Rallye WM
13.04.2026
Dramatik pur am letzten Tag der Kroatien-Rallye
Neuville war mit einem Vorsprung von mehr als einer Minute in die letzte Prüfung gestartet und schien auf dem Weg zu seinem ersten Saisonsieg. Doch nach einem Einschlag in einen Betonblock wurde die Aufhängung vorne rechts an seinem i20 N Rally1 beschädigt – das Aus nur wenige Kilometer vor dem Ziel.
Damit erbten Katsuta und Beifahrer Aaron Johnston den Sieg und feierten ihren zweiten Erfolg in Folge in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft nach ihrem Triumph bei der Safari Rallye Kenia – diesmal auf Asphalt.
Toyota-Teamkollege Sami Pajari rückte auf Rang zwei vor (+20,7 Sekunden), während Hayden Paddon bei seinem ersten Start in Kroatien und erst zweiten Saisoneinsatz das Podium komplettierte.
Über weite Strecken des Tages hatte alles nach einem kontrollierten Sieg für Neuville ausgesehen. Der Belgier ging mit 1:14,5 Minuten Vorsprung in den Sonntag, während Katsuta vor allem Platz zwei absichern sollte. Pajari versuchte nach seinem Reifenschaden am Samstag noch Schadensbegrenzung zu betreiben.
Katsuta beendete die Rallye mit der fünftschnellsten Zeit auf der Power Stage und schien bereits auf Rang zwei festgelegt – bis Neuville ausfiel und ihm in letzter Sekunde den Sieg überließ.
Für Neuville war es ein bitteres Ende nach einer seiner stärksten Rallye-Leistungen der vergangenen Zeit. Katsuta hingegen machte einen weiteren großen Schritt nach vorne: Mit nun 84 Punkten führt er die Fahrerwertung an, fünf Zähler vor Elfyn Evans, während Oliver Solberg mit 68 Punkten Dritter ist. Auch Toyota baute die Führung in der Herstellerwertung auf 206 Punkte aus, Hyundai folgt mit 141.
Pajari sicherte sich mit Rang zwei sein drittes Podium in Folge, auch wenn ein möglicher Sieg verloren ging. Der Finne hatte die Rallye bis Samstagnachmittag angeführt, ehe ihn ein Reifenschaden entscheidend zurückwarf.
„Natürlich ist ein Podium immer positiv“, sagte Pajari. „Aber gleichzeitig bin ich enttäuscht, denn der Sieg war lange in unserer Hand.“
Hayden Paddon zeigte ebenfalls eine starke Leistung. Der Neuseeländer blieb fehlerfrei und wurde mit Rang drei belohnt – sein erstes Podium seit der Rallye Australien 2018.
„Ein Ergebnis ist ein Ergebnis“, so Paddon. „Wir haben es mit einer cleveren und kontrollierten Herangehensweise geschafft.“
Oliver Solberg sorgte trotz seines frühen Ausfalls am Freitag weiterhin für Aufsehen. Der Schwede dominierte am Sonntag und gewann die Super-Sunday-Wertung mit 13,1 Sekunden Vorsprung auf Elfyn Evans. Auch Jon Armstrong überzeugte erneut und wurde Dritter in der Tageswertung.
In der WRC2 sicherte sich Yohan Rossel einen historischen Sieg für Lancia und bescherte dem Ypsilon HF Rally2 den ersten Klassensieg. Rossel wurde zudem Gesamtvierter, vor seinem Bruder Léo Rossel und Nikolay Gryazin. Gleichzeitig war es das erste Top-5-Gesamtergebnis für Lancia bei einem WRC-Lauf seit 1994.
Die WRC bleibt auf Asphalt: Mit der Rallye Islas Canarias auf Gran Canaria (23.–26. April 2026) steht bereits der nächste Lauf im Kalender.





