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Formel 1
08.06.2026

Gasly: „Ich bin am Boden zerstört“

Pierre Gasly und Alpine kämpfen nach dem Grand Prix von Monaco um die Anerkennung eines Podiumsplatzes, den sie auf der Strecke errungen hatten. 

Der Franzose überquerte die Ziellinie als Dritter und sorgte damit für eines der stärksten Ergebnisse des Teams in den vergangenen Jahren. Durch die 2 x Fünf-Sekunden-Strafe fiel Gasly aber von Platz drei auf sieben zurück. 

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen Verstöße gegen die Vorschriften in der Boxengasse. Die Rennleitung gab an, dass der Alpine-Pilot zweimal mehr als die in Monaco erlaubten 60 km/h unterwegs war. Einmal um rund 0,1 km/h und nochmal um 0,4 km/h.

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Alpine hält die Entscheidung allerdings für fragwürdig und hat deshalb einen Antrag auf Überprüfung eingereicht. Das Team möchte die Bewertung der Daten und die Umstände des Vorfalls erneut untersuchen lassen. Nach Ansicht der Mannschaft gibt es neue beziehungsweise bislang nicht ausreichend berücksichtigte Aspekte, die eine Neubewertung rechtfertigen könnten. Die Fahrzeugdaten hat man zur Verfügung gestellt. 

Die Reaktion von Gasly zeigt, wie schwer der Verlust des Podiums wiegt. In einer emotionalen Stellungnahme erklärte der Franzose, er sei „am Boden zerstört“ und könne den Schmerz kaum in Worte fassen. Für ihn und das Team sei das Ergebnis das Produkt jahrelanger Arbeit gewesen. Besonders schmerzhaft ist dabei, dass er die Ziellinie auf dem traditionsreichen Stadtkurs von Monaco tatsächlich als Dritter überquert hatte. „Ich habe den Geschwindigkeitsbegrenzung weit vor der Linie gedrückt. Dies ist die einfachste Aufgabe in einem Formel 1-Fahrzeug.“

Ob die Strafe letztlich Bestand haben wird, ist nun Gegenstand des von Alpine angestoßenen Überprüfungsverfahrens. Ob es Tage oder Wochen dauert, konnte bislang niemand feststellen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt Monaco für das Team ein Rennwochenende zwischen sportlichem Erfolg auf der Strecke und juristischem Streit abseits des Asphalts. 

Komplettes offizielles Statement von Pierry Gasly:
„Ich bin vom Ausgang des heutigen Rennens absolut am Boden zerstört. Im Moment gehen mir unheimlich viele Emotionen durch den Kopf – nicht nur nach einem so schwierigen Wochenende, an dem man ständig am Limit fährt und alles aus sich herausholt, sondern auch, weil mir ein Lebenstraum, nämlich ein Podiumsplatz in Monaco, aus Gründen genommen wurde, die ich einfach nicht nachvollziehen kann. Ich weiß, dass ich unter dem Tempolimit in der Boxengasse geblieben bin und den Begrenzer deutlich vor der Linie aktiviert habe. Außerdem haben wir bei solchen Situationen normalerweise eine Sicherheitsmarge, damit man das Limit nicht überschreitet. Deshalb hoffe ich einfach, dass der Fall noch einmal sorgfältig überprüft wird und wir das Ergebnis zurückbekommen, das wir als Team verdient haben.

Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass heute so viele Fahrer und Teams davon betroffen waren. Deshalb stimmt offensichtlich etwas nicht. Als wir während der Rotphase anhielten, kannte ich die Situation bereits und habe danach einfach versucht, so hart wie möglich zu pushen, um das bestmögliche Ergebnis herauszuholen – in dem Wissen, dass die Strafe noch angewendet werden würde.

Was das Rennen selbst betrifft, war es intensiv und hart umkämpft. Wir konnten Lando [Norris] in Kurve 1 überholen und mussten uns anschließend den Großteil des Rennens gegen ihn verteidigen. Beim zweiten Restart habe ich Isack [Hadjar] außen überholt. Daher ist es definitiv ein Rennen, auf das ich stolz bin und bei dem das Team einen sehr guten Job gemacht hat.

Ich weiß, dass das Team einen Antrag auf Überprüfung gestellt hat. Hoffentlich führt das am Ende zum richtigen Ergebnis. Ich werde jetzt ein paar Tage zu Hause entspannen und mich danach auf Barcelona konzentrieren. Dort werde ich auf jeden Fall hochmotiviert sein, um erneut ein gutes Ergebnis einzufahren und unsere Serie von Punkterängen fortzusetzen.“

Flavio Briatore:
„Nach einem großartigen Start von Pierre, der uns auf den siebten Platz nach vorne brachte, sah das Rennen sehr vielversprechend aus. Trotz eines starken Restarts nach der roten Flagge und obwohl Pierre die Ziellinie als Dritter überquerte, wurde uns das Ergebnis durch zwei Strafen genommen, mit denen wir überhaupt nicht einverstanden sind.

Diese Strafen wurden gegen mindestens vier Teams im Feld ausgesprochen, was aus unserer Sicht ein starkes Argument für eine Überprüfung des Falls darstellt. Deshalb haben wir bei der FIA einen Antrag auf Überprüfung gestellt.
Wir behaupten weiterhin den fünften Platz in der Konstrukteurswertung und sind entschlossen, die positive Entwicklung des Teams in Barcelona und bei den kommenden Rennen fortzusetzen. Dabei werden wir weitere Performance-Verbesserungen und Updates an das Fahrzeug bringen.“
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