Heute kann ein Fahrer an einem normalen Grand-Prix-Wochenende maximal 25 Punkte holen. An einem Sprint-Wochenende sind sogar 33 Zähler möglich. Doch das war nicht immer so.
So werden die Punkte im Grand Prix vergeben
Das aktuelle Punktesystem ist seit 2010 in Kraft. Die ersten zehn Fahrer eines Grand Prix erhalten WM-Punkte. Der Sieger bekommt 25 Zähler, für Platz zehn gibt es noch einen Punkt.P1 = 25 Punkte
P2 = 18 Punkte
P3 = 15 Punkte
P4 = 12 Punkte
P5 = 10 Punkte
P6 = 8 Punkte
P7 = 6 Punkte
P8 = 4 Punkte
P9 = 2 Punkte
P10 = 1 Punkt
Im Sprint werden dagegen die ersten acht Fahrer mit Punkten belohnt. Der Sieger erhält acht Zähler, anschließend geht es in Einerschritten bis zum achten Platz.
P1 = 8 Punkte
P2 = 7 Punkte
P3 = 6 Punkte
P4 = 5 Punkte
P5 = 4 Punkte
P6 = 3 Punkte
P7 = 2 Punkte
P8 = 1 Punkt
Damit ist ein Sieg deutlich wertvoller als noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig sorgt die Staffelung dafür, dass auch regelmäßige Platzierungen in den Punkterängen entscheidend für die Weltmeisterschaft sein können.
Ein Fahrer, der beispielsweise häufig Zweiter und Dritter wird, kann über eine Saison mehr Punkte sammeln als ein Konkurrent mit mehreren Siegen, aber zahlreichen Ausfällen.
Früher waren die Punkte deutlich weniger wert
Als die Formel-1-Weltmeisterschaft 1950 erstmals ausgetragen wurde, war das Punktesystem noch sehr überschaubar. Für einen Sieg gab es lediglich acht Punkte, für Platz zwei sechs und für Platz drei vier Zähler. Die Plätze vier und fünf erhielten drei beziehungsweise zwei Punkte. Zusätzlich wurde ein Punkt für die schnellste Rennrunde vergeben.Das damalige System sah also so aus:
P1 = 8 Punkte
P2 = 6 Punkte
P3 = 4 Punkte
P4 = 3 Punkte
P5 = 2 Punkte
Schnellste Rennrunde = 1 Punkte
Interessant: In den Anfangsjahren zählten überhaupt nur die besten fünf eines Rennens für die WM-Wertung. Erst 1960 wurde der Kreis der Punktesammler auf die ersten sechs erweitert. 2003 folgte die nächste große Erweiterung auf die ersten acht Fahrer.
Auch die Weltmeisterschaft selbst wurde früher anders berechnet. Nicht zwangsläufig alle Ergebnisse einer Saison gingen in die Wertung ein. Über Jahrzehnte mussten Fahrer eine bestimmte Anzahl ihrer besten Resultate berücksichtigen. Dieses System blieb bis 1991 bestehen.
Vom Acht-Punkte-Sieg zu 25 Zählern
Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Sieg immer stärker gewichtet. Aus den ursprünglichen acht Punkten wurden zunächst neun, später zehn und schließlich die heute bekannten 25 Punkte. Gleichzeitig wurde die Zahl der Fahrer, die Punkte sammeln können, immer weiter erhöht.Das zeigt auch, warum historische Punktestände nur bedingt miteinander vergleichbar sind. Ein Weltmeister aus den 1950er-Jahren konnte beispielsweise nicht annähernd so viele Punkte sammeln wie ein Champion der modernen Formel 1.
Die Zahlen in der WM-Tabelle erzählen deshalb immer auch die Geschichte des jeweiligen Reglements.
Die schnellste Runde – ein Bonus mit Geschichte
Ein zusätzlicher Punkt für die schnellste Rennrunde war bereits Teil des ursprünglichen Systems von 1950. In der modernen Formel 1 kehrte dieser Bonus 2019 zurück: Ein Fahrer konnte einen zusätzlichen Punkt erhalten, wenn er die schnellste Runde fuhr und gleichzeitig unter den ersten zehn ins Ziel kam.Dieser Bonus existiert inzwischen allerdings nicht mehr. Für die Saison 2025 wurde der Punkt wieder abgeschafft. Seitdem gibt es im Grand Prix keine zusätzlichen Zähler mehr für die schnellste Runde.
