GT World Challenge
31.08.2026
TGI Team by GRT kämpft sich auf dem Nürburgring nach vorne
Im hochkarätig besetzten Feld mit 55 GT3-Fahrzeugen fehlte dem neuen Lamborghini Temerario GT3 #63 von Beginn an die notwendige Performance. Dennoch gelang Mirko Bortolotti, Franck Perera und Sandy Mitchell im dreistündigen Rennen eine beachtliche Aufholjagd. Von Startplatz 35 ging es bis auf Rang 18 nach vorne. Damit war GRT zugleich das bestplatzierte Lamborghini-Team.
Bereits während der Trainings am Samstag zeigte sich, dass die Mannschaft aus der Steiermark vor einer schwierigen Aufgabe stand. In der zweiten Session fehlten mehr als anderthalb Sekunden auf die Bestzeit. Das Team arbeitete intensiv am Set-up und versuchte, für den Sonntag eine stabilere Fahrzeugbalance zu finden. Im Qualifying konnten Bortolotti, Perera und Mitchell den Abstand zwar auf rund 1,2 Sekunden reduzieren, mehr als der 35. Startplatz war jedoch nicht möglich.
Den ersten Stint im Rennen übernahm Franck Perera. Bereits in der ersten Kurve wurde der Franzose unverschuldet in eine Kollision verwickelt. Dabei wurde die Aerodynamik an der Front des Lamborghini beschädigt und Perera fiel bis hinter Position 40 zurück. Trotz des Handicaps startete er anschließend eine Aufholjagd und arbeitete sich während seines Stints wieder bis auf Rang 27 nach vorne.
Während einer Full-Course-Yellow kurz vor Ende der ersten Rennstunde übernahm Sandy Mitchell das Steuer. Der Brite sprang auf dem Nürburgring für Maximilian Paul ein, der sich nach seinem DTM-Unfall auf dem Norisring weiterhin in der Rehabilitation befindet. Mitchell lag beim folgenden Restart bereits auf Position 24 und gewann anschließend weitere Plätze. Trotz mehrerer Neutralisierungen brachte er den Lamborghini bis zum letzten Fahrerwechsel weiter nach vorne.
Für die Schlussphase übernahm Mirko Bortolotti den Temerario GT3. Der Italiener lag auf Platz 20, als das Rennen rund 45 Minuten vor dem Ende nochmals neutralisiert wurde. Nach dem letzten Restart machte Bortolotti weitere Positionen gut und brachte den Lamborghini nach 83 Runden auf Gesamtrang 18 ins Ziel. Damit hatte GRT trotz des Zwischenfalls beim Start und der fehlenden Performance im Verlauf des Rennens mehr als 20 Positionen gewonnen.
Teamchef Gottfried Grasser zeigte sich vor allem mit der Arbeit seiner Mannschaft zufrieden. Bei einem Performance-Defizit von rund einer Sekunde seien keine Wunder möglich gewesen. Fahrer und Crew hätten sich deshalb darauf konzentriert, ein möglichst fehlerfreies Rennen zu absolvieren und jede sich bietende Chance zu nutzen. Zusätzlich erschwerte der Schaden aus der Startphase die Aufgabe, da dem Lamborghini dadurch Topspeed fehlte. Grasser lobte zudem Ersatzfahrer Mitchell für seinen Einstand im Team.
Deutlich kritischer fiel die Bilanz von Mirko Bortolotti aus. Der Lamborghini-Werksfahrer sprach von einem enttäuschenden Wochenende und erklärte, dass es dem Team zu keinem Zeitpunkt gelungen sei, in die Nähe der Spitzenplätze zu kommen. Die bisherige Saison im Endurance Cup bezeichnete er sogar als Tiefpunkt seit dem Einstieg in die Meisterschaft im Jahr 2015. Perera sah dagegen zumindest Fortschritte bei der Entwicklung des neuen Temerario GT3 und zeigte sich mit seiner eigenen Rennpace sowie der Aufholjagd zufrieden.
Für GRT geht es bereits vom 11. bis 13. September 2026 auf dem Sachsenring mit der DTM weiter. Das Finale der GT World Challenge Europe im Endurance Cup findet anschließend am 17. und 18. Oktober 2026 in Portimão statt.





