Formel 1
25.08.2026
Toto Wolff: „Das war vor allem eine Frage der Schadensbegrenzung”
„Letztendlich fehlte uns heute die Pace, um um den Sieg mitzukämpfen. Die Plätze zwei und drei waren daher vor allem eine Frage der Schadensbegrenzung“, erklärte der Mercedes-Teamchef. Ein bemerkenswertes Understatement, schließlich brachte Mercedes beide Autos auf das Podium und sammelte damit ein Maximum an Punkten, obwohl die Konkurrenz über weite Strecken schneller war. Dazu konnte man perfekte Harmonie nach außen demonstrieren, da Georg Russell bereitwillig den schnelleren Kimi Antonelli hat ziehen lassen.
Antonelli und Russell konnten früh einige Positionen gutmachen. Schnell wurde jedoch klar, dass es angesichts der Pace von Lando Norris schwierig werden würde, diese Positionen zu halten. Nachdem Norris Antonelli überholt hatte, war für Mercedes klar, dass es im weiteren Rennverlauf vor allem darum ging, beide Ferraris hinter sich zu lassen.
Die entscheidende Wende brachte das Virtuelle Safety Car. Mercedes nutzte die Gelegenheit für einen Boxenstopp bei Antonelli. Der Italiener wechselte auf die frischere weiche Reifenmischung und konnte sich damit vor den Verfolgern behaupten. Die perfekte Strategie ermöglichte es Mercedes, die Reihenfolge der Autos auf der Strecke zu seinen Gunsten zu verändern.
Anschließend spielte Russell eine entscheidende Rolle. Der Brite ordnete sich der Teamstrategie unter und hielt Lewis Hamilton und Charles Leclerc hinter sich. Dadurch konnte Mercedes verhindern, dass die beiden eigenen Fahrer in einen unnötigen Zweikampf verwickelt wurden und dabei wertvolle Zeit verloren.
„George hat dann hervorragende Arbeit geleistet, um sowohl Lewis als auch Charles hinter sich zu halten. So konnten wir vermeiden, durch einen Zweikampf untereinander Zeit zu verlieren“, sagte Wolff.
Dass Russell dabei auf einen möglichen Kampf um Platz zwei verzichtete, war ein wesentlicher Bestandteil der Strategie. Hätten Antonelli und Russell um P2 gekämpft, wäre Hamilton zwangsläufig näher herangekommen. Der Ferrari-Pilot hätte dadurch möglicherweise die Chance bekommen, einen der beiden Mercedes – oder im ungünstigsten Fall sogar beide – zu überholen. Russell stellte deshalb das Mannschaftsergebnis über seine eigene Position.
„Wir haben das ganze Jahr über ähnliche Situationen wie diese besprochen. Wäre es umgekehrt gewesen, hätten wir die gleiche Entscheidung getroffen“, erklärte Wolff.
Trotz der Plätze zwei und drei weiß Mercedes, dass die Performance des Autos verbessert werden muss. „Es stehen Weiterentwicklungen an, aber an den letzten beiden Rennwochenenden hatten wir nicht das schnellste Auto“, so Wolff.
Für die Weltmeisterschaft war Zandvoort dennoch ein erfolgreiches Wochenende. Mercedes behauptet die Führung in der Meisterschaft und baut seinen Vorsprung in der Konstrukteurswertung auf Rang zwei weiter aus. Angesichts der engen WM-Situation dürfte vor allem die Erkenntnis zählen, dass Mercedes auch dann ein starkes Ergebnis holen kann, wenn die reine Rennpace nicht für den Sieg reicht.
Lesen Sie auch: Kimi Antonelli beim Heimspiel in Monza mit Startplatzstrafe





