im Pre-Finale fehlten dem brasilianischen Tabellenführer Antonio Pizzonia (Ward Racing) nur vier Zähler, um sich den Meisterschaftstitel vorzeitig zu sichern. Dass es auf diese Punkte noch ankommen sollte, war zu diesem Zeitpunkt völlig undenkbar, so groß war der Vorsprung auf den engsten Verfolger Daniel Miron Lorente (Fusion Motorsport) aus den Niederlanden, der seinerseits aufgrund eines Ausfalls im Pre-Finale nicht zu den Sieganwärtern zählte. Das Finale entwickelte sich zu einem Thriller: Lorenzo Di Pietrantonio (KR Motorsport) nutzte seinen Heimvorteil, um die Konkurrenz mit defensiven Manövern hinter sich zu halten. Dies stiftete hinter ihm jedoch viel Chaos, dem unter anderem Pizzonia zum Opfer fiel und Lorente zu Gute kam. Nach vielen Positionskämpfen lief es in der letzten Runde darauf hinaus, dass Letztgenannter sich den Sieg sichern musste, um sich zum Meister zu küren. Er setzte in der letzten Kurve zum alles entscheidenden Überholmanöver an, bremste sich außen neben Di Pietrantonio und hoffte darauf, dass dieser mitspielen würde. Der Italiener bleib aber eiskalt, drückte Lorente von der Strecke und jubelte im Ziel. Glück für Pizzonia, auf den letzten Metern des Jahres hielt er am Titel fest, während Lorente die Zielflagge nicht mehr sah und sich von der Strecke drehte. Pizzonias deutscher Teamkollege Max Felde war lange auf Podestkurs, fiel aber ebenfalls einem Zusammenstoß zum Opfer. Will Green (Prema Racing) aus England wurde nach einer großen Aufholjagd zweiter vor Albert Tamm (Parolin Motorsport).

OK Senioren: Luke Kornder krönt starke Saison

Bereits bei drei der fünf Rennen zur WSK Super Masters Series war die deutsche Speerspitze bei den OK Senioren, Luke Kornder (Ricky Flynn Motorsport), sehr konkurrenzfähig und fuhr um Podestplatzierungen mit. Schlussendlich fehlte immer das letzte Quäntchen Glück oder die ultimative Pace. Zum Abschluss der Saison konnte Kornder sich dann aber beweisen und dominierte das gesamte Wochenende. In einem aus der Pole-Position begonnenen Finale setzte er sich gegen den Indonesier Qarrar Firhand (Ward Racing) und den US-Amerikaner Michael McGaughy (Koski Motorsport) durch. Als Viertplatzierter des Finals feierte dann auch der Ukrainer Lev Krutogolov (Energy Corse) über den gewonnenen Meisterschaftstitel. Auch Amin Kara Osman (Haupt Racing Team) schaffte den Sprung ins Finale und wurde 23. 

KZ2: Sieg und Titel für Van Walstijn

In der Klasse der KZ2 lief in dieser Saison alles auf einen Showdown zwischen Max Orlov und seinem Sodikart-Teamkollegen Senna Van Walstijn hinaus. Orlov war der große Dominator der KZ2-Klasse aus dem vergangenen Jahr, Van Walstijn hingegen war nicht weniger als der Weltmeister der KZ. Dieses Rangverhältnis zeigte sich dann auch in der WSK. Der Niederländer Van Walstijn profitierte von seiner größeren Erfahrung, war schlussendlich aber auch der schnellere Fahrer. So siegte er auch im letzten Finale vor Emilien Denner (Formula K SRP Factory Team) und dessen französischem Landsmann Jean Nomblot (CPB Sport). Maximilian Schleimer (CL Racing – Team Renda) fuhr als 12. in die Punkte und war bester deutscher.

OKN Junioren: Siegesserie gebrochen

Nicolo Perico (KR Motorsport) konnte als vorzeitiger Meister befreit in das letzte Wochenende der Super Masters Series starten, der junge Italiener wollte aber nach vier Siegen auch noch das letzte Rennen für sich entscheiden. Lange sah es danach aus, als wäre dies möglich, der Siegeswille stand ihm dann aber schlussendlich doch im Weg. In einen vermeidbaren Unfall verwickelt, wurde er nur siebter. Sein Landsmann Luigi D’Ascoli (Modena Kart Racing Team) nutzte die Chance und siegte, zweiter wurde der Schweizer Aurelio Longhitano (Spirit Racing) vor dem Finnen Leo Laitinen (Parolin Finnland), der ein herausragendes Wochenende für den Chassis-Hersteller Parolin komplettierte. Die Deutschen Henri Möhring (Dörr Motorsport) und Sebastian Riedel (Team Driver Racing Kart) konnten sich an vielen Stellen in Szene setzen. Im Finale ging beiden dann aber das Glück aus und so musste sie sich mit Ergebnissen weit hinter ihren Möglichkeiten zufriedengeben.
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