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Formel 1
23.08.2026

Hamilton widerspricht Leclerc: „Ferrari muss über verpasste Chance sprechen”

Lewis Hamilton und Charles Leclerc bewerten eine entscheidende Situation beim Grand Prix der Niederlande in Zandvoort offenbar unterschiedlich. Während Leclerc die Diskussionen während des Rennens als normale Vorgänge innerhalb des Teams einordnete, zeigte sich Hamilton anschließend deutlich kritischer.

Leclerc hatte nach dem Rennen von einem „frustrierenden Rennen“ gesprochen. Zwar habe Ferrari eine gute Pace gehabt, doch unter anderem das Timing des Virtual Safety Cars sei für die Scuderia ungünstig gewesen. Die Diskussionen am Funk, bei denen Hamilton offenbar auf einen früheren Boxenstopp gedrängt hatte, wollte der Monegasse nicht überbewerten. Die betreffende Runde sei aus seiner Sicht nicht der richtige Zeitpunkt für einen Stopp gewesen. Die Entscheidung sei jedoch anders getroffen worden und werde nun gemeinsam analysiert.

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Hamilton lieferte anschließend eine deutlich andere Einschätzung. Der siebenmalige Weltmeister erklärte, er sei auf einer anderen Strategie und mit einem anderen Reifen unterwegs gewesen und habe eine sehr gute Pace gehabt. Gleichzeitig habe Leclerc am Ende seines Medium-Stints deutliche Probleme gehabt. Dadurch habe Hamilton nach eigener Aussage „ganze Sekunden“ verloren.

Aus Hamiltons Sicht hätte Ferrari deshalb früher reagieren müssen. „Um als Team einfach die Maximalpunktzahl rauszuholen, da müssen wir besser zusammenarbeiten als Team“, erklärte der Brite. Die Entscheidung hätte seiner Meinung nach früher getroffen werden sollen. Seine Schlussfolgerung fiel entsprechend deutlich aus: „Ich denke, das hat uns wahrscheinlich das Podium gekostet, mindestens mal.“

Hamilton machte gleichzeitig klar, dass er die Ursache nicht grundsätzlich beim Auto sieht. Die Rennpace habe gestimmt, die Boxenstopps seien stark gewesen und auch die Mechaniker hätten hervorragende Arbeit geleistet. Ferrari verliere allerdings auf den Geraden weiterhin rund vier Zehntel gegenüber den Mercedes-angetriebenen Konkurrenten.

Auch für die interne Aufarbeitung kündigte Hamilton eine klare Diskussion an. Diese werde zwar ruhig geführt, müsse aber „geradlinig“ sein. Sein Anspruch sei es, Ferrari zum Weltmeisterschaftsteam zu machen. Wenn man Rennen und Titel gewinnen wolle, müsse man bestimmte Dinge besser machen – und genau das würden andere Teams bereits tun.

Damit stehen nach dem Rennen zwei unterschiedliche Bewertungen derselben Situation nebeneinander: Leclerc sieht eine Rennentscheidung, die intern analysiert werden muss. Hamilton sieht einen vermeidbaren Zeitverlust, der Ferrari nach seiner Einschätzung möglicherweise sogar das Podium gekostet hat. Da Hamilton das Rennen auf Platz vier und Leclerc auf Platz fünf beendete, ist seine Kritik zumindest vor dem Hintergrund des tatsächlichen Ergebnisses nachvollziehbar.

Von einem offenen Konflikt zwischen den Ferrari-Piloten sollte man allerdings noch nicht sprechen. Beide betonen, dass die Situation intern analysiert werden soll. Interessant ist vielmehr, dass Hamilton öffentlich eine deutlich schärfere Bewertung abgibt als Leclerc.
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