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Rallye WM
13.03.2026

Solberg verteidigt knappe Safari-Führung vor Ogier

Oliver Solberg geht bei der Safari Rallye Kenia mit einem knappen Vorsprung in die nächsten Prüfungen. Die Etappen am Freitag stellten Fahrer und Teams vor enorme Herausforderungen – von tiefem Schlamm und ausgefahrenen Pisten über technische Probleme bis hin zu Begegnungen mit Wildtieren entlang der Strecke.

Nach einem ereignisreichen Freitag liegt Oliver Solberg in seinem Toyota GR Yaris Rally1 mit einem hauchdünnen Vorsprung von einer Sekunde vor dem neunmaligen Weltmeister Sébastien Ogier, der am Nachmittag eine starke Aufholjagd startete.

Bereits zu Beginn des Tages sorgten extreme Bedingungen für Probleme. Die Wertungsprüfung Camp Moran musste abgesagt werden, nachdem tiefe Spurrillen die Strecke für medizinische und technische Fahrzeuge unpassierbar gemacht hatten. Stattdessen begann der Rallyetag auf der 18,95 Kilometer langen Prüfung Loldia.

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Auch Solberg blieb nicht ohne Schwierigkeiten. Auf der ersten Prüfung des Tages rutschte der 24-Jährige in einer Rechtskurve in die Büsche und verlor rund zehn Sekunden, fand danach jedoch wieder zu seinem Rhythmus zurück.

Am Nachmittag änderten sich die Streckenbedingungen erneut. Mit abtrocknendem Untergrund kamen scharfkantige Steine und tiefe Spurrillen zum Vorschein – ideale Voraussetzungen für Ogier, der auf zwei Prüfungen Bestzeiten setzte und sich Schritt für Schritt heranarbeitete. Zusätzlich verlor Solberg auf der achten Prüfung rund 30 Sekunden durch einen Reifenschaden hinten rechts.

Hinter dem Spitzenduo präsentierte sich Toyota Gazoo Racing stark: Elfyn Evans komplettierte als Dritter einen Toyota-Dreifacherfolg an der Spitze, 20,5 Sekunden hinter Ogier.

Eine starke Leistung zeigte auch Sami Pajari, der sich trotz eines Beinahe-Überschlags am Morgen auf Rang vier etablierte und mehrere Bestzeiten setzte.

Pech hatte dagegen Takamoto Katsuta. Zwei Reifenschäden an der Vorderachse zwangen ihn, die restlichen Prüfungen ohne Ersatzrad zu absolvieren, wodurch er auf Rang sieben zurückfiel – hinter die beiden Hyundai Motorsport-Piloten Thierry Neuville und Adrien Fourmaux.

Für eine ungewöhnliche Szene sorgte Esapekka Lappi: Auf einer Prüfung musste er im ersten Gang rund 300 Meter hinter einer Gruppe Giraffen herfahren, bevor die Strecke wieder frei war.
 
Auch das Team M-Sport Ford World Rally Team hatte einen schwierigen Tag. Josh McErlean schied nach einem Einschlag mit Reifenschaden und Getriebeölverlust aus. Teamkollege Jon Armstrong musste nach einem gebrochenen Hinterachslenker eine Notreparatur durchführen, erreichte jedoch noch das Etappenziel.

In der WRC2 übernahm Robert Virves die Führung. Er zog am Briten Gus Greensmith vorbei, der wegen eines Getriebeproblems vorsichtig fahren musste. Virves geht damit mit einem Vorsprung von 14,5 Sekunden in den Samstag.

Top-Sechs-Stand nach Freitag (SS10 / 20):
1. O. Solberg / E. Edmondson (Toyota GR Yaris Rally1) 1h 33m 50.2s
2. S. Ogier / V. Landais (Toyota GR Yaris Rally1) +1.0 Sekunden
3. E. Evans / S. Martin (Toyota GR Yaris Rally1) +20.5 Sekunden
4. S. Pajari / M. Salminen (Toyota GR Yaris Rally1) +1:10.5 Minuten
5. T. Neuville / M. Wydaeghe (Hyundai i20 N Rally1) +1:46.1 Minuten
6. A. Fourmaux / A. Coria (Hyundai i20 N Rally1) +1:47.3 Minuten
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