Tourenwagen Junior Cup
08.09.2026
Alex Mohr übernimmt die Tabellenführung am Salzburgring
Der Samstag begann mit einem Wetterspiel. Kurz vor dem Start am späten Nachmittag öffnete der Himmel die Schleusen, bis zum Ampelstart trocknete die Strecke jedoch weitgehend ab. Gefahren wurde auf Slicks – auf einer Piste, die in den schattigen Passagen noch feucht und heimtückisch blieb. Im Zeittraining hatte sich Alex zuvor einen Platz in der ersten Startreihe gesichert.
Die Bedingungen forderten in der Anfangsphase das ganze Feld. An der Spitze formierte sich früh eine geschlossene Sechsergruppe, in der Alex das Tempo mitbestimmte. „Der Salzburgring ist eine Strecke, auf der man nie allein fährt“, sagt Alex Mohr. „Im Windschatten entscheidet jede Runde neu, wer am Ende vorn liegt.“
Drei Runden vor Schluss riss die Gruppe auseinander, der Sieg wurde unter drei Fahrern ausgemacht. Über die Ziellinie ging es Stoßstange an Stoßstange: 0,147 Sekunden fehlten Alex am Ende auf den Sieger. Platz zwei, und ein Rennen, in dem er sich in jeder Runde in der Spitzengruppe behauptet hat. „0,147 Sekunden sind bitter und motivieren gleichzeitig“, so der 17-Jährige.
Für kurze Zeit sah es nach einem anderen Ausgang aus: Nach dem Rennen wurde gegen die beiden Führenden zunächst eine Strafe verhängt, die das Klassement auf den Kopf stellte. Die Entscheidung wurde noch am Abend aufgehoben – damit hatte das Ergebnis auf der Strecke Bestand, und Alex behielt Platz zwei.
Am Sonntagmorgen ging es direkt in ein neues Zeittraining – und wieder stellte Alex seinen VW up! GTI – im Team auf den Namen Eric getauft – in die erste Startreihe. Das Rennen startete um 11:35 Uhr, Alex kam gut weg und lag von Beginn an in Schlagdistanz zur Führung.
Nach einer kurzen Unterbrechung in der ersten Runde bildete sich erneut ein Sechserzug an der Spitze, und Alex ging in die Offensive: In der dritten Runde setzte er sich in der Fahrerlagerkurve mit einem sehenswerten Manöver an die Spitze und führte das Feld an. Zu Beginn der vierten Runde konterte sein Titelrivale beim Anbremsen der Schikane und holte sich Platz eins zurück.
In der sechsten Runde kam es an der Spitze zu einem Zwischenfall, bei dem alle Beteiligten unverletzt blieben. Alex kam noch vorbei und lag auf der Strecke vorn, das Rennen wurde jedoch vorzeitig abgebrochen. Da mehr als die halbe Distanz absolviert war, floss regelkonform der Stand der fünften Runde in die Wertung ein – Alex wurde damit erneut als Zweiter gewertet. „In Runde drei hatte ich das Auto vorn, und genau das nehme ich mit: Wir sind schnell genug, um zu gewinnen“, sagt Mohr.
Mit zwei zweiten Plätzen reist Alex Mohr mit 147 Punkten als Tabellenführer zum Saisonfinale an den Nürburgring. Entschieden ist damit noch nichts: Die Meisterschaftsentscheidung fällt am 17. und 18. Oktober in der Eifel, wo noch einmal zwei Rennen auf dem Programm stehen. „Dass wir die Tabellenführung mit in die Eifel nehmen, ist der Lohn für die Arbeit des ganzen Teams“, sagt Alex. „TOPCAR hat mir wieder ein Superauto hingestellt – Eric hat in jeder Runde gehalten, was er verspricht.“
Senior-Teamchef Ruedi Jost hebt vor allem die Ruhe seines Fahrers hervor: „Wir sind immer wieder begeistert, wie fokussiert Alex ist. Er hat absolut keinen Druck, für ihn zählt in jeder Situation, das Beste zu geben. Er ist komplett relaxt und begeistert uns einfach als Team.“
Auch Moritz Mohr (TOPCAR sport) war am Salzburgring im Einsatz – und setzte mit erst 14 Jahren schon im Zeittraining ein Ausrufezeichen: Für das Samstagsrennen qualifizierte er sich auf Startplatz sieben. Für den Erfolg des Wochenendes war er aus Sicht des Teams unheimlich wichtig. „Am Wochenende hatten wir einen heimlichen Rockstar“, sagt Jost. „Alex’ Bruder Moritz hat eine unheimliche Lernkurve hingelegt und war ein super Teamplayer, gerade bei den Windschattenspielen. Ohne Moritz wären wir nicht mit einem solchen Ergebnis nach Hause gefahren.“
Nächster Termin: Saisonfinale ADAC Tourenwagen Junior Cup, Nürburgring, 17.–18. Oktober 2026.





