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Rallye WM
14.03.2026

Katsuta geht aus Safari-Chaos als Führender in den Finaltag

Takamoto Katsuta steht bei der Rallye Kenia kurz vor seinem ersten Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft. Es war ein Tag mit beispielloser Ausfallserie. Bei einer Rallye, die für ihre extreme Härte bekannt ist, brachte die Samstags-Etappe ein Chaos, wie es in der modernen WRC nur selten zu sehen ist.

Was zunächst wie eine klare Toyota-Dreifachführung aussah, zerfiel während der brutalen Vormittagsschleife komplett. Dadurch eröffnete sich für Takamoto Katsuta die Möglichkeit, überraschend die Führung zu übernehmen – eine Position, die er auch am schwierigen Nachmittag erfolgreich verteidigte.

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Das Bild der Rallye änderte sich vor allem auf der berüchtigten 31 Kilometer langen Prüfung „Sleeping Warrior“ sowie auf der anschließenden Verbindungsetappe. WM-Spitzenreiter Elfyn Evans war das erste prominente Opfer: Er musste die Prüfung mit einem irreparablen Schaden an der rechten Hinterradaufhängung aufgeben. Wenige Minuten später nahm das Drama auf der Verbindung zurück zum Servicepark in Naivasha weiter Fahrt auf.

Solberg, Neuville und Ogier mit Ausfall

Rallye-Leader Oliver Solberg, der sich zuvor auf der völlig verschlammten „Sleeping Warrior“-Prüfung praktisch blind durchkämpfen musste, nachdem ihm die Scheibenwaschflüssigkeit ausgegangen war, fiel mit einem Defekt an der Lichtmaschine aus.

Auch Teamkollege Sébastien Ogier, der am Morgen eine beeindruckende Aufholjagd gestartet hatte, musste mit dem gleichen Problem auf derselben Verbindungsetappe aufgeben. Damit waren die drei führenden Fahrzeuge praktisch auf einen Schlag aus dem Rennen.

Diese Ausfälle brachten Takamoto Katsuta unerwartet in Führung. Der Japaner war am Morgen bewusst eine vorsichtige „Überleben statt Attacke“-Strategie gefahren, nachdem er auf der Prüfung Elmenteita zwei Reifenschäden erlitten hatte und den Rest der Schleife ohne Ersatzreifen absolvieren musste. Diese Taktik zahlte sich letztlich aus: Als die verbliebenen Crews stark angeschlagen zum Mittagsservice zurückkehrten, lag Katsuta plötzlich mit mehr als einer Minute Vorsprung vorne.

Am Nachmittag ließ die Safari-Rallye jedoch weiterhin keine Gnade walten. Hyundai-Pilot Thierry Neuville, der trotz Überhitzungsproblemen am Morgen als Gesamtzweiter in die Schleife gestartet war, musste auf der zweiten Durchfahrt der Prüfung Soysambu aufgeben, nachdem er drei Reifenschäden erlitten hatte und keinen Ersatzreifen mehr zur Verfügung hatte.
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