Tourenwagen Junior Cup
09.09.2026
Finn Niklas Wollnik zwischen Podium und Überschlag am Salzburgring
Die Saison 2026 verlangt Finn Niklas Wollnik bislang einiges ab. Immer wieder verhinderten technische Probleme bessere Ergebnisse oder sorgten für vorzeitige Rennenden. Hinzu kamen unglückliche Situationen auf der Strecke. Dennoch zeigt der junge Rennfahrer immer wieder, welches Potenzial in ihm steckt. Genau das bewies er auch beim fünften Lauf des Tourenwagen Junior Cup auf dem Salzburgring.
Im ersten Qualifying fuhr Finn zwischenzeitlich die zweitschnellste Zeit. Am Ende reichte es für Startplatz fünf für das erste Rennen. Kurz vor dem Start setzte starker Regen ein, dennoch ging das gesamte Feld auf Slicks an den Start – eine herausfordernde Situation.
Nach einer frühen Safety Car Phase trocknete die Ideallinie zunehmend ab. Finn hielt den Anschluss an die Spitze und arbeitete sich mit konzentrierten Manövern zunächst auf Rang vier und anschließend auf den dritten Platz nach vorn. Zeitweise lagen die ersten sechs Fahrzeuge innerhalb von nur einer Sekunde.
Finn verteidigte seine Position bis zur Ziellinie und sicherte sich ein wichtiges Podium. Nach dem Rennen wurde es noch einmal turbulent. Durch Zeitstrafen gegen die beiden zunächst Erstplatzierten rückte Finn vorübergehend auf Rang eins. Die Strafen wurden später wieder aufgehoben, sodass es beim auf der Strecke erkämpften dritten Platz blieb.
Am Sonntag folgte das nächste Kapitel eines emotional schwierigen Wochenendes. In einem engen Qualifying, in dem das gesamte Feld innerhalb von rund zwei Sekunden lag, erreichte Finn Startplatz sieben.
Probleme beim Startprozedere führten jedoch dazu, dass Finn für den eigentlichen Start ans Ende des Feldes versetzt wurde. Von dort wollte er schnell wieder Positionen gutmachen. Bereits nach der ersten Kurve wurde sein Fahrzeug jedoch von einem Konkurrenten angeschoben, stellte sich quer und überschlug sich. Das Rennen war nach wenigen Metern beendet.
Damit lagen innerhalb von weniger als 24 Stunden Podium, zwischenzeitlicher Sieg und ein schwerer Unfall unmittelbar nebeneinander. Gerade für Finn sind solche Situationen eine besondere Herausforderung. Durch sein Kanner Syndrom fällt es ihm teilweise schwerer, die vielen Eindrücke und starken Emotionen eines Rennwochenendes unmittelbar zu verarbeiten und richtig einzuordnen.
Trotzdem bleibt der Blick nach vorn gerichtet. Der dritte Platz am Samstag hat einmal mehr gezeigt, dass Finn sportlich in der Spitzengruppe des ADAC Tourenwagen Junior Cups mithalten kann. Nach einer Saison, in der Technik und unglückliche Umstände bislang zu oft das Ergebnis beeinflusst haben, gilt es nun, die Rückschläge zu verarbeiten und weiterzukämpfen.




