Nur 0,196 Sekunden trennten die beiden im Ziel. Isack Hadjar komplettierte für Red Bull als Dritter das Podium. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli kämpfte sich von Startplatz 16 bis auf Rang fünf nach vorne.
Russell setzte seine starke Vorstellung des gesamten Wochenendes zunächst nahtlos fort. Von der Pole Position erwischte der Brite einen guten Start und behauptete die Führung. Charles Leclerc kam dagegen schlecht weg und musste Oscar Piastri bereits auf den ersten Metern passieren lassen.
Dahinter sorgten die Red-Bull-Piloten für mächtig Bewegung. Hadjar und Verstappen gingen zunächst an Lando Norris vorbei. Hadjar schnappte sich anschließend Leclerc, wenig später folgte Verstappen. In Runde sieben ließ Hadjar seinen Teamkollegen passieren, womit Verstappen bereits auf Rang drei angekommen war.
Russell kontrollierte das Geschehen an der Spitze und setzte sich immer weiter ab. Nach zwölf Runden betrug sein Vorsprung auf Piastri bereits 5,9 Sekunden, später wuchs das Polster weiter an. Verstappen tat sich dagegen auf seinen Medium-Reifen schwer und konnte Piastri zunächst nicht ernsthaft unter Druck setzen.
Antonelli arbeitet sich durchs Feld
Antonelli musste nach seinem Unfall im Qualifying von Position 16 starten und hatte zunächst Mühe, schnell nach vorne zu kommen. Nach und nach arbeitete sich der Mercedes-Pilot jedoch durch das Feld. Er überholte unter anderem Nico Hülkenberg, Carlos Sainz, Esteban Ocon, Liam Lawson, Oliver Bearman und Franco Colapinto und erreichte noch vor Rennhalbzeit die Top Ten.Für Aston Martin war das Rennen dagegen früh gelaufen. Zunächst musste Lance Stroll seinen Wagen abstellen, in Runde 22 gab auch Fernando Alonso auf.
An der Spitze schien Russell das Rennen unter Kontrolle zu haben. Selbst eine leichte Berührung mit der Streckenbegrenzung in Runde 25 blieb ohne Folgen. Gleichzeitig wurde es hinter ihm innerhalb des Red-Bull-Duos unruhiger. Hadjar war schneller als Verstappen und setzte seinen Teamkollegen zeitweise unter Druck.
Albon-Crash stellt das Rennen auf den Kopf
In Runde 30 leistete sich Norris einen schweren Verbremser und musste in den Notausgang. Gasly und Antonelli nutzten die Gelegenheit und zogen vorbei. Nur wenig später änderte sich das Rennen grundlegend.Alex Albon verbremste sich und schlug mit seinem Williams in die Streckenbegrenzung ein. Das Safety Car kam heraus. Für Russell war das besonders bitter, denn sein zuvor herausgefahrener Vorsprung war mit einem Schlag dahin.
Die Fahrer nutzten die Neutralisation für ihre Reifenwechsel. Antonelli und Gasly gehörten zu den ersten, die auf Soft wechselten. Eine Runde später kamen auch die Spitzenfahrer. Russell und Verstappen erhielten Soft-Reifen, Piastri, Hadjar sowie die beiden Ferrari von Leclerc und Hamilton gingen auf Medium.
Beim Restart schlug Verstappen sofort zu. Der Niederländer nutzte den Vorteil seiner Soft-Reifen und ging an Piastri vorbei auf Rang zwei.
Dahinter entwickelte sich jedoch ein folgenschweres Chaos. Colapinto verschätzte sich beim Anbremsen von Kurve eins und traf seinen Alpine-Teamkollegen Gasly. Dieser wurde anschließend in Norris geschoben. Für Gasly und Norris war das Rennen beendet, Colapinto schleppte sich zunächst weiter, musste später aber ebenfalls aufgeben.
Gleichzeitig kollidierten auch die beiden Racing Bulls. Arvid Lindblad traf Lawson und drehte seinen Teamkollegen. Erneut musste das Safety Car auf die Strecke.
Piastri wirft Podium weg
Nach dem zweiten Restart behauptete Russell die Führung vor Verstappen. Piastri geriet dagegen unter Druck von Hadjar – und machte in Runde 40 einen folgenschweren Fehler. Der McLaren-Pilot verbremste sich und musste in den Notausgang. Von Rang drei fiel er bis auf Position 15 zurück und wurde am Ende nur 14.Hadjar erbte damit den dritten Platz vor Leclerc. Dahinter setzte Antonelli seine Aufholjagd fort. Der Italiener attackierte Hamilton und ging in Runde 43 am Ferrari vorbei. Anschließend machte er Jagd auf Leclerc, kam aber nicht mehr vorbei.
Vorne blieb es bis zur Zielflagge spannend. Verstappen hielt sich hartnäckig innerhalb einer Sekunde zu Russell. Eine mögliche Untersuchung gegen den Red-Bull-Piloten wegen eines Vorfalls während der Safety-Car-Phase wurde nicht eingeleitet. Auch eine leichte Berührung Verstappens mit der Streckenbegrenzung blieb ohne Folgen.
In der letzten Runde schlug Valtteri Bottas mit seinem Cadillac in Kurve 15 ein. Russell ließ sich davon nicht mehr beeindrucken und brachte den Sieg mit einem Vorsprung von lediglich 0,196 Sekunden ins Ziel.
Hadjar wurde mit 10,704 Sekunden Rückstand Dritter vor Leclerc. Antonelli beendete seine starke Aufholjagd nur 0,376 Sekunden hinter dem Ferrari auf Rang fünf. Hamilton wurde Sechster.
Arvid Lindblad erreichte trotz der Kollision mit Lawson Platz sieben, gefolgt von Esteban Ocon und Oliver Bearman. Carlos Sainz sicherte sich mit einem späten Überholmanöver gegen Hülkenberg den letzten WM-Punkt. Für Audi blieb damit trotz einer zwischenzeitlichen Top-Ten-Position nur Rang elf für Hülkenberg. Gabriel Bortoleto kam auf Platz 13 ins Ziel.





