Obwohl Cresswell seine Pole-Position unmittelbar nach dem Start verlor, blieb er am Führenden dran. Nach dem Fahrerwechsel übernahm Hart und setzte alles daran, die Spitze zurückzuerobern. Schließlich gelang ihm das entscheidende Überholmanöver und damit der zweite Sieg des Wochenendes.
Das Ergebnis hat große Auswirkungen auf die Meisterschaft. Die bisherigen Tabellenführer Enrico Förderer und Cedric Fuchs erlebten ihr bislang schwächstes Wochenende der Saison. In Rennen 2 kam das Duo im GT4-Mercedes nur auf Platz 13. Cresswell und Hart verdrängen sie damit erstmals in diesem Jahr von der Spitze der Silver-Wertung. Im alles entscheidenden Finale in Portimao kann aber noch alles passieren.
Auch in der Pro-Am-Klasse fiel noch keine Titelentscheidung. Sacha Bottemanne und Viny Beltramelli gewannen für Team Speedcar und verkürzten damit den Rückstand auf Joakim Walde und Victor Bouveng. Vor den letzten beiden Rennen beträgt deren Vorsprung noch 30 Punkte.
In der Am-Wertung siegten Daniel Blickle und Max Kronberg trotz eines frühen Ausritts und bauten damit ihre Tabellenführung aus.
Hart macht mit seinen Attacken den Unterschied
Beim Start musste Cresswell sofort verteidigen. Paul Petit versuchte im Audi von Team Speedcar, zwischen den McLaren und den von Position zwei gestarteten TeamFloral-Ford Mustang von Kiano Blum zu fahren.Alle drei kamen ohne größere Folgen durch die enge Situation, doch Cresswell verlor dabei die Führung an Blum. Der überzeugte bei seinem GT4-Europe-Debüt und hielt den McLaren während der ersten Rennhälfte auf Distanz.
Blum übergab den Mustang anschließend an Sam Paley. Cresswell war eine Runde zuvor zum Fahrerwechsel gekommen und hatte den McLaren an Hart übergeben. Dadurch waren die Reifen des McLaren bereits auf Temperatur, als der Mustang unmittelbar vor ihm wieder auf die Strecke kam.
Harts erster Angriff auf die Führung scheiterte, nachdem er nach außen gedrängt wurde. Wenig später versuchte er es erneut und schlüpfte an Paley vorbei. Anschließend setzte sich Hart ab und brachte den zweiten Sieg des Wochenendes sicher ins Ziel.
Paley wurde ungefährdet Zweiter und sorgte damit für das bislang beste Saisonresultat eines Ford Mustang.
Kurios verlief der Kampf um Rang drei. Erik Evans hatte den zweiten Mustang von Academy Motorsport in der Anfangsphase auf einen Podestplatz gebracht. Das Team ließ ihn während des Boxenstoppfensters jedoch zu lange draußen. Als Evans schließlich zum Wechsel auf Nathan Vanspringel hereingeholt wurde, war das vorgeschriebene Zeitfenster bereits verpasst. Eine Zehn-Sekunden-Strafe machte die Podiumschancen endgültig zunichte.
Eine starke Aufholjagd zeigten Thomas Rackl und Gabriele Piana. Rackl arbeitete sich vom 18. Startplatz weit nach vorne. Piana setzte die Aufholjagd anschließend fort und überholte Vanspringel im Windschatten. Damit sicherte sich Borusan Otomotiv Motorsport erstmals ein GT4-Europe-Podium in Zandvoort – 15 Positionen besser als beim Start.
Robert Consani und Benjamin Lariche belegten im Audi von Team Speedcar Rang vier. Dahinter folgten Mees Houben und Lachlan Evennett im Toyota von Speedy Motorsport. Lluc Ibañez und Alexandre Papadopulos wurden für NM Racing Team Sechste.
Förderer und Fuchs kamen erneut nur schwer nach vorne. Zusätzlich erhielten sie wegen eines zu kurzen Boxenstopps eine Strafe und beendeten das Rennen außerhalb der Spitzengruppe.
Team Speedcar hält Pro-Am-Titelkampf offen
Bottemanne und Beltramelli mussten gewinnen, um ihre Chancen auf den Pro-Am-Titel zu wahren – und genau das gelang. Bottemanne setzte sich im ersten Rennabschnitt deutlich von der Klassenkonkurrenz ab. Beltramelli brachte den Audi anschließend sicher ins Ziel und machte den zweiten Pro-Am-Sieg des Wochenendes perfekt.Extrem knapp war die Entscheidung um Rang zwei. Daniel Nilsson und Edvin Hellsten retteten ihren Porsche von Nova Racing mit lediglich 0,007 Sekunden Vorsprung auf den W&S-Porsche von Tim Horrell und Alon Gabbay ins Ziel.
Ravi Ramyead und Charlie Robertson wurden nach einem Kontakt zunächst gedreht, kämpften sich aber noch auf Rang vier der Klasse zurück. Dahinter folgten die Tabellenführer Walde und Bouveng. Ihr Meisterschaftsvorsprung schrumpfte in Zandvoort auf 30 Punkte.
Auch das Rennen von Blickle und Kronberg schien zunächst einen schlechten Verlauf zu nehmen. Blickle wurde am Start nach außen gedrängt und musste durch das Kiesbett von Kurve 1. Mit konstanten Stints kämpfte sich das W&S-Duo jedoch zurück und gewann die Am-Klasse vor dem Toyota von Mikael und Christoffer Brunnhagen.
Damit ist vor dem Saisonfinale noch keine der drei Meisterschaften entschieden. Die Titel in Silver, Pro-Am und Am werden bei den letzten beiden Rennen in Portimão vom 16. bis 18. Oktober 2026 vergeben.





