Formel 1
22.07.2026
F1-Gripniveau beim GP von Ungarn auf dem Hungaroring niedrig
In den vergangenen zwei Jahren wurde die Rennstrecke umfassend modernisiert. Die Arbeiten betrafen das Fahrerlager, die Hospitality-Bereiche sowie die Strecke und die Tribünen. Für den Großen Preis von Ungarn 2026 wurden die Kurven 1 und 12 neu asphaltiert, nachdem im vergangenen Jahr bereits die Boxengasse und die Startaufstellung erneuert worden waren.
Die Strecke ist 4,381 Kilometer lang und verfügt über 14 Kurven. Aufgrund ihrer kurzen Länge und des kurvenreichen Layouts wird sie häufig mit einer Kartbahn verglichen. Es gibt nur eine echte Gerade – die Start-Ziel-Gerade –, die zugleich eine der wenigen Überholmöglichkeiten bietet. Ansonsten werden die Fahrer von zahlreichen Kurven gefordert, darunter mehrere 180-Grad-Kehren, die im Rennverlauf insgesamt 70 Mal durchfahren werden. Aus diesem Grund ähneln die Fahrzeugabstimmungen in der Regel stark jenen, die auch in Monaco verwendet werden.
Wie im Fürstentum kommen auch in Budapest die drei weichsten Mischungen der Reifenpalette von Pirelli zum Einsatz. "Die Mischungen C3, C4 und C5 sind die ideale Wahl für eine langsame Strecke, auf der Traktion und Bremsstabilität entscheidend sind, um die vielen Richtungswechsel optimal zu bewältigen", so Pirelli.
Die Fahrbahnoberfläche weist aufgrund des Alters der nicht erneuerten Streckenabschnitte eine ausgeprägte Rauheit auf, und das Gripniveau zählt zu den niedrigsten der gesamten Saison. Gleichzeitig verbessert sich die Strecke im Verlauf des Wochenendes deutlich.
Die Streckentemperaturen auf dem Hungaroring gehören in der Regel zu den höchsten der gesamten Saison. Der thermische Reifenabbau ist daher einer der entscheidenden Faktoren für die Reifenperformance, insbesondere an der Hinterachse, da die Strecke von zahlreichen Traktionsphasen geprägt ist. Zudem kann bei den weicheren Mischungen Graining (siehe auch unsere Erklärung dazu) auftreten.
Es wird erwartet, dass der Reifenverschleiß die Zeitunterschiede zwischen Ein-Stopp- und Zwei-Stopp-Strategien deutlich verringert. Die Entscheidung zwischen den beiden Varianten wird auch von der Streckenposition beeinflusst, da Überholen auf dieser Strecke bekanntermaßen schwierig ist. Bei sehr hohen Temperaturen dürften die Teams daher die beiden härteren Reifenmischungen bevorzugen.
Nach dem Großen Preis von Ungarn bleibt Pirelli gemeinsam mit Aston Martin, Audi und Alpine noch zwei weitere Tage in Budapest. Am Dienstag und Mittwoch stehen Testfahrten zur Entwicklung der Reifen für die kommende Saison auf dem Programm.
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