Für die Studie wurden die Teilnehmer mit speziellen Sensoren ausgestattet, die Gehirn-, Augen-, Herz- und Hautaktivität gemessen haben. Die Datenerhebung erfolgte während fünf verschiedener Tests auf einer speziellen Teststrecke in Großbritannien, bei denen die Probanden entweder selbst am Steuer saßen oder als Beifahrer teilnahmen. Die Erfassung und Analyse großer Mengen neurophysiologischer Daten erfolgte durch Brainbox, ein in Großbritannien ansässiges Unternehmen für Neurowissenschaften, das fortschrittliche Technologien für die Hirnforschung, Schulungen und wissenschaftliche Unterstützung für Organisationen bereitstellt, die Forschung und klinische Studien durchführen.
Die Studie „Thrill of Driving“ zum Thema „Fahrspaß“ legt nahe, dass der Nervenkitzel beim Fahren aus dem Zusammenspiel dreier Schlüsselfaktoren in höchster Intensität entsteht: körperlich (intensiver Zustand geistiger und physischer Stimulation), kognitiv (starke gedankliche Fokussierung auf die Fahraufgabe) und emotional (Erkennen der genauen Balance zwischen Aufregung und Anspannung).
Wenn einer dieser drei Faktoren ein Niveau überschreitet, das sich für den einzelnen Fahrer noch beherrschbar anfühlt (dies kann von Person zu Person erheblich variieren), kann er von den verschiedenen äußeren Reizen überwältigt werden, und das Erlebnis kippt vom Nervenkitzel in einen Zustand der Angst um. Aus neurophysiologischer Sicht verlagern sich die wichtigsten Stressindikatoren wie Herzfrequenz und Augenbewegungen in ein weniger konsistentes, weniger kontrolliertes Muster.
Die Studie legt nahe, dass vor allem das Gefühl des kontrollierten Eintauchens entscheidend für das Entstehen von „Fahrspaß“ ist. Bemerkenswert ist, dass Geschwindigkeit zwar einer von mehreren Faktoren ist, die den Nervenkitzel verstärken, aber sicherlich kein primärer Einflussfaktor ist. Tatsächlich wurden die Kriterien für den „Fahrspaß“ bei den Testpersonen während der Kart-Session der Studie auf einer engen und technisch anspruchsvollen Rennstrecke durchweg erfüllt, auf der die Höchstgeschwindigkeiten zwar moderat waren, aber alle wesentlichen körperlichen, kognitiven und emotionalen Schwellenwerte für den „Fahrspaß“ erreicht wurden.
Die Studie legt zudem nahe, dass der Nervenkitzel besonders dann entsteht, wenn sich Fahrerinnen und Fahrer in einer kontrollierten, abgesicherten Umgebung hoch konzentriert fühlen und ihr Fahrzeug jederzeit sicher beherrschen. In diesem Zustand können sie einen neurophysiologischen „Flow-Zustand“ erreichen.
„Es gibt keinen einzelnen Messwert, der den Fahrspaß definiert, vielmehr entsteht er dort, wo verschiedene Faktoren verstärkt zusammenwirken: Der Einzelne erlebt einen Zustand erhöhter neurophysiologischer Erregung, nimmt wahr, dass er die volle Kontrolle über das Fahrzeug hat, und er ist sowohl kognitiv als auch emotional vollständig in das Erlebnis eingetaucht“, kommentiert Dan Phillips, Mitbegründer und Direktor bei Brainbox Ltd. „Beim Fahrspaß geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Konzentration. Die Daten zeigen, dass echter Nervenkitzel in dem Moment entsteht, in dem ein Fahrer sich vollkommen auf das Fahren konzentriert, und dies lässt sich im Gehirn, am Herzen und in den Augen beobachten.“
Warum Castrol die Studie in Auftrag gegeben hat
Castrol gab die Studie im Rahmen seines „Data-Engineered“-Ansatzes für die Produktentwicklung in Auftrag, um die Leistungsfähigkeit von Castrol EDGE hervorzuheben: Castrol EDGE – Data Engineering für ultimative Leistung.Vincent Panel, Head of Product & Communications für Europa bei Castrol, fügt hinzu: „Unsere große Leidenschaft gilt dem Motorsport und dem Fahrerlebnis. Wir haben diese Studie in Auftrag gegeben, um einzigartige Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was Fahrer hinter dem Lenkrad tatsächlich empfinden: den Nervenkitzel, das Gefühl von Kontrolle und die absolute Verbundenheit mit dem Fahrzeug.“
„Entscheidend ist, dass wir festgestellt haben, dass man keinen Supersportwagen braucht, um Fahrspaß zu erleben; man kann fast das gleiche Gefühl des intensiven, fokussierten Fahrens auch ohne hohe Geschwindigkeiten erfahren – sei es bei einem Besuch auf einer lokalen Kartbahn oder bei einer Fahrt auf einer der Lieblingsstrecken. Diese Studie untersucht, wie dieses Gefühl des Fahrspaßes bei jedem Fahrer geweckt werden kann.“
Durch die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Fahrzeugherstellern und Motorsportteams hat Castrol umfangreiche Daten und technische Erkenntnisse gesammelt, die in die Entwicklung von Castrol EDGE, seinem Hochleistungsöl, einfließen.
