Der Fokus verschiebt sich deutlich Richtung Elektrifizierung und Energie-Management. Die Piloten sollen wieder mehr Einfluss bekommen. Wir stellen die wesentlichen Dinge hier kurz vor ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Aktive Aerodynamik ersetzt DRS
Das bisherige Drag Reduction System (DRS) entfällt komplett. Stattdessen dürfen Teams aktive aerodynamische Elemente (bewegliche Front- und Heckflügel) einsetzen, die der Fahrer steuern kann, um zwischen effizientem Geradeaus-Modus („Straight Mode“) und hohem Abtrieb („Corner Mode“) zu wechseln.Für den Start gilt: Die Autos müssen bis zum ersten Bremspunkt im High-Downforce-Modus bleiben. Ein Umschalten in den Low-Drag-Modus ist erst danach zulässig
Zusätzlich gibt es einen „Overtake-Modus“: Wenn ein Fahrer näher als eine Sekunde am Vordermann ist, kann er zusätzlichen elektrischen Energieschub freisetzen, um Überholmanöver durchzuführen – ähnlich wie DRS, aber mit Energie- statt Aerodynamik-Boost.
Aktiver Boost-Modus & Batterie-Management
Neben Overtake gibt es einen Boost-Mode, bei dem der Fahrer zusätzliche Leistung aus dem Energiespeicher abrufen kann, auch offensiv oder defensiv.Batterie-Ladung („Recharge“) kann aktiv durch Rekuperation (Rückgewinnung von Energie) beim Bremsen oder in bestimmten Phasen des Rennens beeinflusst werden.
Kompaktere, leichtere Autos
Das Chassis der Wagen wird kürzer, schmaler und leichter.Die Autos werden etwas kleiner und fahrfreudiger. Rund 30 Kilogramm weniger werden sie auf die Waage bringen. Damit kommt man auf mindestes 768 Kilogramm. Der Radstand wird um 20 cm auf 3,40 Meter verkleinert. Durch den flacheren Unterboden wird es weniger Abtrieb und weniger Luftwiderstand geben. Die Autos werden schmaler: 1,90 Meter Breite statt vorher 2 Meter.
Reifen- und aerodynamische Änderungen
Die 18-Zoll-Pirelli-Reifen bleiben, werden aber schmaler (25 mm weniger vorn, 30 mm weniger hinten). Das reduziert das Gewicht und den Luftwiderstand. Der Grip am Boden wird verringert.Neue Hybrid-Antriebe & nachhaltige Energie
50% der Motorleistung werden 2026 elektrisch sein. Der 1,6-Liter-V6-Turbo-Verbrennungsmotor wurde von 750 PS auf rund 550 PS reduziert. Dafür erhöhte man die Batterie-Kraft von 240 PS auf rund 475 PS.Die Formel 1 will sich mit E-Fuels nachhaltig präsentieren und es dürfen nur fortschrittliche synthetische (aus CO2 oder Wasserstoff) oder biobasierte Kraftstoffe eingesetzt werden.
Die FIA erlaubt den Ölkonzernen Rückstände aus recyceltem Kunststoff, der Lebensmittelindustrie oder anderer Bereiche für den Kraftstoff zu verwenden. Es dürfen aber keine neuen Emissionen entstehen.
Rennen, Qualifying & Format
Qualifying-Änderung: Qualfiying Q3 wurde von 12 auf 13 Minuten verlängert.Sprint-Rennen: Die Anzahl der Sprint-Rennen über rund 100 Kilometer bleibt bei sechs Veranstaltungen. Geändert haben sich nur die Strecken: Montreal, Zandvoort und Singapur kommen neu hinzu. Das bringt neue strategisch Anforderungen mit anderen Streckencharakteristiken. Es bleiben Shanghai, Miami und Silverstone.
Neue Leuchten und Lichtsignale
Seitliche Leuchten verbessern die Sicht und Sicherheit. Es wird bunter. Hintergrund für die Leuchten sind, dass ein quer stehendes Fahrzeug besser erkannt werden soll.Zusätzlich wurde die Rear Impact Structure (RIS) überarbeitet. Also das Rücklicht. Das ist nun oval und in der Mitte eine Kamera.
Das neue Lichtsystem kann z. B. über eine Blinksequenz auch den Energiestatus dem Hintermann anzeigen.
In Zukunft möchte die FIA hier weitere Farben mit mehr Informationen einsetzen.
Dies in kurzer Form zu den verschiedenen gravierenden Änderungen im Reglement der Formel 1. Wie sich alle diese neuen Regeln in der Komplexität eines Rennwochenendes zeigen, wissen wir in wenigen Tagen. Schon jetzt dürfte klar sein, dass es nicht alle überzeugen wird.





