Sonntag, 11. Oktober 2026
MXL täglich aktuell
Motorsport XLDas Motorsport MagazinShopAbo Abonnement
Formel 1
13.09.2026

Antonelli gewinnt Formel-1-Premiere in Madrid

Kimi Antonelli hat den Großen Preis von Spanien 2026 auf dem neuen Madring gewonnen. Der Mercedes-Pilot setzte sich nach einem turbulenten Rennen vor Max Verstappen und Lando Norris durch und feierte seinen achten Saisonsieg. Hinter dem Spitzentrio kamen Charles Leclerc und George Russell ins Ziel.

Beim Start hatte zunächst Pole-Setter Lando Norris die Führung behauptet. Antonelli griff den McLaren-Piloten an, kam in der hektischen Anfangsphase jedoch zweimal von der Strecke ab und musste seine Position wieder hergeben. Davon profitierte Max Verstappen, der sich auf Rang zwei schob. Hinter Antonelli folgten zunächst Lewis Hamilton, Charles Leclerc und George Russell.

Anzeige
Verstappen gehörte neben Hamilton und Nico Hülkenberg zu den wenigen Piloten, die auf den weichen Reifen ins Rennen gegangen waren. Antonelli und Norris starteten auf Medium. Bereits in der Anfangsphase zeigte sich, dass die unterschiedlichen Strategien eine entscheidende Rolle spielen würden.

Für Hamilton war das Rennen früh beendet. Der Ferrari-Pilot kam in Runde sieben an die Box und stellte seinen Wagen mit technischen Problemen ab. Wenig später rückte das Geschehen auf der Strecke wieder in den Mittelpunkt. Liam Lawson überholte Franco Colapinto, während Oscar Piastri nach einer Berührung mit Russell in der Startphase mit einem beschädigten Frontflügel unterwegs war.

Norris setzte sich zunächst an der Spitze ab und lag nach elf Runden bereits mehr als fünf Sekunden vor Antonelli. Dann änderte ein Virtuelles Safety Car die Situation grundlegend. Lance Stroll rollte in Runde 14 mit Bremsproblemen aus. Antonelli, Verstappen und Russell reagierten sofort und kamen zum Reifenwechsel. Norris hatte die Boxeneinfahrt dagegen knapp verpasst.

Das VSC endete schnell, sodass Norris seinen Stopp anschließend unter normalen Rennbedingungen absolvieren musste. Zusätzlich kostete ihn ein rund sieben Sekunden dauernder Reifenwechsel wertvolle Zeit. Der McLaren-Pilot fiel dadurch zunächst bis auf Rang fünf zurück.

An der Spitze übernahm Leclerc die Führung. Der Ferrari-Pilot war auf Hard gestartet und verzichtete zunächst vollständig auf einen Reifenwechsel. Antonelli schloss auf seinen frischeren Reifen schnell zum Ferrari auf und hing in Runde 20 unmittelbar hinter Leclerc. Ein Weg vorbei fand sich allerdings nicht. Mercedes forderte Antonelli zudem auf, auf seine Reifen zu achten.

In Runde 24 meldete Antonelli ein ungewöhnliches Gefühl am Lenkrad. Mercedes sah in den Fahrzeugdaten jedoch keinen Grund zur Sorge. Leclerc konnte sich daraufhin wieder etwas absetzen. Währenddessen begann Norris seine Aufholjagd.

Russell absolvierte bereits in Runde 29 seinen zweiten Boxenstopp und wechselte zurück auf Hard. Norris hatte dagegen freie Fahrt und setzte eine Serie schneller Runden. Der McLaren-Pilot reduzierte seinen Rückstand auf die Spitze kontinuierlich. Russell nutzte seine frischeren Reifen in Runde 35, um Lawson Rang fünf abzunehmen.

Bemerkenswert blieb die Leistung von Leclerc. Selbst nach mehr als 40 Runden auf seinem Hard-Satz konnte der Ferrari-Pilot noch persönliche Bestzeiten fahren.

Gleichzeitig wurde Norris immer schneller. Mit 1:37.029 Minuten, anschließend 1:36.897 und schließlich 1:36.796 Minuten setzte er mehrfach die schnellste Rennrunde. Eine leichte Berührung mit der Mauer in Runde 39 stoppte seine Aufholjagd nicht.

Nach 42 Runden führte Leclerc noch 2,2 Sekunden vor Antonelli. Verstappen folgte mit 6,3 Sekunden Rückstand, Norris lag nur eine weitere Sekunde dahinter. Damit lagen die ersten vier trotz ihrer völlig unterschiedlichen Rennstrategien innerhalb von lediglich 7,3 Sekunden.
Die Geschichte der Formel 1: Über 75 Jahre Königsklasse des Motorsports
In der Schlussphase verschob sich das Bild noch einmal. Leclerc musste seinen späten Reifenwechsel absolvieren, während Antonelli die Führung übernahm. Auch weitere Fahrer, die ihren ersten Stopp lange hinausgezögert hatten, kamen noch zum Service. Pierre Gasly fiel durch seinen späten Stopp zurück, wodurch Nico Hülkenberg bis auf Rang zehn nach vorne kam und noch um Platz neun kämpfte.

Antonelli ließ sich an der Spitze nicht mehr aus der Ruhe bringen. Der Mercedes-Pilot brachte die letzten Kilometer fehlerfrei hinter sich und überquerte als Erster die Ziellinie. Damit wurde der Italiener zum ersten Formel-1-Sieger auf dem neuen Madring und feierte gleichzeitig seinen achten Grand-Prix-Erfolg der Saison 2026.

Verstappen kam als Zweiter vor Norris ins Ziel. Dabei gab es aber Diskussionen während der Schlußphase. Im Duell mit dem McLaren soll Verstappen die Strecke mit allen vier Rädern verlassen und abgekürzt haben. Die Rennleitung reagierte aber und vergab keine Strafe

Leclerc rettete nach seiner ungewöhnlich langen ersten Stint-Phase Rang vier vor Russell. Lawson folgte auf Position sechs. Hülkenberg erreichte im Audi zunächst den zehnten Platz. Am Ende gab es noch eine Fünf-Sekunden-Strafe für Pierre Gasly wegen zu hohem Tempo in der Boxengasse.

Für Antonelli war es nach einer schwierigen Startphase ein Rennen mit Happy End. Ausgerechnet das kurze Virtuelle Safety Car, das Norris strategisch empfindlich traf, brachte den Mercedes-Piloten in eine ausgezeichnete Ausgangslage. Diese nutzte Antonelli und krönte das erste Formel-1-Wochenende auf dem Madring mit dem Sieg.
Anzeige