Dienstag, 8. September 2026
MXL täglich aktuell
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Formel 1
21.08.2026

Yuki Tsunoda: „Ich konnte es kaum erwarten, wieder im Auto zu sitzen“

Yuki Tsunoda kehrt an diesem Wochenende (21. bis 23. August 2026) überraschend in die Formel 1 zurück. Beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort übernimmt der Japaner kurzfristig das Cockpit von Racing Bulls.

Möglich wurde der Einsatz, weil Isack Hadjar aufgrund einer Handgelenksverletzung nicht antreten kann. Liam Lawson rückt deshalb zu Red Bull Racing auf, Tsunoda übernimmt dessen Platz neben Arvid Lindblad.

Für Tsunoda kommt der Einsatz völlig unerwartet. Noch am Dienstag befand sich der Japaner im Urlaub in Griechenland. „Ich lag gerade am Strand und hatte eine schöne Zeit“, schilderte er am Donnerstag in Zandvoort. Dann erhielt er den Anruf, dass er möglicherweise an diesem Wochenende wieder im Formel-1-Auto sitzen würde.

Anzeige
Weniger als zwei Tage bleiben Tsunoda damit zur Vorbereitung. Zwar absolvierte er als Test- und Reservefahrer in diesem Jahr bereits einige Testfahrten, die aktuelle Formel-1-Generation ist für ihn jedoch neu. Dennoch fühlt er sich körperlich bereit und sieht vor allem eine große Chance.

„Seit Saisonbeginn wollte ich unbedingt wieder im Auto sitzen und gegen die anderen Fahrer antreten“, sagte Tsunoda. Nach Monaten an der Seitenlinie könne er es kaum erwarten, wieder selbst auf der Strecke zu stehen.

Tsunoda war bis zum Ende der vergangenen Saison Stammfahrer und arbeitete anschließend als Test- und Reservefahrer für Red Bull Racing und Racing Bulls. Dadurch konnte er die Entwicklung der neuen Autos und die Arbeitsweisen von Max Verstappen, Isack Hadjar, Liam Lawson und Arvid Lindblad aus nächster Nähe verfolgen.
 

Chance auf ein Comeback 2027?

Offiziell ist Tsunodas Einsatz zunächst auf den Grand Prix der Niederlande begrenzt. Wie es danach weitergeht, hängt vor allem von Hadjars Genesung ab. Tsunoda selbst will deshalb nicht zu weit vorausblicken.

„Natürlich würde ich gerne im nächsten Jahr ein Cockpit haben“, erklärte der 24-Jährige. Gleichzeitig wisse er, dass diese Entscheidung nicht in seiner Hand liege. Der aktuelle Einsatz sei jedoch eine Möglichkeit, seine Fähigkeiten erneut unter Beweis zu stellen.

Das Timing könnte kaum besser sein. Die Cockpits für 2027 werden zunehmend knapp, da zahlreiche Teams ihre Fahrerpaarungen beibehalten wollen. Für Tsunoda bietet sich deshalb eine seltene Gelegenheit: Statt über seine Fähigkeiten zu sprechen, kann er sie an diesem Wochenende direkt auf der Strecke zeigen. „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt“, sagte er. „Es ist immer besser zu fahren und zu zeigen, was ich kann, als nur darüber zu reden.“

Für Racing Bulls kommt Tsunoda zudem nicht als völlig Unbekannter zurück. Der Japaner kennt das Team aus seiner langjährigen Zusammenarbeit bestens. Gleichzeitig liegt die Messlatte hoch: Racing Bulls hat Alpine zuletzt überholt und liegt aktuell auf Platz fünf der Konstrukteurswertung.

Tsunoda weiß daher genau, worauf es ankommt. Sein Ziel für Zandvoort ist zunächst denkbar einfach: schnell wieder den Rhythmus finden, das Wochenende genießen und seine Chance nutzen.

„Ich werde 100 Prozent geben. Hoffentlich bringt das ein gutes Ergebnis“, sagte Tsunoda. „Ich habe lange auf diesen Moment gewartet. Jetzt freue ich mich darauf, mit dem aktuellen Auto auf die Strecke zu gehen.“
Anzeige