Auf einer Strecke, auf der Überholen nur schwer möglich war, spielten Strategie und Boxenarbeit eine entscheidende Rolle. Hülkenberg startete auf neuen Soft-Reifen und wechselte während einer frühen Virtual-Safety-Car-Phase in Runde 14 auf neue Hard-Reifen. Ein schneller Boxenstopp brachte ihn dabei vor Esteban Ocon und verschaffte ihm die entscheidende Streckenposition.
In der Schlussphase näherte sich Hülkenberg noch Arvid Lindblad, kam aber nicht mehr vorbei. Mit Rang zehn sicherte der Deutsche dem Team einen weiteren WM-Punkt. Seine schnellste Rennrunde fuhr er in Runde 50 mit 1:38.114 Minuten.
Die Geschichte der Formel 1: Über 75 Jahre Königsklasse des Motorsports
Bortoleto verfolgte eine alternative Strategie. Der Brasilianer startete auf neuen Hard-Reifen und blieb bis Runde 47 auf diesem Reifensatz. Audi setzte darauf, dass eine spätere Safety-Car-, VSC- oder Rotphase einen strategischen Vorteil ermöglichen könnte. Diese Gelegenheit ergab sich jedoch nicht. Nach dem späten Wechsel auf Soft-Reifen kam Bortoleto als 13. ins Ziel. Mit 1:37.837 Minuten in Runde 50 fuhr er die schnellere der beiden Audi-Rundenzeiten.„Wir haben heute als Team gespielt“, erklärte Racing Director Allan McNish. Vor allem die Arbeit der Boxencrew hob der Schotte hervor. Hülkenberg sei hinter Ocon an die Box gekommen und dank eines schnellen Stopps vor ihm wieder auf die Strecke gegangen. Auch beim späteren Stopp von Bortoleto habe die Mannschaft erneut stark gearbeitet.
Hülkenberg sah Rang zehn als das Maximum des Tages an. „Der frühe Virtual-Safety-Car-Einsatz war für uns das richtige Fenster für den Boxenstopp“, sagte er. Anschließend sei es vor allem darum gegangen, die Reifen zu managen. Aufgrund der ähnlichen Pace im Mittelfeld habe es kaum Möglichkeiten gegeben, weitere Positionen gutzumachen.
Bortoleto sprach dagegen von Pech mit dem Zeitpunkt des Virtual Safety Cars. Die frühe Neutralisierung habe die geplante Strategie beeinträchtigt. Da im weiteren Rennverlauf keine zusätzliche Neutralisierung folgte, konnte er aus seinem langen ersten Stint keinen Vorteil ziehen.
Mit dem Punkt vom Madring erhöht Audi sein Konto in der Konstrukteurs-WM auf 17 Zähler. Damit fehlen dem Team noch vier Punkte auf Haas auf Rang sieben.
Bereits zuvor hatte Audi-Nachwuchsfahrer Freddie Slater seine Formel-3-Saison beendet. Nach acht Podestplätzen in acht Rennwochenenden verpasste der Brite in seiner Rookie-Saison den Titel nur knapp.
Bildergalerie Großer Preis von Spanien





