Die vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) eingeführte Permit dient dazu, die Sicherheit auf einer der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt zu erhöhen. Die 24,358 Kilometer lange Nürburgring-Langstreckenvariante mit der Nordschleife und Teilen des Grand-Prix-Kurses umfasst 73 Kurven, erhebliche Höhenunterschiede und wechselnde Streckenbedingungen. Ziel der DPN ist es, Fahrer gezielt auf diese besonderen Anforderungen vorzubereiten und sicherzustellen, dass sie über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen.
Die verschiedenen Permit-Stufen
Die DMSB Permit Nordschleife wird in den Stufen C, B und A vergeben. Sie richten sich nach der Erfahrung des Fahrers sowie der Leistung der eingesetzten Fahrzeuge.DPN C – Einstieg für bestimmte Fahrzeug- und Serienklassen.
DPN B – Voraussetzung für zahlreiche Langstreckenrennen auf der Nordschleife.
DPN A – Erforderlich für leistungsstarke Fahrzeuge, insbesondere GT3-Fahrzeuge.
Zusätzlich existiert die DPN Markenpokal (Grade M). Sie wurde speziell für ausgewählte Markenpokal-Serien geschaffen und ermöglicht unter festgelegten Voraussetzungen auch Einsätze von 16-jährigen Nachwuchsfahrern. Voraussetzung sind unter anderem ein herstellergestützter Markenpokal, baugleiche Fahrzeuge, eine begrenzte Renndistanz sowie umfangreiche Sicherheitsvorgaben.
Der Weg zur Permit
Grundlage für den Erwerb der DPN ist eine gültige DMSB-Rennlizenz. Hinzu kommen ein offizieller DPN-Lehrgang sowie das jährlich zu absolvierende E-Learning der DMSB Academy.Der Lehrgang besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, der von lizenzierten Instruktoren durchgeführt wird. Im E-Learning werden unter anderem Streckenbesonderheiten, Flaggensignale, internationale Fahrvorschriften, Sicherheitsbestimmungen und aktuelle Änderungen auf der Nordschleife vermittelt. Erst nach dem erfolgreichen Abschluss des Online-Tests kann die Permit beantragt werden.
Für die DPN B bieten verschiedene Motorsport-Akademien entsprechende Lehrgänge an. Ein typischer Kurs umfasst zwei Tage mit Theorie sowie rund acht Stunden Fahrpraxis auf der Nordschleife. Die Teilnahme kostet derzeit rund 1.950 Euro (Stand: Sommer 2026).
Vereinfachte Regularien seit 2026
Nachdem der DMSB die Voraussetzungen bereits 2024 vereinfacht hatte, wurden die Regularien zur Saison 2026 erneut angepasst.Der Weg von der DPN B zur DPN A wurde weiter verkürzt. Statt zwei Rennen mit mindestens 14 absolvierten Rennrunden genügt nun ein straffrei beendetes Rennen mit insgesamt acht Rennrunden. Dabei können bis zu zwei Qualifying-Runden auf die erforderliche Rundenzahl angerechnet werden. Die bislang vorgeschriebene Mindestfahrzeit von 20 Prozent der Renndistanz entfällt.
Eine weitere Neuerung betrifft den Einstieg in die DPN B. Erstmals können auch Ergebnisse aus offiziellen Wettbewerben der Digital Nürburgring Langstrecken-Serie (DNLS) berücksichtigt werden. Damit erkennt der DMSB Sim-Racing-Erfahrungen im Rahmen des Permit-Erwerbs erstmals an. Die Regelung gilt ausschließlich für die DPN B, während für die DPN A weiterhin ausschließlich reale Renneinsätze auf der Nordschleife maßgeblich sind.
Mit den Anpassungen reagierte der DMSB auf die zunehmende Internationalisierung des Langstreckensports sowie auf die wachsende Bedeutung professioneller Sim-Racing-Wettbewerbe. Ziel bleibt dabei unverändert, neuen Fahrern den Einstieg zu erleichtern, ohne Abstriche beim Sicherheitsniveau zu machen.
Sicherheit bleibt oberstes Ziel
Die DMSB Permit Nordschleife ist weit mehr als eine formale Startberechtigung. Sie gilt als der „Führerschein“ für die Nordschleife und soll sicherstellen, dass alle Teilnehmer die besonderen Herausforderungen der Strecke kennen und im Ernstfall richtig reagieren.Trotz der in den vergangenen Jahren vereinfachten Regularien bleibt die Grundidee unverändert: Wer auf der anspruchsvollsten Rennstrecke Deutschlands an den Start gehen möchte, muss seine theoretischen Kenntnisse und seine fahrerische Qualifikation nachweisen. Damit leistet die DMSB Permit Nordschleife einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Fahrern, Teams, Sportwarten und Zuschauern.
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