Montag, 12. Oktober 2026
MXL täglich aktuell
Motorsport XLDas Motorsport MagazinShopAbo Abonnement
VLN
15.09.2026

Morris und Flynt Schuring schreiben niederländische Motorsportgeschichte auf der Nordschleife

Nie zuvor standen zwei niederländische Brüder gemeinsam nach einem Rennen der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) auf dem Gesamtpodium. Das änderte sich am Sonntag beim neunten Rennen der Saison in dieser Meisterschaft. Morris Schuring gewann zusammen mit dem Deutschen Tim Heinemann im Falken-Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 44 das Vier-Stunden-Rennen. Flynt Schuring belegte zusammen mit Nico Menzel im Dunlop-Porsche mit der Startnummer 17 den zweiten Platz und rundete damit den Familienerfolg ab.

Beide Fahrzeuge wurden vom deutschen Team von Sven Schnabl eingesetzt. Im ersten Rennen des Doppel-Rennwochenendes am Samstag waren Morris Schuring und Tim Heinemann mit einem Rückstand von nur 0,3 Sekunden Zweite geworden, Flynt Schuring und Nico Menzel belegten am Samstag den fünften Platz. „Es ist großartig, hier zu gewinnen und gemeinsam mit Flynt auf dem Podium zu stehen“, sagte Morris Schuring nach seinem Erfolg am Sonntag. Auch sein jüngerer Bruder zeigte sich sehr zufrieden: „Erst mein zweites GT3-Rennen hier auf der Nordschleife und gleich auf dem Podium – besser hätte es kaum laufen können!“

Anzeige
An diesem Wochenende standen mit dem 65. ADAC-Reinoldus-Langstreckenrennen am Samstag und dem 66. ADAC-ACAS-Cup am Sonntag zwei Vier-Stunden-Rennen auf dem Programm. Für Morris Schuring war es sein erster Einsatz mit dem Porsche von Falken Motorsports auf der Nordschleife seit seiner Teilnahme am 24-Stunden-Rennen im Mai, während Flynt Schuring mit dem anderen Auto des Teams unter der Flagge von Dunlop Motorsport seine ersten Rennen auf der berühmten Rennstrecke in der Eifel mit einem GT3-Auto bestritt, nachdem er dort zuvor bereits mit einem Porsche-Cup-Auto gefahren war.

Am Samstag gingen 131 Fahrzeuge an den Start des Rennens, das auf trockener Strecke und bei angenehmen Bedingungen ausgetragen wurde. Mit dem sechsten Startplatz für den Falken-Porsche von Morris Schuring und Tim Heinemann sowie dem elften Startplatz für den Dunlop-Porsche von Flynt Schuring und Nico Menzel hatten die beiden niederländischen Fahrer bereits gute Ausgangspositionen, und im Rennen fuhren beide Porsche konstant im vorderen Feld mit. Morris Schuring und Tim Heinemann führten lange Zeit das Rennen an, doch der BMW von Schubert Motorsport entpuppte sich als ernstzunehmender Konkurrent. So entwickelte sich in der Schlussphase ein spannender Kampf um den Sieg zwischen Schuring im Porsche und Routinier Jens Klingmann im BMW. Schuring gab alles, musste sich aber mit einem minimalen Rückstand von 0,308 Sekunden geschlagen geben. Dennoch war er auch mit dem zweiten Platz sehr zufrieden: „Das war cooles Racing! Ich hatte etwas Pech, als ich ein anderes Auto überrundete, was vielleicht entscheidend war, aber ich habe es sehr genossen!“ Flynt Schuring und Nico Menzel kletterten dank eines strategisch gefahrenen Rennens vom elften Platz nach oben und beendeten das Rennen als Fünfte.

Für das Rennen am Sonntag war das Feld mit 109 Fahrzeugen etwas kleiner. Diesmal startete der Falken-Porsche von der Pole-Position, nachdem Tim Heinemann im Qualifying die schnellste Rundenzeit gefahren war. Der Dunlop-Porsche beendete das Qualifying als Dritter. Am Sonntag wurde viel Regen erwartet, was es für die Teilnehmer nicht gerade einfacher machte. Morris Schuring übernahm die erste Hälfte des Rennens im Falken-Porsche und fuhr einen beachtlichen Vorsprung heraus, woraufhin Tim Heinemann die Aufgabe zu Ende brachte und unter schwierigen Bedingungen den Sieg nach Hause fuhr. „Ganz ehrlich: Ich war schon froh, dass Tim im Auto saß und ich von der Box aus zuschauen konnte“, lachte Morris Schuring. „Ich hatte vollstes Vertrauen in ihn und er hat das perfekt gemacht.“ Für Morris Schuring ist es nach seinem Sieg beim Saisonauftakt im vergangenen Jahr bereits der zweite Sieg in der Nürburgring-Langstrecken-Serie.

Im Dunlop-Porsche startete Nico Menzel das Rennen, woraufhin Flynt Schuring das Steuer übernahm. Kurz nachdem er eingestiegen war, setzte der Regen ein. „Mit Slicks im Regen war es schon ein Abenteuer, sehr schwierig, aber es ging darum, sich anzupassen und das Auto ganz zu lassen“, sagte er anschließend. „Später auf Intermediates lief es dann auch gut.“ Nach einem weiteren Fahrerwechsel fuhr Nico Menzel den letzten Teil des Rennens und brachte das Auto auf dem zweiten Platz ins Ziel. Damit war auch für Flynt Schuring der Podiumsplatz perfekt. Sein älterer Bruder Morris stellte fest, dass sie gemeinsam etwas Außergewöhnliches geleistet haben: „Im Moment fühlt es sich ganz normal an, aber wenn wir in ein paar Wochen darauf zurückblicken, dann ist es doch etwas ganz Besonderes!“

Bereits am kommenden Wochenende treten die beiden Schurings erneut gemeinsam in zwei Rennen an. Beim GT World Challenge Europe Sprint Cup in Zandvoort fährt Morris Schuring wie immer mit dem Porsche des belgischen Teams Boutsen VDS, während Flynt Schuring mit einem 911 GT3 R des Teams Lionspeed GP sein Debüt in der Serie gibt. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag steht in Zandvoort ein einstündiges Rennen auf dem Programm.
Anzeige