Formel 1
11.02.2026
Bahrain: Standortbestimmung unter Laborbedingungen
Das Reglement erlaubt bei den Wintertests pro Team nur ein Fahrzeug. Die beiden Stammfahrer müssen sich das Auto teilen – eine Kostenbremse mit technischen Nebenwirkungen. Weniger Streckenzeit bedeutet zwangsläufig weniger Daten, weniger Vergleichsmöglichkeiten und eine eng getaktete Testplanung.
Es wird also interessant auf dem Bahrain International Circuit, der gute Bedingungen für die Teams bereithält.
Doch die Lernkurve muss steil sein: Aerodynamik, Antriebseinheit, Fahrwerk, Software – alles muss unter Wettbewerbsbedingungen überprüft werden. Und erst unter realen Bedingungen entstehen belastbare Ergebnisse.
Dafür bietet der Kurs in der Wüste mit seinen langen Vollgaspassagen, harten Bremszonen und technisch anspruchsvollen Traktionsbereichen gute Anforderungen. Topspeed-Charakteristiken als auch Bremsstabilität, Energierückgewinnung und mechanischer Grip lassen sich präzise analysieren.
Nach den Wintermonaten, wo die Vorbereitung auf Simulationen, Windkanälen oder Strömungsberechnungen (CFD - Computational Fluid Dynamics) geht es endlich wieder in die freie Wildnis! Auf zur Jagd.
Für die Renningenieure eine stressige aber auch aufregende Arbeit folgt nun: Wie ist die Zuverlässigkeit über längere Distanzen? Stimmen die errechneten Setup-Grundlagen mit der Balance des Autos und dem Reifen? Was passiert gleichzeitig mit der Kühlung, Energierückgewinnung und der Software?
Neben aller Technik bleibt eine nicht quantifizierbare Variable: der Fahrer. Sitzposition, Bremsgefühl, Feedback zur Balance und Anpassungsfähigkeit an das neue Reglement beeinflussen die Entwicklungsrichtung maßgeblich. Das kann man nicht berechnen!
Rundenzeiten werden eine untergeordnete Rolle spielen. Trotzdem stehen sie im Raum, wie der berühmte Elefant! Niemand will ihn beachten aber man schaut hin.
Am Ende kennt aber der Außenstehende nicht, welche Strategie das Team verfolgte und welche Mittel wurden eingesetzt. Der eine fährt Longruns und der andere simuliert Systemchecks mit konstantem Tempo oder spult ein Aerodynamik-Messprogramm ab. Auch innerhalb der Teams ist es schwer Vergleiche zu ziehen.
„Beim Testen geht es nicht um Rundenzeiten“, so das Mercedes-AMG Petronas F1 Team. „Jedes Team verfolgt einen unterschiedlichen Ansatz, um sein eigenes Verständnis vom Verhalten seines Autos zu maximieren.“
Wichtig erscheint aber die Kilometerzahl. Viel Zeit will man nicht in der Box verlieren. Zwischen den beiden Linien der 5,412 km langen Strecke ist entscheidend, um das Risiko von Problemen zu minimieren.
Die anstehenden Formel 1-Test sind also harte Arbeit für Mensch und Maschine und keine Show. Doch wie gut es wirklich alles in der Vorbereitung geklappt hat, zeigt sich erst beim Saisonstart vom 06. bis 08. März 2026 in Melbourne.
Test Bahrain International Circuit
11. bis 13. Februar 2026
18. bis 20. Februar 2026





