Sonntag, 9. August 2026
MXL täglich aktuell
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
FIA WEC
16.07.2026

Finn Gehrsitz liefert starke Aufholjagd in Interlagos ab

Auf in ein neues Kapitel: Für das vierte WEC-Saisonevent reiste der Rennzirkus nach Südamerika. Auf dem legendären Autódromo José Carlos Pace in Interlagos stand für den deutschen Top-Piloten Finn Gehrsitz das erste echte Übersee-Highlight der FIA WEC-Saison 2026 an. Vor einer Kulisse aus leidenschaftlichen brasilianischen Fans und einer großartigen Atmosphäre zeigte das Team von Garage 59 eine kämpferische Leistung, die nach einem schwierigen Qualifying mit einer geschlossenen Teamleistung und Platz 11 im Ziel belohnt wurde.

Mit Sim-Schichten und Streckenkenntnis gegen den Jetlag: Die Vorbereitung auf ein Übersee-Rennen auf einem anderen Kontinent erfordert höchste Präzision. Da reale Testfahrten vor Ort aus logistischen und finanziellen Gründen schwierig zu realisieren sind, verbrachte Gehrsitz im Vorfeld viel Zeit im Simulator, um sich perfekt auf den anspruchsvollen Linkskurs einzustellen. Ergänzt wurde das Programm durch intensive Ausdauereinheiten auf dem Rennrad.
Ein entscheidender Vorteil für Gehrsitz: Es war bereits sein zweiter Auftritt auf der Traditionsstrecke in São Paulo, sodass er auf wertvolle Erfahrungswerte zurückgreifen konnte. „Ich wusste aus dem letzten Jahr genau, worauf es auf dieser Strecke ankommt, und konnte diese Erfahrung sehr gut auf den McLaren übertragen. Das hat uns bei der Abstimmung in den freien Trainings enorm geholfen“, erklärt der Youngster. Rückschlag im Qualifying erzwingt aggressive Taktik.

Anzeige
Im Qualifying am Samstag folgte jedoch ein herber Dämpfer: Da die Session für seinen qualifizierenden Teamkollegen unglücklich verlief, musste sich die Startnummer 58 auf dem letzten Startplatz der LMGT3-Klasse einreihen. Für das Rennen bedeutete das: Voller Angriff von ganz hinten.

Um sich aus dem dichten Mittelfeld nach vorne zu arbeiten, entschied sich das Team für eine aggressive, risikoreiche Strategie. In den ersten zwei Rennstunden hielt sich das Auto im dichten Verkehr schadlos, kam jedoch zunächst kaum an den Konkurrenten vorbei. Durch die geschickte Taktik und den planmäßigen Fahrerwechsel übernahm Finn Gehrsitz schließlich für die heiße Phase das Steuer.

Konzentrierte Fahrt und wichtige Positionsgewinne: Gehrsitz fand sofort einen guten Rhythmus und konnte mit einer konstanten Pace wichtige Plätze gutmachen. Ohne unnötige Risiken einzugehen, arbeitete er sich kontinuierlich nach vorne und setzte sich in mehreren engen Rad-an-Rad-Duellen erfolgreich durch. Unter anderem lieferte er sich dabei einen spannenden Zweikampf mit dem erfahrenen BMW-Piloten und brasilianischen Lokalmatador („Local Hero“) Augusto Farfus.

Finn Gehrsitz: „Wir haben im Rennen eine wirklich gute Pace gehabt und das Maximum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt. Das Auto lag gut, und die Zweikämpfe im dichten Verkehr haben extrem viel Konzentration erfordert.“
Zusätzliche Spannung brachte das typische Interlagos-Wetter: Der Himmel war bedrohlich wolkenverhangen, und das gesamte Rennen über drohte der Regen – letztlich blieb die Piste am Renntag jedoch trocken
Knapp an den Punkten vorbei – Voller Fokus auf Texas: Am Ende überquerte die Startnummer 58 die Ziellinie auf einem soliden 11. Platz. Auch wenn der Sprung in die Top 10 und damit in die Punkteränge am Ende hauchdünn verpasst wurde, zieht Gehrsitz positive Lehren aus dem Wochenende: „Natürlich ist es schade, wenn man so knapp vor den Punkten landet. Aber wir haben gezeigt, dass unsere Rennpace absolut konkurrenzfähig ist. Vom letzten Platz bis an die Top 10 heranzufahren, zeigt, dass wir als Team super zusammengearbeitet haben. Wir nehmen das Positive mit nach Nordamerika. Beim nächsten Lauf in Austin, Texas werden wir wieder voll fokussiert angreifen, um die WM-Punkte einzufahren!“
Anzeige