Seit wann gibt es den Sprint in der Formel 1?
Der Sprint ist noch ein sehr junger Bestandteil der Formel 1. Eingeführt wurde das Format 2021.Der erste Sprint fand beim Großen Preis von Großbritannien 2021 in Silverstone statt. Das Konzept war damals ein völlig neues Element im F1-Wochenende: Statt ausschließlich am Sonntag um Punkte zu kämpfen, gab es am Samstag ein rund 100 Kilometer langes Rennen. Das Ergebnis bestimmte zunächst die Startaufstellung für den Grand Prix am Sonntag.
In der ersten Saison war der Sprint allerdings noch deutlich weniger wertvoll als heute. Nur die ersten drei Fahrer erhielten Punkte:
P1: 3 Punkte
P2: 2 Punkte
P3: 1 Punkt
Bereits 2022 wurde das System verändert. Seitdem erhalten die ersten acht Fahrer Punkte – von acht Zählern für den Sieger bis zu einem Punkt für Platz acht.
So werden die Punkte im Sprint vergeben
Das heutige System sieht folgendermaßen aus:
P1 = 8 Punkte
P2 = 7 Punkte
P3 = 6 Punkte
P4 = 5 Punkte
P5 = 4 Punkte
P6 = 3 Punkte
P7 = 2 Punkte
P8 = 1 Punkt
Dieses System gilt auch 2026. In der aktuellen Saison stehen sechs Sprint-Wochenenden im Kalender – damit ist 2026 die sechste Saison seit Einführung des Formats.
33 Punkte an einem einzigen Wochenende
Damit kann ein Fahrer an einem Sprint-Wochenende maximal 33 WM-Punkte holen.Der Rechenweg ist einfach:
8 Punkte für den Sprint-Sieg + 25 Punkte für den Grand-Prix-Sieg = 33 Punkte.
Genau das macht Sprint-Wochenenden für die WM besonders interessant. Ein Fahrer kann innerhalb von nur wenigen Tagen einen erheblichen Vorsprung auf seine Konkurrenten herausfahren – oder einen großen Rückstand aufholen.
Umgekehrt kann ein schlechtes Sprint-Wochenende besonders teuer werden. Wer bereits am Samstag Punkte liegen lässt und am Sonntag ebenfalls hinter seinen Konkurrenten landet, verliert deutlich mehr als bei einem normalen Grand Prix.
Warum das Punktesystem die WM so spannend macht
Die Formel 1 belohnt heute nicht mehr nur den spektakulären Sieg. Konstanz ist mindestens genauso wichtig.Ein Fahrer kann Weltmeister werden, ohne die meisten Rennen gewonnen zu haben. Entscheidend ist die Summe aller Punkte. Ein Sieg mit 25 Punkten ist enorm wertvoll – aber ein zweiter Platz bringt immerhin 18 Zähler, Platz drei noch 15.
Gerade in engen Weltmeisterschaften können deshalb einzelne Positionen entscheidend sein. Ein Fahrer, der seinen Konkurrenten regelmäßig knapp hinter sich lässt, sammelt Runde für Runde, Rennen für Rennen einen Vorsprung an.
Und genau darin liegt der Reiz der Punktewertung: Am Ende zählt nicht der schnellste Fahrer eines einzelnen Sonntags, sondern der Fahrer, der über eine komplette Saison am erfolgreichsten war.
Vom ersten Weltmeisterschaftsjahr 1950 mit acht Punkten für einen Sieg bis zur modernen Formel 1 mit 25 Punkten für den Grand-Prix-Sieger und zusätzlichen Sprint-Zählern hat sich das System gewaltig verändert. Die Grundidee ist jedoch gleich geblieben: Wer über die Saison die meisten Punkte sammelt, wird Weltmeister.





