Das letzte Training vor dem Qualifying lieferte erste deutlichere Hinweise auf die Kräfteverhältnisse in Monza. Mercedes setzte sich mit Russell an die Spitze, Hamilton komplettierte die Doppelführung. Verstappen fehlten auf Rang drei 0,350 Sekunden, Antonelli lag lediglich elf Tausendstelsekunden hinter dem Niederländer.
Dabei spielte neben der reinen Fahrzeugabstimmung vor allem das Energiemanagement eine wichtige Rolle. Durch den hohen Vollgasanteil in Monza müssen die Teams genau planen, an welchen Stellen elektrische Energie eingesetzt beziehungsweise zurückgewonnen wird. Auch die Nutzung von Front- und Heckflügel auf den langen Geraden rückte während des Trainings immer wieder in den Mittelpunkt.
Ferrari noch nicht ganz vorne
Charles Leclerc musste sich vorerst mit Rang sechs und 0,489 Sekunden Rückstand begnügen. Teamkollege Hamilton ag deutlich weiter vorne. Ferrari konnte aufgrund seiner Reifenverteilung allerdings nicht völlig frei agieren. Für das Rennen gilt eine Einstoppstrategie mit Medium und Hard als wahrscheinlich, weshalb der Umgang mit den verbliebenen Reifensätzen bereits am Samstag eine Rolle spielte.Leclerc absolvierte deshalb unter anderem Runs auf bereits gebrauchten Reifen. In den Daten deuteten sich zudem unterschiedliche Ansätze zwischen Mercedes und Ferrari beim Einsatz der elektrischen Energie an. Mercedes machte über weite Teile der Runde einen starken Eindruck, während Ferrari insbesondere im letzten Streckenabschnitt konkurrenzfähig erschien.
Lando Norris brachte McLaren mit 0,406 Sekunden Rückstand auf den fünften Platz. Für Oscar Piastri verlief das Training dagegen erneut schwieriger. Der WM-Führende kam nicht über Rang acht hinaus und verlor 0,554 Sekunden auf Russell. Zwischen die beiden McLaren schoben sich Leclerc und Arvid Lindblad.
Piastri musste mehrfach die erste Schikane auslassen. Kurz vor Schluss wurde eine schnelle Runde zudem beeinträchtigt, als Russell langsam auf der Ideallinie unterwegs war. Die Situation könnte von den Sportkommissaren noch einmal betrachtet werden.
Verstappen hält Red Bull in Schlagdistanz
Verstappen konnte sich im Verlauf der Session steigern und schob sich schließlich auf Platz drei. Damit blieb Red Bull zumindest über eine schnelle Runde in Reichweite von Mercedes. Bereits die Long-Run-Daten vom Freitag hatten darauf hingedeutet, dass die Rennpace des Teams besser sein könnte, als es die reine Zeitenliste zunächst vermuten ließ.Liam Lawson erlebte dagegen einen unruhigeren Vormittag. Der Red-Bull-Pilot verlor in der Anfangsphase das Heck seines Autos und drehte sich. Am Ende blieb ihm mit 0,984 Sekunden Rückstand Rang zwölf.
Racing-Bulls-Teamchef Alan Permane erklärte während des Trainings, dass sein Team über Nacht Änderungen an beiden Autos vorgenommen habe. Eine entscheidende Rolle werde im Qualifying der Windschatten spielen. Als ideal bezeichnete Permane einen Abstand von ungefähr drei bis vier Sekunden zum vorausfahrenden Auto. Gleichzeitig stellte er klar, dass Racing Bulls nicht plane, einen Fahrer zugunsten des anderen zu opfern.
Hülkenberg auf Rang elf
Pierre Gasly belegte für Alpine den neunten Rang vor Teamkollege Franco Colapinto. Nico Hülkenberg folgte auf Platz elf und hatte 0,907 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Gabriel Bortoleto wurde 13.Für Williams verlief die Generalprobe enttäuschend. Carlos Sainz kam lediglich auf Platz 16, Alexander Albon wurde 18. Das Team beschäftigte sich unter anderem mit möglichen Windschatten-Konstellationen für das Qualifying.
Auch Aston Martin blieb weit zurück. Fernando Alonso belegte mit 2,700 Sekunden Rückstand nur Rang 19, Lance Stroll wurde 22. und Letzter. Bereits am Freitag hatte sich gezeigt, dass dem Aston Martin auf den langen Geraden von Monza Geschwindigkeit fehlt.