Die Castrol EDGE Studie „Thrill of Driving“ zum „Fahrspaß“ im Detail
Die für die Castrol EDGE Studie „Thrill of Driving“ zum „Fahrspaß“ verwendete Brainbox-Analyse war multimodal und erfasste verschiedene neurophysiologische Marker für körperliche, kognitive und emotionale Reaktionen, um diese miteinander abzugleichen. Dazu gehörten:
- Elektroenzephalografie (EEG) [Gehirn]: 30-Kanal-Analyse, einschließlich der Bewertung des „frontalen Mittellinien-Theta“, das auf konzentrierte kognitive Aktivität hinweist.
- Herzfrequenzvariabilität (HRV) [Herz]: Herzfrequenz und das Gleichgewicht zwischen Stress und Erholung; zeigt, wie stark der Körper physiologisch angeregt ist.
- Galvanische Hautreaktion (GSR) [Haut]: Die Hautleitfähigkeit spiegelt die rohe Erregungsintensität wider, kann jedoch allein nicht zwischen Aufregung und Angst unterscheiden.
- Eye-Tracking [Blick]: Fixation, Blinzelfrequenz und Sakkaden (schnelle, ruckartige, unwillkürliche Bewegungen) zeigen, ob es sich bei der Erregung um einen „fokussierten Flow“ oder um ängstliches Scannen handelt.
Die Probanden absolvierten eine Reihe kontrollierter Fahrszenarien – teils selbst am Steuer, teils als Beifahrer. Jedes Szenario wurde ausgewählt, um die Reaktion auf unterschiedliche Geschwindigkeiten zu messen, beinhaltete verschiedene äußere Reize und stellte jeweils unterschiedliche körperliche und geistige Herausforderungen dar. Alle Tests wurden unter streng kontrollierten Bedingungen abseits öffentlicher Straßen in der PalmerSport-Anlage in Bedfordshire, England, durchgeführt. Dabei wurden die Teilnehmer von professionellen Fahrlehrern angeleitet, wie sie die Fahrzeuge sicher und souverän fahren können.
Die Tests umfassten:
- Geländefahrt: Langsames Fahren im Gelände mit einem Land Rover Defender auf einem eigens angelegten Geländeparcours mit steilen Anstiegen und Abfahrten, Watpassagen und Präzisionslenkungsübungen.
- Einsitzer-Karts (auf einer speziellen Kartbahn): Die Teilnehmer fuhren unter kontrollierten Bedingungen auf einer engen und kurvenreichen Strecke.
- McLaren Artura GT4 (auf einer gesperrten Rennstrecke): Nicht wettkampforientiertes Fahren in einem kontrollierten, renntauglichen Fahrzeug unter professioneller Aufsicht.
- JPLM-Fahrt (auf einer gesperrten Rennstrecke): Nicht wettkampforientiertes Fahren in einem offenen Rennwagen unter kontrollierten Bedingungen.
- JPLM-Beifahrererlebnis (auf einer gesperrten Rennstrecke): Analog zum vorherigen Test, jedoch saß hier durchgehend ein professioneller Fahrer am Steuer, der das Fahrzeug im absoluten Grenzbereich bewegte.
Der Nervenkitzel erreicht seinen Höhepunkt, wenn die Fahrer einen Zustand vollkommener Konzentration erreichten.
