Rallye WM
10.04.2026
Pajari führt Kroatien-Rallye nach Drama-Freitag – Evans und Solberg raus
Der Toyota-Pilot Pajari beendete die acht Asphaltprüfungen des Tages mit einem Vorsprung von 13,7 Sekunden auf Thierry Neuville im Hyundai. Dahinter folgt Takamoto Katsuta (Toyota), der nur 0,9 Sekunden zurückliegt. Die Zeitabstände spiegeln jedoch nur bedingt das tatsächliche Geschehen wider, denn wechselnde Gripverhältnisse, Ausrutscher und Reifenschäden bestimmten das Bild.
Evans hatte zunächst alles im Griff. Als erster Fahrer auf der Strecke profitierte der WM-Spitzenreiter von sauberen Linien und gewann die ersten beiden Prüfungen. Sein Vorsprung wuchs auf 15,8 Sekunden an. Doch auf SS3 endete seine Fahrt abrupt: Auf der Prüfung Beram – Cerovlje kam er nach einem zu schnell angefahrenen Rechtsknick von der Strecke und schlug im Wald ein. Fahrer und Beifahrer blieben unverletzt, die Rallye war jedoch beendet.
Auch Solberg erwischte es früh. Bereits nach wenigen Kilometern rutschte er auf der ersten Prüfung von der Strecke und setzte seinen Toyota GR Yaris Rally1 fest. Ein kleiner Fahrfehler – ausgelöst durch Untersteuern – reichte aus, um sein Debüt auf trockenem Asphalt im Rally1-Auto vorzeitig zu beenden.
Pajari nutzte die Situation konsequent. Ohne in den frühen Prüfungen durch absolute Bestzeiten aufzufallen, blieb der Finne fehlerfrei und übernahm die Führung. Mit einer Bestzeit auf SS4 setzte er ein Ausrufezeichen und verteidigte seine Position am Nachmittag gegen den zunehmenden Druck von Neuville und Katsuta. Es ist seine erste Führung über Nacht in der Rallye-Weltmeisterschaft.
Neuville steigerte sich im Verlauf des Tages deutlich. Trotz Balanceproblemen am Vormittag blieb er in Schlagdistanz und konnte am Nachmittag mit zwei Bestzeiten (SS6 und SS7) aufschließen. Vor der letzten Prüfung lag er nur noch 6,3 Sekunden zurück, verlor dort jedoch wieder Zeit und beendete den Tag auf Rang zwei.
Katsuta präsentierte sich erneut abgeklärt. Nach einem vorsichtigen Beginn – unter anderem wegen Solbergs Unfallfahrzeug auf der Strecke – steigerte er sein Tempo kontinuierlich und blieb stets in Reichweite der Spitze. Der Rückstand auf Pajari beträgt lediglich 14,6 Sekunden.
Hinter dem Spitzentrio komplettiert Hayden Paddon die Top Vier bei seinem Kroatien-Debüt. Der Neuseeländer profitierte von einer fehlerfreien Fahrt auf den schwierigen, stark verschmutzten Straßen, liegt jedoch bereits über eine Minute zurück.
Adrien Fourmaux kämpfte sich nach einem frühen Reifenschaden auf Rang fünf zurück. Ein Plattfuß vorne rechts auf SS2 kostete ihn mehr als eine Minute und jede Chance auf ein Spitzenresultat.
Für M-Sport Ford verlief der Tag durchwachsen: Josh McErlean verlor durch einen Reifenschaden auf SS7 viel Zeit, während Jon Armstrong nach starkem Beginn zunächst zurückfiel und später nach einem Ausrutscher auf SS4 aufgeben musste.
In der WRC2 führt Yohan Rossel nach einem ebenfalls turbulenten Tag. Hinter ihm liegen Nikolay Gryazin und Alejandro Cachón.
Der Samstag gilt als die anspruchsvollste Etappe der Rallye. Acht Prüfungen und mehr als 115 Wertungskilometer stehen auf dem Programm – mit weiterhin hohem Fehlerpotenzial.
Top-Ten nach acht Wertungsprüfungen:
1. Sami Pajari / Marko Salminen (Toyota GR Yaris Rally1) 1:12:18.5
2. Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe (Hyundai i20 N Rally1) +13.7 Sekunden
3. Takamoto Katsuta / Aaron Johnston (Toyota GR Yaris Rally1) +14.6 Sekunden
4. Hayden Paddon / John Kennard (Hyundai i20 N Rally1) +1:15.0 Minuten
5. Adrien Fourmaux / Alexandre Coria (Hyundai i20 N Rally1) +1:54.6 Minuten
6. Yohan Rossel / Arnaud Dunand (Lancia Ypsilon Rally2) +2:45.9 Minuten
7. Nikolay Gryazin / Konstantin Aleksandrov (Lancia Ypsilon Rally2) +3:08.0 Minuten
8. Alejandro Cachón / Borja Rozada (Toyota GR Yaris Rally2) +3:27.9 Minuten
9. Léo Rossel / Guillaume Mercoiret (Citroën C3 Rally2) +3:35.1 Minuten
10. Roope Korhonen / Anssi Viinikka (Toyota GR Yaris Rally2) +3:47.0 Minuten