Als besonders aufregend stach der Testdurchgang hervor, bei dem die Probanden einen McLaren Artura GT4-Rennwagen fuhren. Hier zeigte sich das höchste Maß an neuronaler und physischer Aktivierung, verbunden mit den deutlichsten Indikatoren für kognitive Immersion und körperliche Fahrzeugkontrolle. Zudem zeigten die Testpersonen die Merkmale eines Zustandes vollkommener Konzentration, in dem sie an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit agierten. Die mit tiefer Konzentration verbundene Gehirnaktivität war am höchsten, die Wachsamkeit und das Engagement des Körpers waren gesteigert, und die Augenbewegungen zeigten intensive Konzentration.
Die Artura-Fahrer hielten ihren Blick in Kurven deutlich länger auf die Ideallinie gerichtet (durchschnittlich 70 „Apex-Lock“-Fixationen pro Minute) und blinzelten sehr selten (nur 2,5 Mal pro Minute – bemerkenswert wenig im Vergleich zu 15 bis 20 Mal im Ruhezustand). All dies deutet darauf hin, dass sie das Gefühl hatten, die volle Kontrolle zu haben und vollständig in das Fahrerlebnis eingetaucht zu sein.
Während eines als positiv empfundenen Nervenkitzels zeigt der vordere Teil des Gehirns – der Bereich, der für Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung zuständig ist – mehr „Theta“-Gehirnwellen, die mit tiefer Konzentration in Verbindung stehen, während gleichzeitig eine gesunde Alpha-Aktivität aufrechterhalten wird, die mit ruhiger Wachsamkeit assoziiert ist. Dieses positive Muster zeigte sich am stärksten bei den Testsitzungen im McLaren Artura GT4 und in Einsitzer-Karts, mit hohen Theta-Werten (4–8 Hz) in der frontalen Mittellinie und moderaten Alpha-Werten (8–12 Hz) in den EEG-Tests.
Der Nervenkitzel ist kein passives Erlebnis – wie das Gefühl von Kontrolle darüber entscheidet, ob Fahrspaß in Anspannung umschlägt.
Aufregung und Angst mögen sich körperlich ähnlich anfühlen, doch die Studie „Thrill of Driving“ zum Fahrspaß zeigt, wie unterschiedlich das Gehirn darauf reagiert.
Die Gegenüberstellung der Messwerte zeigt den Unterschied zwischen Selbstfahren und Mitfahren besonders deutlich:
- Angstzustand: Dieser zeigte sich am deutlichsten im JPLM-Beifahrertest. Die Studie stellte vermehrt schnelle Beta-Gehirnwellen fest, die mit Stress und Angst in Verbindung stehen, während die mit Konzentration verbundene Theta- und die beruhigende Alpha-Aktivität abnahmen. Dies spiegelt ein Gehirn wider, das eher überfordert statt völlig fokussiert ist.
- Blickverhalten: Während sich der Nervenkitzel in einem ruhigen, erwartungsvollen Blick widerspiegelte, registrierten die Eye-Tracking-Sensoren bei Angst unregelmäßige und reaktive Augenbewegungen. Im Gegensatz zu den Fahrten, bei denen die Probanden den McLaren Artura GT4 selbst steuerten (2,5 Blinzeln und 70 Blickfixationen pro Minute), blinzelten sie beispielsweise 40 Mal und es gab 190 einzelne Blickfixationen, wenn das Auto von einem professionellen Fahrer durch Kurven gesteuert wurde.
Eine erhöhte Herzfrequenz bedeutet nicht immer „Fahrspaß“
Die durchschnittliche (mittlere) Herzfrequenz unterschied sich deutlich zwischen den verschiedenen Fahrversuchen und erreichte beim Fahren des McLaren einen Spitzenwert von zusätzlich 43,8 Schlägen pro Minute, gegenüber zusätzlichen 16 Schlägen pro Minute während der Offroad-Fahrsitzung. Der „Fahrspaß“ hängt jedoch nicht nur von einer erhöhten Herzfrequenz ab; dies zeigt sich auch bei Angst. Vielmehr zeigt sich der „Fahrspaß“ durch eine niedrige, aber schwankende Herzfrequenzvariabilität (HRV), während Angst die HRV auf ein sehr niedriges Niveau drückt.Die Studie unterstreicht, dass Intensität nicht gleichbedeutend mit Vergnügen ist; die gewonnenen Hirndaten helfen dabei, Intensität (neurophysiologische Erregung) von der emotionalen Ausrichtung (eine positive oder negative Reaktion auf die Situation) zu unterscheiden.







